Es ist Tag vier nach dem verheerenden Anschlag in der Villacher Innenstadt. Mittwoch, der Tag nach dem großen Trauermarsch. Zur Mittagszeit ist die Stadt gut besucht. Das Wetter ist wie abgestimmt auf die Trauerwoche, es ist eiskalt und der Himmel zeigt sich Grau in Grau. Zwischen die Menschen, die mit Kerzen in der Hand den Hauptplatz hinunter Richtung Tatort gehen und den Blick zumeist starr auf den Boden richten, mischen sich unbeschwert plaudernde Passanten und Passantinnen mit Einkaufstaschen. „Ich trau‘ mich nicht mehr mit dem Rücken zu einer Türe zu sitzen“, hört man an der einen Ecke, während zwei Damen darüber diskutieren, wo es die besten Fleischnudeln zu kaufen gibt. Es ist die Gleichzeitigkeit von Ausnahmezustand und Normalität, die die Situation so irritierend wirken lässt. Villach scheint im Schwebezustand zwischen Schockstarre und Alltag.
Reportage
Villach im Schwebezustand zwischen Schockstarre und Alltag
Villach trauert nach dem furchtbaren Attentat am vergangenen Samstag. Viele fragen sich, wie ein Weg zurück in den Alltag nun aussehen könnte. Die Kleine Zeitung hat sich in der Innenstadt umgehört.
© Helmuth Weichselbraun