Für einen Wirbel sorgte anlässlich des Festaktes zu 500 Jahre Klagenfurt im Wappensaal des Landhauses der Kärntner Literat Josef Winkler, der neben der Historikerin Claudia Fräss-Ehrfeld und dem Philosophen Konrad Paul Liessmann die Festrede hielt. Winklers Feststellung, die Urne Jörg Haiders in eine bewachte Gefängniszelle zu verlegen, stieß bei den freiheitlichen Festgästen auf Unmut.

Konkret ging es dabei um diese Passage in der Rede Winklers: "... Und wenn Sie mich noch mehr reizen wollen mit Ihrer Unterstellung, daß ich, der seit einem halben Jahrhundert in diesem Land lebt, ein Kärnten-Hasser sei, dann sage ich, daß ich eigentlich dafür bin, die Urne des verstorbenen Landeshauptmannes in eine bewachte Gefängniszelle zu verlegen, denn es könnte ja sein, daß er wie ein Phönix aus seiner Asche steigt und wieder sein Unwesen treibt und als blaues Wunder verkauft, denn schon zu Lebzeiten hat er öfter gesagt: „Ich bin weg! Ich bin wieder da! Ich bin wieder weg! Und gleich wieder da!“ Einbalsamieren! Ausbalsamieren! Einbalsamieren! Ausbalsamieren! Dann bin ich wieder da! Denn ich bin die liebe Mumie und aus dem Bärental kumm i e, um eine Gedichtzeile von H. C. Artmann zu paraphrasieren."

Hier die ganze Rede zum Nachlesen.

Kritik von FPÖ und Team Kärnten

Die FPÖ mit dem Dritten Landtagspräsidenten Josef Lobnig, Vizebürgermeister Christian Scheider, Stadtrat Wolfgang Germ und der NR-Abgeordneten Sandra Wassermann zeigte sich "entsetzt von den Hasstiraden". Josef Winkler habe, so die FPÖ, den Festakt "als Bühne für eine persönliche politische Abrechnung mit den Freiheitlichen missbraucht. Es ist pietätlos, auf übelste Weise einen verstorbenen Landeshauptmann zu attackieren, zu beschimpfen und durch den Dreck zu ziehen", heißt es in einer Aussendung.

Scheider (FPÖ) zeigte sich auch im Gespräch mit der Kleinen Zeitung empört: "Für so etwas lässt man Kinder eine Stunde in der Hitze warten. Winkler hat die Stadt, das Land und einen Verstorbenen schlecht geredet." Scheider fragt sich, wer diese Rede abgesegnet hat.

Auch das Team Kärnten kritisiert Winklers Äußerungen als "pietätlos".  Winkler habe "den Bogen des Erträglichen einmal mehr weit überspannt und jede Grenze von Anstand und gutem Geschmack maßlos überschritten“, sagt Team Kärnten-Obmann LAbg. Gerhard Köfer.

Winkler ist ungerührt

Winkler zeigt sich von der Reaktion der Freiheitlichen ungerührt: "Das ist wie im Märchen mit dem Basilisken. Wenn er in den Spiegel schaut und seine eigene Grauslichkeit erkennt, erschrickt er."