Kürzlich fand nach zweieinhalb Jahren intensiver Arbeit die Abschlussveranstaltung zum Projekt Hospizkultur und Palliative Care (HPC mobil) des Sozialsprengels Defereggental-Kals und der Tiroler Hospizgemeinschaft im Kultursaal Hopfgarten statt. In seiner Ansprache durfte Markus Tönig neben dem gesamten Team einige Vorstandsmitglieder, ehrenamtliche Helfer, Palliativarzt Clemens Skrabal, zahlreiche Vertreter der drei teilnehmenden Sozialsprengel aus Nordtirol, sowie interessierte Kollegen einiger Osttiroler Sprengel begrüßen. Zum Abschluss des Projekts überreichten die Projektleiter Gabi Ziller und Philip Moll von der Tiroler Hospizgemeinschaft dem Sozialsprengel Defereggental-Kals ein Zertifikat und blickten auf die erfolgreiche Zusammenarbeit zurück.

Ziel des Projektes ist es, die Hospizkultur und Palliativpflege in der mobilen Pflege zu etablieren. Gemäß dem Slogan „Sterben daheim, du bist nicht allein“, wurde eine Organisationskultur entwickelt, die für die Betreuung und Begleitung von Menschen in der letzten Lebensphase förderlich ist. Zeitgleich werden Angehörige begleitet und unterstützt.

Für das Projekt wurde ein Zertifikat übergeben
Für das Projekt wurde ein Zertifikat übergeben © Sozial- und Gesundheitssprengel Defereggental-Kals

Klienten, Angehörige und Mitarbeiter arbeiten zusammen

Um dies besser ermöglichen zu können, wurde der Vorsorgedialog etabliert. Neun Mitarbeiter und sechs Ärzte haben die nötige Schulung absolviert. Der Vorsorgedialog ist ein Gespräch, in dem es um den Willen des Klienten geht. Das Ergebnis bildet unter anderem eine Entscheidungsgrundlage für Ärzte und Pflegepersonal im Krisenfall. Mittlerweile wurden zahlreiche Vorsorgedialoge in der Praxis umgesetzt. Auch die Sinneskiste mit verschiedenen ätherischen Ölen, einer Gebetskarte und einem handgenähten Engel findet Anwendung.

Spirituelle Begleitung und Abschiedsrituale sind zwei weitere Arbeitspakete. Texte, Gebete, Weihwasser, Rosenkränze, Kerzen oder auch ein Kummerkasten können eine wertvolle Hilfe beim bewussten Abschiednehmen sein. Was dem Team während der Projektphase ebenfalls bewusst wurde, ist, dass Selbstfürsorge eine essenzielle Voraussetzung für gute Arbeit ist. Wenn sich Mitarbeiter wohl fühlen, können sie Herausforderungen im Arbeitsalltag besser bewältigen. Deshalb setzt die Organisation mit Supervision, Betriebsausflügen, Weihnachts- und Geburtstagsschenken, gemeinsamen Aktivitäten auf Team-Building. Um die Nachhaltigkeit dieser ganzen Arbeit auch nach Ablauf des Projektes zu gewährleisten, hat sich ein Team aus vier Mitarbeitern bereiterklärt, dafür zu sorgen, dass Hospizkultur und Palliative Care im Sprengel Defereggental-Kals weiter praktiziert wird.