Alle zwei Jahre sorgten die Ski-Damen des FIS-Weltcups am Lienzer Hochstein für Hochstimmung – zuletzt im Dezember 2023. Dass dem heuer nicht mehr so sein wird, stand im Prinzip schon lange fest. Mit dem Aus für den Skibetrieb am Lienzer Haus- und Sportberg war das Ende der, bei den Skirennläuferinnen rund um Lienz-Seriensiegerin Mikaela Shiffrin beliebten, Slalom- und Riesentorlaufwettbewerbe unausweichlich.

Zwar gab es Bestrebungen der Verantwortlichen rund um den austragenden Skiclub Lienz, der für seine Arbeit stets größtes Lob erfuhr, und den Lienzer Bergbahnen, den Weltcup am Zettersfeld auszutragen, dem schob der Skiweltverband FIS aber einen Riegel vor. Eine Ortbegehung mit Generalsekretär Christian Scherer, ein Osttiroler aus Obertilliach, brachte schnell zutage, dass die logistischen Voraussetzungen am Zettersfeld zwar ideal für den Sonnenskilauf oder auch für Events der Masters-Klasse sind, nicht jedoch für ein Profiskirennen.

Theurls Vorstoß kam wohl zu spät

Letzte Hoffnung für alle Osttiroler Weltcup-Befürworter kam auf, als sich Tourismusverband-Obmann Franz Theurl in quasi letzter Minute die Idee ersann, die erste Sektion des Hochsteins noch einmal im Winter zu öffnen: für den vertraglich der FIS zugesagten Weltcup 2025 sowie als permanente Trainingsstrecke für die weibliche Rennelite im Vorfeld der Olympischen Rennen 2026 im nicht weit entfernten Cortina d‘Ampezzo. Durchaus ein Vorschlag zum Nachdenken, den Bürgermeisterin Elisabeth Blanik jedoch als „absurd“ abkanzelte – was dann schließlich die FIS-Verantwortlichen endgültig entnervte.

Auf Nachfrage der Kleinen Zeitung erklärte Scherer: „Wir brauchen Planungssicherheit. Die Umstände lassen eine Austragung am Hochstein in Lienz offensichtlich nicht mehr zu. Es ist für uns und unsere Freunde in Lienz keine einfache Entscheidung. Aber man muss die Fakten anerkennen.“

TVB-Obmann Franz Theurl kämpfte noch lange um den Austragungsort Lienz
TVB-Obmann Franz Theurl kämpfte noch lange um den Austragungsort Lienz © Christoph Blassnig

Nun steht der Nachfolgeort fest. Laut Ski Austria (ÖSV) gab es drei Interessenten. Dass die Funktionäre nach dem Zank um den Hochstein nun die sicherste Variante wählten, wundert kaum. Der offizielle Rennkalender sagt: Am 28. und 29. Dezember gehen die Frauen am Semmering, mit dem sich Lienz bisher im Zwei-Jahres-Turnus abwechselte, an den Start.