KlagenfurtBei Nilab wird am Fließband der Zukunft gearbeitet

Ein Klagenfurter Unternehmen arbeitet daran, die Pneumatik durch Elektromotoren zu ersetzen.

Das Nilab-Team um Gavesi
Das Nilab-Team um Gavesi © KLZ/Weichselbraun
 

Seit gut einem Jahrhundert heißt das Zauberwort in der Industrie Pneumatik. Diese – abgeleitet vom griechischen Wort „Hauch“ – sorgt dafür, dass mit Druckluft mechanische Arbeiten erledigt werden. In Mühlen, auf Förderbändern, sogar bei Lego-Technik-Bausätzen kommt sie zum Einsatz.

Doch jetzt könnte der Pneumatik langsam die Luft ausgehen. Einen Anteil daran hat das Klagenfurter Unternehmen Nilab. Denn in dem unscheinbaren Bürohaus am Rande der Innenstadt werden kleinste Elektromotoren entwickelt, die präzise rotolineare Bewegungen ausführen können. Die Einsatzgebiete? Vielfältig. Von der Holzindustrie bis hin zur Lebensmittelbranche. Sogar Blumensetzlinge werden so gepflanzt. „Wir können trockene Spaghetti sortieren, so exakt arbeiten unsere Maschinen“, erklärt CEO Marco Gavesi.

Mini-Motoren für Fließbänder
Mini-Motoren für Fließbänder Foto © KLZ/Weichselbraun
Der Italiener hat vor 20 Jahren seinen ersten Motor entwickelt, führte zwischenzeitlich seine Firma in Villach und gründete nun in Klagenfurt. Kärnten hat er wegen der Lebensqualität als Firmenstandort gewählt, unternehmerisch hätte er es in anderen Teilen Europas leichter. „In der Schweiz und in Deutschland sind wir schon stark im Markt vertreten. In Österreich suchen wir noch nach einem Vertriebspartner.“ Wirtschaftspiraterie aus China begegnet er selbstbewusst mit dem Satz: „Qualität ist die beste Absicherung.“ Entsprechend kann er es sich erlauben, seine Motoren mit offenen „Plug & Play“-Systemen auszustatten, die ein einfaches Aufrüsten bestehender Fertigungslinien ermöglichen.

Umsatzziele? „Unser direkter Mitbewerber macht 27 Millionen im Jahr, wir erst 300.000. Es ist also Luft nach oben.“

Hintergrund

Nilab besteht derzeit aus drei Mitarbeitern: Gavesi selbst, Sales-managerin Katharina Pirker und Designer Gunter Hiebler. Gesucht werden noch Partner für den Vertrieb, aber auch Techniker. „Leider ziehen die Großen in Kärnten alle interessierten Personen ab“, so Gavesi, der 2020 eine Million Euro Umsatz plant.

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