In den Supermärkten zeichnet sich langsam eine Veränderung ab, denn in den vergangenen Monaten wurde emsig umgebaut, um Pfandrücknahmestellen zu installieren. Gebraucht werden diese, weil ab dem 1. Jänner 2025 alle PET-Flaschen und Getränkedosen mit einer Füllmenge von 0,1 bis drei Liter mit 25 Cent bepfandet werden. Damit soll bis 2027 ein Sammelziel von 90 Prozent erreicht werden und so ein geschlossener Wertstoffkreislauf entstehen. Die Stadt Villach informiert bis zum Start mit Informationstagen vor Einkaufszentren und klärt im Zuge dessen über Mülltrenn-Mythen auf.
Übergangsfrist bis Ende 2025
„Wichtig ist, dass die Flaschen oder Dosen zukünftig leer und nicht zerdrückt zurückgebracht werden. Beulen sind erlaubt, solange der EAN-Code und das österreichische Pfandsymbol gut lesbar bleiben“, erklärt Sandra Disho vom Abfallwirtschaftsverband Villach. Ausnahmen gibt es nur für Sirupflaschen, Milchdrinks und Fertigkaffeegetränke, die vom Pfandsystem ausgeschlossen sind. Bis 31. März dürfen die Getränkehersteller noch Flaschen ohne Pfandsymbol abfüllen, die bis zum 31. Dezember 2025 verkauft werden müssen. Die großen Handelsketten sind bereits gerüstet und haben ihre Standorte umgebaut.
Gut zu wissen: Kleine Händler, wie Würstelbuden, sind verpflichtet, bis zu drei Gebinde pro Kunde zurückzunehmen, jedoch nur von Flaschen in der Größe, die sie selbst führen. Automatenbetreiber müssen keine Rücknahme anbieten, sind aber verpflichtet, darauf hinzuweisen, wo sich die nächste Sammelstelle befindet. Außerdem müssen sie pro Gebinde einen Ausgleichsbeitrag zahlen. Stark frequentierte Orte, wie Bahnhöfe, können eine gemeinsame Rücknahmestelle führen und so einzelne Verkaufsstellen von der Rücknahme befreien.
Viele Fragen tauchen immer wieder auf
Bei Infotagen vor dem Atrio wird dieser Tage auch über gängige Irrtümer bei der Mülltrennung aufgeklärt. Ein häufiger Fehler betrifft die gelbe Tonne. „Die Faustregel lautet: Ist es eine Verpackung, aus der ich etwas heraus konsumiert habe, dann gehört es in die gelbe Tonne oder den gelben Sack“, klärt Andreas Erd von der Abteilung Abfallwirtschaft der Stadt Villach.
Häufige Fehler sind außerdem der Einwurf von Gläsern mit dem Deckel drauf. Diese müssen separat in der gelben Tonne entsorgt werden, da sonst das Recycling des Glases beeinträchtigt wird. Beim Joghurt kommt es auch immer wieder zu Unklarheiten. „Den Deckel ganz abziehen und Deckel sowie Becher getrennt in die gelbe Tonne geben“, klärt der Experte auf. Eine weitere Empfehlung betrifft Biomüll: „Keine Biosackerl in die Biotonne werfen“, rät Disho. Diese zersetzen sich oft langsamer als erwartet und erschweren die Verarbeitung. Lebensmittelreste gehören nicht in die Toilette, sondern in den Bioabfall. Eine besondere Herausforderung bei der Entsorgung stellen Gegenstände mit verbauten Batterien dar, wie etwa blinkende Schuhe oder Bücher mit eingebauten Knopfzellen. Diese dürfen nicht in den Restmüll und sollten über spezielle Sammelstellen entsorgt werden.
Disho und Erd sind sich aber einig, dass die Villacher Bewohner eine hohe Mülltrennmoral haben. Das erklärte Ziel des Abfallwirtschaftsverbandes Villach ist es, die derzeitige Sammelquote von 70 Prozent bis 2027 auf 90 Prozent zu steigern. „Villach ist auf einem guten Weg“, erklärt Disho, „und mit dem neuen Pfandsystem sowie den Aufklärungskampagnen hoffen wir, noch mehr Menschen für richtige Mülltrennung und Recycling zu sensibilisieren.“