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Nach For ForestAustria Klagenfurt: „Das Stadion vor dem Stadion wird die Ausnahme bleiben“

Tomislav Karajica, Eigentümer der Austria Klagenfurt, über das Ende von „For Forest“, die Pläne für ein Winterwunderland und wie man den 100. Geburtstag des Vereins im kommenden Jahr feiern will.

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PK Pressekonferenz Neuer Eigentuemer SK Austria Woerthersee Stadion Klagenfurt
Tomislav Karajica, Eigentümer der Austria Klagenfurt, © Weichselbraun
 

For Forest geht am Sonntag zu Ende. Sind Sie froh, das Stadion ab Montag wieder für die Austria zu haben?
Tomislav Karajica: Wir freuen uns auf die Rückrunde in unserem Stadion, weil wir ambitionierte Ziele haben und hoffen, dass die Klagenfurter unsere Mannschaft dabei unterstützen. Je mehr Zuschauer zu den Heimspielen kommen, desto besser ist die Stimmung. Ich finde, dass die Jungs im bisherigen Verlauf der Saison in Vorleistung getreten sind und größtmöglichen Support verdienen.

Vorerst könnte das Stadion aber noch zu einem Winterwunderland werden. Fühlen Sie sich ob solcher Aktionen gefrotzelt?
Nein, überhaupt nicht. Es ist ja in unserem Interesse, wenn Leben in der Bude ist. Wichtig ist für uns natürlich, dass der Spielbetrieb nicht beeinträchtigt wird und solche Aktionen in Absprache mit dem Verein stattfinden.

Ist das Winterwunderland mit Ihrem Verein abgesprochen?
Sagen wir es mal so: Mittlerweile sind wir über die Pläne informiert. Die Austria ist aus unserer Sicht der Leuchtturm für den Sportpark. Wir sind ein sportliches Aushängeschild für die Stadt – und so sollten wir auch wahrgenommen werden.

Zur Person

Tomislav Karajica, geb. am 30. 11. 1976 in Hamburg.
Sein Kerngeschäft sind Immobilien. Er ist unter anderem Inhaber und Gründer der Imvest-Gruppe.
Mit Home United, einem 2018 gegründeten Unternehmen, übernahm er im Februar 2019 die Austria. Weitere Beteiligungen: Edeloptics, Hauptgesellschafter des Basketballklubs Hamburg Towers, der in der deutschen Bundesliga spielt.
Sport: Karajica war Leistungssportler, zwischen 1994 und 1996 mehrfacher deutscher Karatemeister.
Elbdome: Karajica plant in Hamburg eine privat finanzierte Mehrzweckhalle für rund 7000 Zuseher.


Wie sieht Ihre For Forest Bilanz aus? Waren Sie je im Stadion?
Die Mannschaft ist in der Meisterschaft zu Hause seit 17 Spielen ungeschlagen, in diesen Zeitraum fallen auch die bisherigen fünf Partien im Karawankenblick-Stadion, in das wir ausweichen mussten. Unsere Bilanz fällt also sehr positiv aus. For Forest ist sicherlich ein einzigartiges Projekt, das auf ein für uns alle sehr wichtiges Thema aufmerksam macht. Es steht mir aber nicht zu, eine For-Forest-Bilanz zu ziehen.

Das Stadion vor dem Stadion reichte offenbar für viele Spiele aus, wird es nun häufiger zur Heimstätte der Austria?
Nein, das war die Ausnahme und so wird es auch bleiben. Das Wörthersee Stadion ist unsere Heimstätte, das Karawankenblick-Stadion benötigen wir als Trainingsplatz für die Profis sowie für unsere Amateure.

Dass der Sportpark noch nicht fertig entwickelt ist und die Austria noch weiteren Platzbedarf hat, wurde schon mehrmals gesagt. Welche Pläne haben Sie im Umfeld des Sportparks?
Fakt ist, dass wir mehr Raum benötigen, um wachsen zu können. Wir sind bei der Austria angetreten, um den Verein nach schweren Jahren aufzubauen. Wir haben investiert und schaffen Strukturen, um erfolgreichen Fußball nach Klagenfurt zu bringen. Es geht darum, die Basis zu stärken, Jungen und Mädchen aus der Region eine sportliche Heimat zu geben. Wir werden den Nachwuchs fördern, wollen eine Frauen-Mannschaft gründen. Doch dafür müssen uns Flächen zur Verfügung gestellt werden, wir benötigen weitere Fußballplätze, um die Infrastruktur ausbauen zu können.
SOCCER - 2.Liga, A.Klagenfurt vs Horn
Aktuell ist die Austria Tabellenführer in der Zweiten Liga Foto © GEPA pictures

Die ursprünglich geplante Sportherberge wird an einen anderen Platz verschoben.
Das ist uns bekannt und dazu stehen wir im Austausch mit der Stadt.

