Faul, frech, aufmüpfig, egoistisch, handysüchtig und realitätsfern – wenn die älteren Generationen Vorurteile gegenüber den jüngeren Jahrgängen haben, den Lebensstil der Jugendlichen nicht akzeptieren oder deren Handlungen stark kritisieren, wird dieses Unverständnis als „Generationenkonflikt“ bezeichnet. Ein Phänomen, das auch umgekehrt eintreten kann. Das Verhalten von Eltern und Großeltern wird als altmodisch und streng wahrgenommen.
Doch worauf lässt sich diese gegenseitige Verständnislosigkeit zurückführen? In den sozialen Medien sind Begriffe wie „Babyboomer“ und „Millennial“ allgegenwärtig, doch im Alltag kennt diese Wörter kaum jemand.
Alle 15 Jahre gibt es einen Generationenwechsel
Seit 1950 gibt es fünf Generationen, die jeweils eine Zeitspanne von 15 Jahren umfassen. Die „Babyboomer“ sind Personen, die zwischen 1950 und 1965, sprich in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg und während des sogenannten „Pillenknicks“ geboren wurden. Darauf folgt die „Generation X“ (1965-1980). Mit dem schnellen Fortschritt der digitalen Welt wuchsen die „Millennials“ – auch bekannt als „Generation Y“ - auf. Die zwischen 1980 und 1995 Geborenen legen Wert auf das Gleichgewicht zwischen ihrer Arbeit und dem Privatleben und haben eine starke digitale Affinität.
Als erste Generation wurde „Gen Z“ (1995-2010) mit den Vor- und Nachteilen der sozialen Medien konfrontiert. Dies geht mit zahlreichen Vorurteilen einher - die Jugendlichen würden ihre Freizeit nur vor Bildschirmen verbringen, jedem beliebigen Trend folgen und die Aussagen von bekannten Internetpersönlichkeiten nicht hinterfragen. Mit diesen Stereotypen sieht sich auch die „Generation Alpha“ (2010-2025) konfrontiert.
Wie sieht die Generation der Zukunft aus?
Auf sie wird die „Generation Beta“ folgen. Aktuelle Entwicklungen zeigen, dass ihre Jugend von Künstlicher Intelligenz und neuen Technologien geprägt sein wird, was gesellschaftliche Veränderungen mit sich bringt und den Generationenkonflikt nochmals verschärfen könnte. Junge Menschen müssen sich unter anderem auf neue Berufsfelder, moderne Formen der Kommunikation und die Auswirkungen der Klima- und Umweltkrise einstellen. Demnach ist es entscheidend, dass sie dieser neuen Realität flexibel, lernbereit und verantwortungsbewusst gegenübertreten und ihre Zukunft nicht nur technologisch, sondern menschlich gestalten. Dies setzt eine gelungene und respektvolle Zusammenarbeit voraus – egal, welcher Generation man angehört.