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ZweitwohnsitzeGemeinderäte schützen Ort vor Spekulanten

Vorreiter in Sachen Raumplanung: Nach Velden hat jetzt auch Millstatt strenge Richtlinien für Neubauten. Grünraum muss bleiben.

Millstatt am See
In Millstatt wird zukünftig streng darauf geachtet, wie und wo gebaut werden darf. Grünräume müssen erhalten bleiben © Nunner
 

Welche Instrumente hat eine Gemeinde zur Verfügung, um den Wildwuchs von Zweitwohnsitzen hintan zu halten? Mit dieser Fragestellung war die Marktgemeinde Millstatt in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder befasst, bis es vor zwei Jahren zu einem Baustopp für die seenahen Gemeindeteile in der Tourismusgemeinde kam. "Wir mussten uns eine Atempause verschaffen. Vor allem im Zentrum von Millstatt wuchsen Appartementhäuser wie Schwammerln aus dem Boden", erinnert sich Bürgermeister Johann Schuster (SPÖ) an großen Druck vonseiten der Bauwirtschaft. Zwei Jahre, 17 Sitzungen und unzählige Besprechungen später wurde Mittwochabend ein zukunftsweisender Bebauungsplan für das Gemeindegebiet sowie ein um noch vieles strenger formulierter Teilbebauungsplan für die Ufer-Ortschaften Lechnerschaft, Millstatt, Pesenthein und Dellach am Millstätter See präsentiert.

Kommentare (2)

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ErichGolger
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Gemeinderäte schützen Millstatt vor Spekulanten


Ein gewaltiger Schritt in die richtige Richtung!

Leider haben nicht alle Verantwortlichen ab dem 20.09.2018, als der Gemeinderat die 2-jährige Bausperre beschlossen hat, den Willen der Gemeindevertreter respektiert.

Gerade der mit dem Wahlversprechen, in seiner Amtsperiode den Großbauvorhaben der Bauträger entschieden entgegenzuwirken, angetretene Bürgermeister hat noch am 28.09.2018 den Baubescheid für die monströse Luxuswohnanlage mit 28 Eigentumswohnungen in der Alexanderhofsiedlung unterschrieben. Sämtliche Einsprüche, auch berechtigte, wurden abgewürgt und der Bau mit all seinen Abweichungen vom Baubescheid wird durchgezogen.

Es bleibt zu hoffen, dass mit dem neuen Bebauungsplan zukünftig den Mitbürgern solcherlei Unfug erspart bleibt.

Lieserschlucht
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Wie wahr, Herr Golger!

Diese grausige Krätze mit 28 Eigentumswohnungen in der Alexanderhofsiedlung ist schon jetzt, noch vor Fertigstellung, eine Augenkrankheit. Wer wird diese 28 Betonbunker denn kaufen?
Für Einheimische, auch wenn sie sich's leisten könnten, ist diese Hässlichkeit unzumutbar; zu sehr hängen sie an heimeligen Bauten mit viel Holz und alpinen Dächern, die sich harmonisch in die heimatliche Landschaft schmiegen.
Wer also wird diese Knastzellen mit "Seeblick" erwerben? Spekulanten, die sich vom derzeitigen Immo-Fieber fetten Gewinn erwarten — und dort maximal 3 Wochen p.a. absteigen, den Kofferraum prall gefüllt mit Aldi-Konserven, von denen nicht einmal der einheimische Greißler was hat, geschweige denn die Gastronomie.
Fremdkörper sind das, ebenso wie diese Brechreiz-Architektur.