Haben Sie nun eigene Pläne für das Areal um das alte Austria Stüberl, das ja abgerissen werden soll?
Es geht uns darum, den Verein mittel- und langfristig auf stabile Beine zu stellen. Da ist die Kombination mit der Projektentwicklung für eine sehr langfristige Wertschöpfung natürlich ein Thema. Dazu gehören Trainingsmöglichkeiten, aber auch entsprechende Kabinen und Gastronomie-Angebote. Wir wollen die Austria-Familie zusammenbringen, Werte für sie schaffen. Der Nachwuchs soll auf die Profis treffen, unsere Fans ein Zuhause erhalten. Eine solche Begegnungsstätte, in der das Herz des Vereins schlägt, fehlt. Und das werden wir ändern.

Sie sprachen von Raum für Familien. Was kann man sich im Umfeld eines Fußballklubs da vorstellen?
Fußball ist ja grundsätzlich ein Thema, das generationsübergreifend verbindet. Wenn wir Begegnungsstätten haben, wo man neben Spieltagen Anlässe und eben auch speziell familienfreundliche Angebote schafft, dann kann man daraus noch viel mehr machen. Man denke an Schulprojekte und Feriencamps, wo es neben sportlichem Training auch um Aspekte wie Fairplay, Toleranz und einen respektvollen Umgang miteinander geht.

Die Stadt will vom Stadion aus eine „Sportspange“ etablieren, an deren anderem Ende ein Hallenbad steht, für das nun ein Investor oder strategischer Partner gesucht wird. Werden Sie dieser Partner sein?
Nein, ein Hallenbad passt aktuell nicht in unser Immobilien-Portfolio.

Nächstes Jahr ist es 100 Jahre her, das erstmals eine Austria Klagenfurt gegründet wurde. Mit welcher Erzählung wollen Sie an diese Tradition anknüpfen?
Wenn ich mir eine Geschichte aussuchen dürfte, dann wäre das natürlich der Aufstieg in die Bundesliga. Klagenfurt ist eine wundervolle Stadt und verdient erstklassigen Fußball.
Woerthersee Stadion
Die Ausweichstätte für die Austria soll die Ausnahme bleiben, sagt der Austria-Eigentümer Foto © Christian Reiner

Stellt die Austria den Meister-Anspruch in der Zweiten Liga?
Im Fußball helfen Ansprüche nicht weiter, da zählt allein die Leistung auf dem Platz. Wir sind zufrieden, wie sich die Mannschaft seit unserem Antritt im Frühjahr entwickelt hat. Das Trainer-Team leistet hervorragende Arbeit, die Mischung im Kader passt. Aber wir haben noch nicht einmal die Hälfte des Weges geschafft. Es mag langweilig klingen, aber wir schauen von Spiel zu Spiel.

Würde ein Aufstieg in die oberste Spielklasse am Ende der laufenden Saison die Vereinsstrukturen nicht überfordern?
Nein, ganz sicher nicht. Wenn die Mannschaft unter Beweis gestellt hat, dass sie reif für den Aufstieg war, dann wird der Verein es insgesamt auch sein.

Im kommenden Jahr werden Rammstein und Andrea Bocelli im Stadion auftreten. Was trifft eher Ihren Musikgeschmack?
Fußball trifft meinen Geschmack, vor allem, wenn die Austria erfolgreich ist. Deshalb ist es unser klarer Wunsch, dass uns das Wörthersee-Stadion künftig im Saisonverlauf generell zur Verfügung steht. In der Sommerpause höre ich mir gern alles an, von Rammstein bis Andrea Bocelli.

Kommentare (1)

Kommentieren
CloneOne
9
1
Lesenswert?

Als sportliches Aushängeschild

sollte man sportlich glänzen, oder es zumindest versuchen. Also bis jetzt stand der Verein mehr wegen der Skandale als wegen der sportlichen Leistung in der Zeitung.

Antworten