„Ein Tag ohne Lachen und Spaß geht nicht“, sagte Bürgermeister Hannes Primus in seinem letzten Sommergespräch mit der Kleinen Zeitung im Jahr 2024. Damals wusste er bereits, dass er an einer seltenen Blutkrankheit leidet. Trotz Rückschlägen blickte er stets optimistisch und kämpferisch in die Zukunft. Hunderte Nachrichten gaben ihm nach der Diagnose Kraft.
Nur vier von 100.000 Leuten trifft diese seltene Krankheit, die nicht vererbbar ist. „Ich hatte Pech, das zu bekommen und es war ein Zufallsbefund. Eine Knochenmarktransplantation war meine einzige Chance“, so Primus. Während seiner Krankenhausaufenthalte war er mit seinen Vizebürgermeistern, den Stadträten und der Amtsleitung in Kontakt, Vizebürgermeister Alexander Radl führt seit Monaten die Amtsgeschäfte.
Am 7. Mai 2025 ist Hannes Primus nach schwerer, mit großer Würde und Mut ertragener Krankheit verstorben. Der 48-Jährige hinterlässt seine Ehefrau Andrea und drei Kinder. „In dieser schweren Zeit sind unsere tiefsten Gedanken und unser Mitgefühl vor allem bei seiner Familie. Sie verlieren nicht nur einen geliebten Ehemann und Vater, sondern auch einen Menschen, der stets mit Liebe, Fürsorge und Hingabe für sie da war“, heißt es seitens der Stadtgemeinde.
Möglichkeit der Abschiednahme
Ruhe und Verantwortungsbewusstsein
Primus Weg in die Politik war getragen vom Wunsch, etwas zu bewegen – für die Menschen in seiner Heimat. 2009 wurde er Gemeinderat in Wolfsberg, 2012 wurde er zum Bezirksparteivorsitzenden der SPÖ Wolfsberg gewählt, von 2013 bis 2018 war er Abgeordneter im Kärntner Landtag. 2020 wurde er mit 65,53 Prozent der Stimmen in das Amt des Bürgermeisters gewählt – mitten in der Corona-Pandemie. Mit Ruhe, Verantwortungsbewusstsein und einem klaren Blick führte er die Stadtgemeinde durch diese außergewöhnliche Herausforderung.
Sein viel zu früher Tod im Alter von nur 48 Jahren erschüttert. „Hannes Primus war nicht nur ein engagierter Politiker, ein leidenschaftlicher Kämpfer für seine Heimatstadt Wolfsberg und die Region Lavanttal, sondern auch ein zutiefst menschlicher, herzlicher und verlässlicher Freund“, so Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) in einer ersten Reaktion. Kaiser würdigt Primus als „klare Stimme für soziale Gerechtigkeit, für kommunale Stärke und für den respektvollen Umgang mit allen Menschen – unabhängig von Herkunft, Alter oder sozialem Status“. Seine Politik war getragen von Handschlagqualität, Bodenständigkeit und einer tiefen Verbundenheit zu den Menschen seiner Heimat. „Die Kärntner Sozialdemokratie und das gesamte Land verlieren mit Hannes Primus einen Menschen, der mit seiner Energie, seiner Herzenswärme und seiner Überzeugung bleibende Spuren hinterlässt. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.“
SPÖ-Landesrat Daniel Fellner trauert mit den Worten: „Ich bin tief traurig. Hannes war nicht nur eine große Persönlichkeit in unserer Region – er war mein Freund. Ein Mensch mit echtem Herzen, mit Haltung, mit Humor. Jemand, der zuhören konnte. Der verstanden hat, was es heißt, für andere da zu sein. Und der es gelebt hat – Tag für Tag. Unsere Gespräche, seine Ratschläge, seine Wärme – all das hat mich über viele Jahre begleitet. Wir sind gemeinsam durch Höhen und Tiefen gegangen. Hannes war für mich viel mehr als ein politischer Mitstreiter. Er war einer der Menschen, denen ich blind vertrauen konnte.“
„Er war für Menschen da“
Zahlreiche Vereine drücken ebenfalls ihre Bestürzung und Anteilnahme aus. Inzwischen wurden nicht nur in der ganzen Wolfsberger Innenstadt schwarze Fahnen gehisst, auch in den Nachbargemeinden wurde das Zeichen der Anteilnahme gesetzt. Alle Rathäuser und Gemeindeämter des Lavanttals sind bis zum Begräbnistag schwarz beflaggt.
