Dass es in Frantschach-St. Gertraud im Lavanttal öfter einmal stinkt, ist überregional bekannt. Das liegt an der Mondi-Papierfabrik. Bildlich zum Himmel stinkt jener Umweltskandal, der kürzlich – je nach Flussabschnitt – bis zu 99,9 Prozent des Fischbestandes der Lavant ausradierte: Ungeklärtes Industrieabwasser der Firma war in die Lavant gelangt. Unzählige Tiere erstickten qualvoll. In einer ersten Stellungnahme der Mondi hieß es, man anerkenne „die Ernsthaftigkeit des Vorfalls ausdrücklich“ und unterstütze „Maßnahmen zur Wiederherstellung der ökologischen Gesundheit des Flusses und des Fischbestands“.

Doch wie sähe es aus, würde das Unternehmen tatsächlich Verantwortung zeigen? Es muss zur „Wiedergutmachung“ jetzt umso notwendigere großräumige Renaturierungsmaßnahmen nicht nur bezahlen, sondern sich auch aktiv dafür einsetzen, sowie richtungsweisende Projekte zur Lebensraumverbesserung, wie die des Vereins Raubaum, umfangreich finanziell fördern. Allerdings bräuchte es – bei allem Schock über das Massenfischsterben an der Lavant – auch einen gesellschaftlichen Paradigmenwechsel, wie mit sensiblen aquatischen Ökosystemen umgegangen wird. Denn diese sind hochkomplex und enden nicht am Ufer.