Wie sich die Kärntner Führungskräfte zur Dickpic-Affäre äußern werden, wurde bei der Bezirksversammlung des Roten Kreuzes Spittal mit Spannung erwartet. Präsident Martin Pirz riss diese kurz an und betonte, dass mit der Suspendierung der beiden Beteiligten die richtigen Schritte gesetzt wurden und versprach, dass sie nie wieder beim Roten Kreuz arbeiten werden. Er appellierte an die Mitglieder, dass nun wieder Ruhe einkehren müsse und sich alle auf die Werte des Roten Kreuzes besinnen mögen. 

Im Rahmen der Versammlung wurde seitens des Präsidiums vor 60 Delegierten die stolze Bilanz aller Ortsstellen mit 592 Mitarbeitenden präsentiert. Hauptamtliche und Freiwillige leisteten 2024 gesamt 278.838 Einsatzstunden. Jene 72.000 Stunden, welche von den 488 Freiwilligen im Bezirk verrichtet wurden, bedeuten 20 Prozent des kärntenweiten Ausmaßes. Umgerechnet haben die Mitarbeitenden mit ihren 48 Fahrzeugen 670 Mal die Außengrenze Österreichs umrundet.

Präsident Martin Pirz: „Die beiden Beteiligten werden nie wieder beim Roten Kreuz arbeiten.“
Präsident Martin Pirz: „Die beiden Beteiligten werden nie wieder beim Roten Kreuz arbeiten.“ © Willi Pleschberger

Ehrengäste und lobende Worte

Diese Bilanz präsentierte der interimistische Bezirksstellenleiter Martin Klar, der unter den Ehrengästen Landtagsabgeordnete Marika Lagger-Pöllinger, den stellvertretenden Bezirkshauptmann Oliver Hanke, Oberst Udo Hofer (Bundesheer), Major Hannes Micheler und Chefinspektor Hans Ramsbacher (beide Polizei), Michael Unterlerchner (Bergrettung) begrüßen konnte. Sie alle bedankten sich beim Roten Kreuz für die gute Zusammenarbeit innerhalb der Blaulichtorganisationen. Aus Klagenfurt sind neben Präsident Martin Pirz auch seine Stellvertreterinnen Christina Summerer und Brigitte Pekastnig sowie Roland Peters und Landesgeschäftsführer Klaus Pabautz gekommen.

„Ist es in unserer Gesellschaft selbstverständlich, dass Hilfe kommt, wenn man 144 ruft? Ist es nicht! Die freiwilligen Helfer tragen mit 72.000 geleisteten Stunden das System und leisten Beachtliches. Jugendgruppen in Spittal, Gmünd und Radenthein sind unsere Zukunftshoffnung“, betonte Klar.

Neuer Bezirksrettungskommandant

Zum neuen Bezirksrettungskommandant wurde Patrick Reichnach befördert. Seine Stellvertreter sind Eduard Brachmaier und Christine Pichler. Auch zahlreiche Beförderungen und Ehrungen wurden vorgenommen. Präsident Martin Pirz ging in seiner Rede auf das aufregende Jahr 2024 ein. Die neuen Uniformen wurden rasch ausgerollt, und eine Digitalisierungsoffensive bei Dienstplänen und Transportberichten wurde gestartet. Kärnten sei aber auch mit dem neuen System von Tele-Notarzt und der Tele-Medizin ein Vorreiter.  

Christine Pichler, Patrick Reichnach und Eduard Brachmaier
Christine Pichler, Patrick Reichnach und Eduard Brachmaier © Willi Pleschberger

Pirz sprach aber auch die ernste finanzielle Lage der Organisation an: „Der Rettungsdienst ist unterfinanziert. 2023 gab es hier fünf Millionen Euro Abgang, 2024 sogar acht Millionen Euro. Das, was wir leisten, wird nicht gebührend bezahlt. Wir müssen die Spenden nutzen, um den Abgang beim Krankentransport abzufangen.“ Als Lösungsvorschläge forderte er eine Tourismusabgabe von einem Euro pro Nächtigung für das Rote Kreuz und interne Analysen der Ausgabenstruktur.

Wer neuer Bezirksstellenleiter wird, ist noch offen. Martin Klar sagte, dass es dem Roten Kreuz ein großes Anliegen sei, eine stabile und verantwortungsvolle Übergangsphase sicherzustellen: „Eine sofortige Neuwahl der Bezirksstellenleitung ist nicht vorgesehen. Derzeit wird intensiv daran gearbeitet, ein geeignetes und tragfähiges Leitungsteam für die Zukunft zu finden.“ Die Wahl werde zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.