Mit Hannes Primus hat nicht nur die Stadtgemeinde Wolfsberg ihr Oberhaupt, sondern auch die Region Lavanttal ihren Vorsitzenden verloren. Nachdem Hannes Primus sein Amt als Bürgermeister angetreten hatte, wurde er zum Vorsitzenden der RML Regionalmanagement Lavanttal GmbH gewählt. „In seiner unverwechselbaren Art und Weise hat er sich nicht nur für die Interessen seiner Stadtgemeinde, sondern auch mit viel Herzblut für alle gesamtregionalen Interessen des Lavanttals eingesetzt. In dieser Rolle war er eine starke Stimme der Region, wenn es darum ging unsere Anliegen nach außen zu vertreten, sowie ein Brückenbauer und verbindendes Element nach innen, wenn wir gefordert waren den Zusammenhalt in der Region zu stärken oder neue zukunftsweisende Projekte zu entwickeln. Beides hat er immer mit voller Kraft und Leidenschaft, gewürzt mit ausreichend Humor gemacht. Was uns allen aber besonders in Erinnerung bleiben wird, sind seine herausragenden Qualitäten als Mensch“, kondoliert das RML Regionalmanagement Lavanttal.
„Lieber Hannes, du warst laut für die Leisen und stark für die Schwachen. Du warst eine Persönlichkeit, der die Menschen liebte. Du warst ein Freund und geschätzter Bürgermeisterkollege. Danke für dein Wirken, wir werden dich stets in freundschaftlicher Erinnerung behalten.“, schreibt St. Gertrauds Bürgermeister Günther Vallant und Präsident des Kärntner Gemeindebundes. Claudia Arpa, Vizebürgermeisterin von St. Gertraud und Bundesrätin ergänzt: „Unermüdlich hast du Dich gegen Ungerechtigkeiten eingesetzt, mit klarem Kompass, großem Herzen und Entschlossenheit.
Deine Stimme, Dein Engagement und Dein besonderes Wesen haben bei uns tiefe Spuren hinterlassen.
Danke für Deine Freundschaft, Deine Haltung und Dein Sein.“
Auch in St. Andrä herrscht tiefe Trauer: „Hannes war viel mehr als ein Bürgermeister – er war ein Mensch mit großem Herzen, mit Haltung und einem feinen Gespür für das, was Menschen brauchen. Er hat Politik mit Menschlichkeit verbunden, war nahbar, verlässlich und voller Wärme“, so St. Andräs Bürgermeisterin Maria Knauder (SPÖ).
St. Pauls Bürgermeister Stefan Salzmann (SPÖ) schreibt von einem „schwarzen Tag für das Lavanttal“. „Hannes war ein Mensch mit Handschlagqualität, der in seiner Berufung als Bürgermeister von früh bis spät für die Menschen da war, mit und unter ihnen gelebt hat, und half, wo es ihm möglich war. Meine Gedanken und mein Mitgefühl sind in diesen Stunden bei seiner Familie, seinen Freunden und Verwandten“, schreibt Salzmann.
