Hinter der sagenumwobenen Gestalt des Thurntaler Urban steckt eine reale Person und ein Schicksal, das bis ins kleinste Detail in den Prozessakten von 1637 dokumentiert ist. In ihrem Vortrag „Hexenwahn“ging Monika Reindl auf die Lebensgeschichte des Urban Pichler und seiner „Konsortin“ Ursula ein. Mehrere Monate dauerte der Prozess um vermutliche Wettermacherei. Vermerkt sind auch zahlreiche Verhöre, die auf der Burg Heinfels stattfanden. Zwölf Geschworene verurteilten schließlich das Paar zum Tod auf dem Scheiterhaufen bei der Richtstätte im nahen Winnebach. „Bemerkenswert ist, dass die Hexenverfolgung und der Vorwurf der Zauberei sowohl Männer als auch Frauen fast zu gleichen Teilen betraf“, hält Reindl fest und bezieht sich hier auf die umfangreichen Forschungsarbeit von Hansjörg Rabanser, festgehalten in seinem Buch „Hexenwahn – Schicksale und Hintergründe“.
Burg Heinfels
Den Geheimnissen vergangener Zeiten auf der Spur
Die erstmals auf Burg Heinfels veranstalteten „Kulturdialoge“ beschäftigten sich rund um Themen der Hexenverfolgung in Tirol, die Macht des Heiligen oder die vergessene Kunst des Blaufärbens.
© Peter Leiter