Zur Entlastung der Ambulanzen in den Spitälern sollen in Kärnten neben dem bestehenden in Klagenfurt vier weitere Primärversorgungszentren (PVZ) entstehen. Im Vorjahr erhielt dafür die Kärntner Landeskrankenanstalten-Betriebsgesellschaft (Kabeg) in Villach den Zuschlag. Für die geplante Primärversorgungseinheit in der Bezirkshauptstadt Wolfsberg lief die Ausschreibung – parallel zu Spittal und Völkermarkt – bis Ende Jänner.
Laut Auskunft der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK), die die Betreibersuche gemeinsam mit dem Kärntner Gesundheitsfonds (KGF) durchführt, gab es insgesamt drei Bewerberteams. „Davon hat ein Team die Bewerbung zurückgezogen“, heißt es dazu aus der ÖGK-Pressestelle. Aktuell erfolge die Prüfung zwischen den verbleibenden zwei Bewerbern, über die naturgemäß keine näheren Informationen bekannt gegeben werden. Noch im Rennen ist jedenfalls die Kabeg, die bereits im Vorjahr öffentlich ihr Interesse am Betrieb des PVZ in Wolfsberg bekundet hat. Auf Nachfrage der Kleinen Zeitung bestätigt Pressesprecherin Kerstin Wrussnig die Bewerbung der Kärntner Landeskrankenanstalten-Betriebsgesellschaft.
Amtliche Resolution verabschiedet
Am Betrieb einer Primärversorgungseinheit interessierte Ärzte gebe es laut Bürgermeisterin Maria Knauder (SPÖ) jedoch auch in St. Andrä. Dort beschloss der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig eine Resolution, die sich an die Kärntner Landesregierung, die ÖGK, die Sozialversicherung der Selbstständigen (SVS), die Versicherungsanstalt öffentlicher Bediensteter, Eisenbahnen und Bergbau (BVAEB) und den KGF richtet. „Damit wollen wir schriftlich festhalten, dass wir Interesse hätten, falls die Errichtung eines Primärversorgungszentrums in Wolfsberg nicht klappt“, sagt Knauder, die auch auf geeignete Gebäude in ihrer Stadtgemeinde verweist.
Maßgeblich für Ausschreibungen zu Primärversorgungszentren seien immer „umfassende Bedarfsanalysen“, wie die Pressestelle der Österreichischen Gesundheitskasse in ihrer Antwort auf eine frühere Anfrage bereits mitgeteilt hat. Für das Lavanttal würde nach der Bewertung der Versorgung vor Ort und der Altersstruktur der Fokus auf der Bezirkshauptstadt Wolfsberg liegen. Die Suche nach den passenden Räumlichkeiten sei Sache der Bewerberteams, die dies in ihren jeweiligen Versorgungskonzepten berücksichtigen müssten. Kriterien für die Lage seien laut ÖGK unter anderem eine gute öffentliche Verkehrsanbindung und ausreichend Parkplätze.
Mindestöffnungszeit von 45 Stunden
Zur Gründung eines Primärversorgungszentrums als Kassenvertragsstelle müssen sich mindestens zwei Allgemeinmediziner mit einer diplomierten Pflegeperson und einer Ordinationsassistenz zusammenschließen. Finanziert werden die mindestens 45 Stunden pro Woche geöffneten Gesundheitszentren, die auch die Tagesrandzeiten abdecken müssen, von den Sozialversicherungsträgern, dem Land Kärnten und dem Kärntner Gesundheitsfonds.