In der Coronazeit erhielt der Betreiber der Mausefalle noch Förderungen, vor zwei Jahren erfolgte dann die Schließung. 22 Jahre lang haben die Gäste in dem Tanztempel in Nußdorf-Debant bis in die Morgenstunden ausgelassen gefeiert. „Ausschlaggebend war die wirtschaftliche Lage“, erzählte Gerald Schwaiger, der mit seiner RG Gastro GmbH seit 2011 die Mausefalle betrieb, der Kleinen Zeitung anlässlich der Schließung. Der gebürtige Kufsteiner war bereits Anfang der 2000er Jahre als Betriebsleiter für die Mausefalle Lienz zuständig. Zuletzt hatte die „Falle“ nur noch samstags geöffnet. „Bei fünf Gästen wird es wirtschaftlich schwierig.“
Die Inhaberfamilie um Diogenes-Geschäftsführer Helmut Pramstaller bietet nun das gesamte Inventar auf der Internet-Verkaufsplattform willhaben.at zum Paketpreis von 55.000 Euro an. Zum Angebot gehören alle vier Barbereiche mitsamt den Kühlpulten und Gläserspülern, eine 300-Liter-Eiswürfelmaschine, die verbliebenen Licht- und Beschallungsanlagen, eine professionelle Lüftungsanlage mit 14.000 Kubikmetern pro Stunde Umwälzungsvermögen, vier TV-Geräte, Büroeinrichtung, sämtliche Gläser und vieles mehr.
Der Käufer des Inventars benötigt Platz:
Die Nachnutzung der 700 Quadratmeter großen Fläche ist noch offen
„Alles muss raus“, erklärt Helmut Pramstaller. „Wir bauen um.“ Nach zwei Jahren Stillstand soll das Gebäude wieder einer Nutzung zugeführt werden. Es ist eine Kernsanierung geplant. „Der Umfang der notwendigen Arbeiten wird je nach Verwendung unterschiedlich ausfallen“, sagt der Unternehmer. Im gesamten Untergeschoß befindet sich ein Werkzeug-Fachhandel, der im Obergeschoß zusätzlich ein Ofenstudio eingerichtet hat. Alle anderen Flächen im Ausmaß von rund 700 Quadratmetern im ersten Stock können völlig neu gestaltet werden.
„Vorstellbar sind für mich eine Arztpraxis, Verkaufs- oder Büroflächen“, streckt Pramstaller die Fühler nach Mietern aus. Weil der Zugang in das Obergeschoß bisher ausschließlich über im Freien liegende, überdachte Stiegen erschlossen ist, könnte der Bau eines Personenaufzuges notwendig werden. Pramstaller zeigt sich da großzügig: „Kein Problem, das ist in Abstimmung mit möglichen Interessenten keine aufwändige Sache.“
Bürgermeister Andreas Pfurner stellt fest, dass für die beiden Geschoße des Gebäudes unterschiedliche Widmungen vorliegen. „Die Widmung ist sicher kein Problem, je nachdem, welche Nutzung vorgesehen ist. Auch baurechtlich wird die Gemeinde die zukünftigen Gegebenheiten sicher unterstützen.“