Innerhalb kurzer Zeit ereigneten sich in Friesach und Umgebung zwei Vorfälle, die die schlimmsten Albträume bei Eltern wecken dürften. Zunächst wurde eine elfjährige Schülerin der Mittelschule (MS) Friesach von einem Mann in St. Salvator in der Nähe ihres Wohnortes angesprochen. „Er hat ihr gesagt, er kenne ihre Mutter gut und diese habe ihn gebeten, er solle sie nach Hause fahren“, schildert MS-Direktor Harald Klogger den Vorfall.

Mit diesem Schreiben warnt Klogger die Eltern
Mit diesem Schreiben warnt Klogger die Eltern © Screenshot/Instagram

Dieses Ereignis habe die Schule in weiterer Folge zum Anlass genommen, die Kinder zu sensibilisieren. „Wir haben ihnen klargemacht, dass sie niemals zu Fremden ins Auto steigen dürfen“, betont Klogger. Wenige Tage später kam es zu einem zweiten Fall: In Friesach war ein zwölfjähriger Bub auf dem Heimweg, als er von einer Frau in einem dunklen VW Sharan angesprochen wurde. „Die Frau war zwischen 50 und 60 Jahre alt und hat dem Jungen angeboten, ihn nach Hause zu fahren. Er müsse ihr dafür nur den Weg beschreiben.“

Polizei ermittelt

Während das Mädchen laut dem Direktor kaum Angaben hinsichtlich des Fahrzeugs machen konnte, habe sich der Bub „zumindest die Autotype gemerkt. Das Problem ist, das Kennzeichen merken sich die Kinder in der Eile leider nicht.“ Klogger habe sofort eine Elternaussendung veröffentlicht: „Wir bringen das Thema auch in der Schule zur Sprache, aber es ist auch Aufgabe der Eltern, ihre Kinder diesbezüglich zu instruieren. Es ist ein ernstzunehmendes Problem.“

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MS Friesach-Direktor Harald Klogger © Gert Köstinger

Beide Fälle wurden zur Anzeige bei der Polizeiinspektion Friesach gebracht, das bestätigt die Exekutive. Hinweise gebe es aktuell noch keine. „Wir nehmen das ernst, müssen aber noch ermitteln, inwieweit die Vorfälle wirklich so stattgefunden haben. Fakt ist, die Kinder haben es so wahrgenommen, wir müssen nun beobachten, ob so etwas öfter vorkommt“, heißt es vonseiten der Polizei. Dass die Kinder lügen, glaubt Klogger nicht: „Beide sind vertrauenswürdige Schüler.“

Beide Kinder haben übrigens vorbildlich reagiert und sind nicht zu den Fremden ins Auto gestiegen.