Wolfgang Gallant (WG), Bürgermeister von Lavamünd: „Hannes war ein Mensch mit Rückgrat und Herz – einer, der für seine Gemeinde gelebt und gearbeitet hat. Sein Engagement, seine Menschlichkeit und sein Einsatz für das Gemeinwohl werden unvergessen bleiben.“
Auch Christoph Kranicki, Stadtpfarrer von Wolfsberg, ist tief berührt: „Auch wenn die Hoffnung auf die Auferstehung stark in meinem Herzen verankert ist, fällt es mir unsagbar schwer, von Hannes Abschied nehmen zu müssen.“
„Handschlagqualität über die Parteigrenzen hinaus“
Auch über die Parteigrenzen hinaus herrscht tiefe Betroffenheit. Die Lavanttaler Freiheitlichen mit Bezirksparteiobmann, Nationalratsabgeordneten Christian Ragger, zeigen sich zutiefst betroffen: „Hannes Primus war nicht nur ein geschätzter Politiker, sondern auch ein Mensch, der mit seiner Geradlinigkeit und Handschlagqualität über die Parteigrenzen hinaus Anerkennung fand. Seine Fähigkeit, Brücken zu bauen und unterschiedliche Meinungen zu respektieren, machte ihn zu einem wertvollen Partner in der politischen Landschaft unserer Stadtgemeinde Wolfsberg.“
Im Namen der gesamten Grünen Fraktion drückt Michael Hirzbauer, Gemeinderat der Grünen Wolfsberg, Trauer aus: „Wir werden Hannes Primus als einen Menschen in Erinnerung behalten, der stets mit Respekt, Freundlichkeit und einem offenen Ohr auf andere zugegangen ist. Seine wertschätzende und einfühlsame Art hat einen nachhaltigen, positiven Einfluss auf das Wohl unserer Gemeinschaft in Wolfsberg und unsere Arbeit im Gemeinderat hinterlassen. Im Namen der gesamten Grünen Fraktion möchten wir der Familie unser tiefstes Beileid aussprechen. Unsere Gedanken sind in dieser schweren Zeit bei ihr.“
Die Volkspartei kondoliert mit den Worten: „Hannes Primus war ein engagierter und leidenschaftlicher Bürgermeister, der sich mit vollem Herzen für die Belange der Wolfsberger Bevölkerung eingesetzt hat. Seine Fähigkeit zur Zusammenarbeit über die Parteigrenzen hinweg haben wir sehr geschätzt.“ „Sein Verlust hinterlässt eine schmerzliche Lücke in den Herzen der Wolfsberger Bevölkerung“, so Nationalratsabgeordneter Johann Weber.
Mit großer Betroffenheit reagierte auch der Österreichische Städtebund. „Mit Hannes Primus verliert Kärnten und Österreich einen verdienstvollen Kommunalpolitiker, der sich über viele Jahre hinweg mit großer Leidenschaft und Einsatzbereitschaft für seine Heimatstadt Wolfsberg, aber auch weit darüber hinaus für die Anliegen der Gemeinden und Städte engagiert hat“, würdigt der Kärntner Städtebund-Obmann Bürgermeister Günther Albel den Verstorbenen.
„Mit Hannes Primus verlieren wir einen großen und engagierten Bürgermeister, der sich mit all seiner Tatkraft für die Bürgerinnen und Bürger einsetzte. Wolfsberg war für ihn eine Herzensangelegenheit. Auch den Anliegen des Städtebundes war er sehr verbunden, erst kürzlich war Wolfsberg Gastgeber eines Fachausschusses. Mein Mitgefühl gilt seiner Familie und seinen Freunden“, betont Städtebund-Generalsekretär Thomas Weninger.
„Hannes Primus war ein langjähriger Weggefährte im Städtebund, aber vor allem ein Freund, der sich mit großer Leidenschaft und tiefem Verantwortungsbewusstsein für das Gemeinwohl eingesetzt hat“, so Städtebund-Kärnten-Geschäftsführer Arnold Muschet.
Für die Bevölkerung wird es Möglichkeiten geben, sich von Hannes Primus zu verabschieden. Über die Details wird die Pressestelle informieren.