Gerda Fröhlich, die unermüdliche und bis ins hohe Alter Kulturschaffende, ist am heutigen Freitag, dem 7. November, kurz nach ihrem 82. Geburtstag verstorben. Die gebürtige Wienerin war ihrer neuen Heimatstadt Villach über Jahrzehnte engst verbunden. Sie war – neben vielen anderen hochkarätigen Auszeichnungen - Trägerin des Kulturehrenzeichens in Gold und Kulturpreisträgerin sowie Ehrenbürgerin der Stadt Villach. „Mit Gerda Fröhlich verlieren wir eine Persönlichkeit, die unzähligen Menschen Kultur in angenehmster Weise nahegebracht und vermittelt hat“, sagt der Villacher Bürgermeister Günther Albel (SPÖ). „Sie steht nach wie vor für den Erfolg des Carinthischen Sommers, der wichtigsten Festspiele Kärntens, die in Villach und Ossiach beheimatet sind.“
Erste Frau in der Funktion
Fröhlich studierte Theaterwissenschaften an der Universität Wien und startete ihre berufliche Laufbahn als Assistentin beim gerade frisch gegründeten Carinthischen Sommer 1969. 1980 übernahm sie als erste Frau Europas in dieser Funktion die Intendant:innenstelle und blieb es bis 2003. Künstlerische, organisatorische und finanzielle Alleinverantwortung lagen bei ihr. Kultur sah und lebte sie nicht nur als Beruf, sondern auch als private Erfüllung. Neben einem Lehrauftrag an der Kunst-Universität Wien, als Musikbeirätin des Bundesministeriums, Jurymitglied bei unzähligen internationalen Bewerben war Fröhlich auch als Dramaturgin und Librettistin für Musiktheater-Auftragswerke tätig.
Weit in den Ruhestand hinein aktiv
Selbst im Ruhestand organisierte die nunmehrige Ehrenintendantin des Carinthischen Sommers, die stets an einem interessant-kritischen Meinungsaustausch Gefallen fand, ehrenamtlich unzählige Kunstprojekte, darunter auch etliche sakrale Projekte in der Stiftskirche Ossiach. Besonders die Kulturvermittlung an die Jugend war ihr ein großes Anliegen.