Laut einer UN-Studie hat jede dritte Frau weltweit in ihrem Leben bereits körperliche oder sexuelle Gewalt erlebt, das sind eine Milliarde Frauen. „Eine Milliarde, die aufsteht“ symbolisiert daher der „One Billion Rising Day“, auch bekannt als „V-Day“ (für Victory, Valentine oder Vagina). Ins Leben gerufen wurde der Aktionstag 2012 von der US-amerikanischen Künstlerin und Feministin Eve Ensler. Seitdem tanzen weltweit und natürlich ebenso in ganz Österreich Mädchen und Frauen am 14. Februar, um gegen die Gewalt ein Zeichen zu setzen.
Die Innenstadt von Lienz war ebenfalls wieder Schauplatz der Aufführung. Unter der künstlerischen Leitung von Teresa Schneider von „Tanz Art Tirol“ führten über 40 Mädchen und Frauen den Tanz „Break the Chain“ auf, der den „One Billion Rising Day“ begleitet. Eingeleitet wurde die Veranstaltung von Ausschnitten eines Poetry-Slam-Workshops der Osttiroler Künstlerin Anna Lukasser-Weitlaner, die zurzeit als Autorin des Musicals „Skiverliebt“ anlässlich der Ski-WM in Saalbach von sich reden macht.
In einer kurzen Rede erklärten Sabine Unterweger und Caroline Rainer vom Frauenzentrum Osttirol, dass Gewalt an Mädchen und Frauen „die größte Menschenrechtsverletzung weltweit“ darstellt. Auch Bürgermeisterin Elisabeth Blanik schaute sich die Aktion an und gratulierte den Tänzerinnen: „Das war super gemacht. Danke fürs Einüben und dass ihr hier in der Stadt zeigt, wie präsent ihr beim Thema Gewalt an Frauen seid, und dass ihr dagegen aufsteht.“ Blanik wies jedoch vor allem darauf hin, dass dieses Thema alle betrifft: „Eine Milliarde Frauen, das klingt so abstrakt. Aber Gewalt an Frauen ist mitten unter uns alltäglich, es betrifft Frauen in Lienz, Frauen im Bezirk. Dieses Bewusstsein ist wichtig, daher gilt ‚Augen auf‘ für uns alle.“
Wer den Tanz verpasst hat, bekommt in der Kärntner Nachbarschaft weitere Möglichkeiten. Hier findet die Aktion verteilt auf vier Termine in Völkermarkt, Klagenfurt, Villach und Spittal statt.