Die Arbeit von Frauen in der zeitgenössischen bildenden Kunst in Tirol aufzeigen – das ist die Intention der vom Land Tirol geförderten Publikationsreihe kunst.perspektiven.tirol. Der erste Band wurde am Dienstag im Taxipalais Kunsthalle Tirol vorgestellt. Im Fokus: Rosmarie Lukasser und ihre künstlerische Auseinandersetzung mit der „Netzzeit“.

„Zeitgenössische bildende Kunst spiegelt unsere Gegenwart wider und eröffnet neue Perspektiven. Es ist uns ein Anliegen, die Vielfalt dieses Kunstschaffens stärker sichtbar zu machen. Was eignet sich hier besser, als eine Buchreihe, um auf das breite Spektrum kreativen Schaffens, insbesondere jenes von Frauen, aufmerksam zu machen“, sagt Kulturreferent Landeshauptmann Anton Mattle und verweist darauf, dass Frauen die Gegenwartskunst in Tirol auf besondere Weise prägen: „Sie erzählen Geschichten neu, greifen wichtige gesellschaftliche Themen auf und schaffen eindrucksvolle Bilder, die weit über Tirols Grenzen hinaus wahrgenommen werden“. Mattle gratuliert sowohl der Künstlerin zu ihrer beeindruckenden Arbeit als auch der Herausgeberin Silvia Höller sowie dem Verleger Michael Rainer vom Verlag „Simply Books“ zur gelungenen Erstausgabe.

Lukasser arbeitet an einer Terrakotta-Figur
Lukasser arbeitet an einer Terrakotta-Figur © Helena Sekot

Im Zentrum kunst.perspektiven.tirol stehen die spezifischen Wahrnehmungsperspektiven, Geschichten und Bildwelten junger Künstlerinnen. Das Programm und die Auswahl der Begleittexte werden von der Herausgeberin Silvia Höller kuratiert: „Das Projekt versteht sich als offener Raum, der auch queeren und non-binären Positionen Sichtbarkeit gibt. Maßgeblich vom Land Tirol unterstützt, rückt die Reihe künstlerische Praktiken in den Fokus, die biografisch in Tirol verankert sind und zugleich einen erweiterten, internationalen Resonanzraum suchen.“

Wie formt digitale Vernetzung die Menschen?

Den Auftakt macht Rosmarie Lukasser, die 1981 in Lienz geboren ist und aktuell in Wien lebt. Einer ihrer zentralen Ausgangspunkte ist die Frage, wie die allgegenwärtige digitale Vernetzung das Verhalten und das Selbstverständnis der Menschen formt. Mit bewusst analogen, vor allem bildhauerischen Mitteln nähert sie sich dem  Im‑Netz‑Sein. In ihren Arbeiten treffen technologische Kühle und körperliche Präsenz aufeinander – unsichtbare Datenströme werden zu physischen, räumlich erfahrbaren Strukturen. Im Rahmen von Performances öffnet die Künstlerin auch Diskussionsräume jenseits digitaler Plattformen. Die Publikationsreihe wird im Verlag „Simply Books“ erscheinen. „Rosmarie Lukasser“, der erste Band der neuen Publikationsreihe kunst.perspektiven.tirol, ist im SIMB Verlag um 19,90 Euro erhältlich.