Seit Jahren ist das Zeltfest der Freiwilligen Feuerwehr Kerschdorf ein Fixpunkt im regionalen Veranstaltungskalender. Nach der Pandemie stieg der Besucherandrang sogar noch weiter an, bis zu 1500 Gäste fanden sich an den Veranstaltungstagen im Juni auf dem Festgelände ein, im Vorjahr sorgten Stars wie Natalie Holzner, die Band Meilenstein sowie Udo Wenders und Kärntner Gluat für beste Stimmung.
Heuer wird es zum ersten Mal kein Zeltfest in Kerschdorf geben, wie Kommandant Harald Simtschitsch nun offiziell bestätigt. „Wir haben im vergangenen Jahr gesehen, dass wir an unsere Grenzen gestoßen sind“, erklärt Simtschitsch. Bei so einem großen Event müsse man den Besuchern eine gewisse Qualität bieten – und genau das könne man derzeit nicht mehr garantieren. Der Hauptgrund wäre nicht die Teuerung, sondern akuter Personalmangel. Besonders im Servicebereich gingen die Kräfte aus. „Unsere älteren Helfer haben klargemacht, dass sie nicht mehr zwei Tage durcharbeiten können. Und die Jüngeren stehen noch nicht voll zur Verfügung“, schildert der Kommandant. Auch die strengen behördlichen Auflagen seien bei einer Veranstaltung dieser Größenordnung nicht zu unterschätzen.
Veldens Bürgermeister Ferdinand Vouk (SPÖ) zeigt sich traurig über die Entscheidung, betont aber die Leistung, die die FF Kerschdorf in den vergangenen Jahren vollbracht hat und hofft auf ein baldiges Comeback der Veranstaltung.
Daran glaubt auch die Feuerwehr selbst, die Entscheidung zur Pause traf das vierköpfige Kernteam gemeinsam. Die Hoffnung: sich neu aufzustellen und im nächsten Jahr gestärkt zurückzukehren. Auch ein Blick in die Zukunft spielt eine Rolle: 2027 stehen Neuwahlen an, und die Nachfolge im Kommando soll sorgfältig vorbereitet werden. Aktuell zählt die FF Kerschdorf 42 aktive Mitglieder sowie 13 Jugendliche in der Feuerwehrjugend. Neben den unzähligen Einsätzen wird auch das jährliche Christbaumtauchen in Velden von der Feuerwehr organisiert.
Fehlende Ehrenamtliche setzen auch anderen Wehren zu
Bezirksfeuerwehrkommandant Libert Pekoll spricht bei der Absage von einem Einzelfall bei den Feuerwehren im Umland. „Die FF Kerschdorf hat eine Größe erreicht, die nicht mehr schaffbar war. Die anderen Feste der Feuerwehren im Bezirk finden normal statt, diese haben oft bis zu 400 Gäste, für diese Größenordnung reichen die Ehrenamtlichen aus.