„Grazer Krauthäupl, Kohlrabi und Radieschen, bitte“, sagt Ingrid zur Verkäuferin der Gärtnerei Schilcher in Ebenthal. „Das kommt dann gleich in mein Hochbeet mit Abdeckung. Der Frühling macht Lust aufs Garteln.“ Herr Wolte aus St. Margarethen im Rosental spaziert mit einer Schachtel voller Stiefmütterchen aus der Gärtnerei. „Die sind fürs Grab. Auch wenn im Frühling noch ein Schnee kommen sollte - diese Pflanzen halten das aus.“
Nicht alle Kunden sind dieser Tage so informiert und vernünftig wie die beiden Herrschaften. „Es ist aufgrund der milden Temperaturen der letzten Tage schon mächtig was los. Es gibt sogar immer wieder Anfragen wegen Tomaten-, Gurken- und Paprika-Jungpflanzen. Dafür ist es aber natürlich viel zu kalt, es dauert schon noch eineinhalb Monate“, sagt Peter Schilcher, Obmann der Kärntner Gärtner. Aktuell erfolge in den geheizten Gewächshäusern die Aussaat von Tomaten und Paprika. Gurken folgen Mitte April.
Nicht zu Früh im Haus säen
Wer jetzt schon daheim im Eigenheim Tomaten sät, macht einen Fehler. „In den Räumen ist es zu dunkel, die Tomaten wachsen übermäßig schnell in die Höhe“, so Schilcher, der auf weitere Fehler aufmerksam macht: „Die Leute sind jetzt nach den ersten Sonnenstrahlen übermütig und düngen bereits den Garten. Kunstdünger wird mit dem Regen ausgewaschen, bevor ihn die Pflanze aufnehmen kann. Auch fürs Vertikutieren ist es viel zu früh.“ Schilcher macht auf eine weitere Fehlerquelle aufmerksam: Private, unbeheizte Gewächshäuser erzeugen durch die Temperaturunterschreitung in der Nacht hohe Luftfeuchtigkeit, dadurch kann es an den Kulturen zu Pilzbefall kommen.
Mit Vlies bedecken
Auch in der Gärtnerei Toschkov in Klagenfurt ist man erfreut über den Ansturm der Hobbygärtner mit grünem Daumen, immerhin wird rund die Hälfte des Jahresgeschäfts im Frühling gemacht. „Alle Salatarten, Rucola, Kohlgewächse kann man schon anpflanzen, wenn man sie über Nacht mit einem Vlies bedeckt. Blumen verkaufen wir auch viele, Primeln beispielsweise halten Temperaturen bis zu minus fünf Grad aus“, erklärt Nikolaus Toschkov, der kürzlich wieder mit dem Hofverkauf gestartet ist. Auch er ortet Übermut bei den Kunden: „Petersil und Schnittlauch kann man schon draußen lassen, aber bitte nicht Basilikum. Der ist zickiger als jede Ehefrau - oder jeder Ehemann, wie man will.“
Was Kunden auch einkalkulieren müssen, ist ein Preisanstieg von rund fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Schilcher: „Wir heizen unsere Gewächshäuser bis Mitte oder Ende April - teilweise mit Gas, das geht ins Geld. Außerdem steigen die Löhne der Mitarbeiter. Die Preise erhöhen sich im Vergleich zum Vorjahr inflationsbedingt um rund fünf Prozent.“
Bewässerung im Trend
Die Frühlingsgefühle treiben die Kunden unterdessen auch in die Baumärkte. Alte Gartengeräte haben ausgedient und müssen neu angeschafft werden. „Wenn die Bienen summen, kommen die Kunden“, ist das Motto von Klaus Krainer, Geschäftsführer von Bauhaus Klagenfurt. Der Run auf Bewässerungssysteme sei nach dem trockenen Sommer des Vorjahres groß. Das beginnt beim normalen Gartenschlauch und endet bei der professionellen Sprinkleranlage. Was liegt noch im Trend? „Die 15 Jahre alten Lärchenholz-Hochbeete sind out und werden durch Metall- und Kunststoffbeete ersetzt. Diese bieten ideale Belüftungsmöglichkeiten.“