„Es wird quasi ein neuer Ortsteil.“ So beschreibt Roland Kleinszig als Amtsleiter von Frantschach-St. Gertraud ein neues Wohnprojekt, für das die Gemeinde die nötigen Grundstücke im Gesamtausmaß von 2272 Quadratmeter gekauft hat. Jenes, auf dem das seit zehn Jahren leerstehende Haus des damaligen praktischen Arztes Hubert Buchhäusl steht und nun abgerissen wird – sowie das direkt angrenzende Grundstück mit dem öffentlichen Spielplatz.
Die Baustelle in diesem Bereich hat bereits mit dem geplanten Wohnprojekt zu tun: Das bestehende Kanalnetz wird in diesem Bereich erweitert. Die Gemeinde investiert rund 70.000 Euro in dieses Bauvorhaben. Für das Wohnprojekt selbst hat die Gemeinde der „Landeswohnbau Kärnten“ das Baurecht zur Verfügung gestellt. Wie viel die Genossenschaft investieren wird, ist noch offen, da die Ausschreibungen erst erfolgen.
Anstelle der ehemaligen Arzt-Praxis wird ein Neubau mit neun Wohnungen samt großen Terrassen und einer Tiefgarage entstehen, wobei die Mietwohnungen zwischen 55 und 75 Quadratmeter groß sein werden. „Der öffentliche Spielplatz mit an den Neubau angebauten Pergolen und einer Kletterwand kann von allen Gemeindebürgern und Kindern genutzt werden und soll ein zentraler Treffpunkt für Familien mit Kindern in der Gemeinde werden“, erklärt Architekt Heinz Petschenig.
Kleinszig hofft auf einen Baustart im Herbst, nach einer zweijährigen Bauzeit ist mit der Fertigstellung zu rechnen. Ist der Neubau erst einmal fertig, wird das nächste große Projekt in Angriff genommen: Die Wohnhäuser mit den Hausnummern St. Gertraud 53, 54 und 55 südlich des „Nah&Frisch“-Marktes werden generalsaniert. „Es wird kein Stein auf dem anderen bleiben. Diese drei Objekte mit den 24 Bestandswohnungen, die Anfang der 60er-Jahre gebaut wurden, werden komplett entkernt. Außer dem Rohbau bleibt nichts vom Haus erhalten. Die Bausubstanz ist grundsätzlich in Ordnung, aber die Leitungen sind veraltet“, erklärt Kleinszig und fügt hinzu: „Es wird nichts bleiben, wie es jetzt ist, auch nicht die Wohnungsgrößen, die wird dann je nach Bedarf anbieten werden. Wahrscheinlich zwischen 50 und 110 Quadratmeter, aber das ist dann noch Gegenstand der Feinplanung. Und nachdem das Satteldach zu einem Flachdach wird, wird der Gebäudekomplex niedriger sein als jetzt.“ Die Objekte werden auch thermisch saniert und die Balkone südseitig saniert, um mehr Wohnraum zu erhalten.
Und wo sollen die Mieter der Hausnummern 53 bis 55 während der Kernsanierung hin? „Dafür wird der Neubau errichtet. Sobald dieser fertig ist, kann ein Teil der Mieter in den Neubau ziehen, damit eines der alten Wohnhäuser frei wird zum Sanieren. Ist das erste Wohnhaus fertig kernsaniert, können Mieter von Wohnhaus 2 dort hinziehen und so weiter“, erklärt Kleinszig, der die Zeitspanne der groß angelegten Kernsanierung mit fünf Jahren beziffert.
Tiefgarage für 25 Autos
Auch die Kernsanierung wird die Genossenschaft „Landeswohnbau Kärnten“ übernehmen, das Vergaberecht der Mietwohnungen bleibt bei der Gemeinde. Die Bestandswohnungen werden dann barrierefrei sein, weil Lifte eingebaut werden. Auch die Sanitäranlagen sind barrierefrei geplant. Nachdem es in diesem Bereich kaum Parkplätze gibt, wird es in der Tiefgarage zwischen Neubau und den Bestandsobjekten auch Stellplätze für die Bestandswohnungen geben. Insgesamt sollen 24 Stellplätze in der Tiefgarage zur Verfügung stehen. Die Fläche über der Tiefgarage wird als Grünerholungsbereich beziehungsweise als Vorgärten nutzbar sein. Bei den Bestandswohnungen werden zusätzlich neun Carport-Parkplätze errichtet.