Am Wochenmarkt, dem Klagenfurter Benediktinermarkt, bekommt man alles, was das Herz begehrt. Es herrscht reges Treiben, wenn jeweils am Donnerstag und Samstag von 6.30 Uhr bis 13.30 Uhr Bauern aus ganz Kärnten, aus Friaul und Slowenien ihre Produkte anbieten. Aber nicht nur zum Einkaufen kommt man „auf den Markt“ in der Innenstadt, sondern auch zum Verkosten und Probieren der verschiedensten Schmankerl.

Das Marktwesen an sich hat in Klagenfurt eine lange und bewegte Geschichte: Laut Historikern dürfte die erste Verleihung des Marktrechts im späten 12. Jahrhundert erfolgt sein. Im Laufe der Jahrhunderte waren verschiedene Märkte im Gebiet der Innenstadt verteilt. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg einigte man sich schließlich auf einen zentral gelegenen Markt-Ort mitten in der Stadt, den Benediktinermarkt. Im Jahr 1948 schließlich wurde dieser mit einer Verkaufshalle für zwölf Lokale und einer Flugdachhalle eröffnet. Aus dem einstigen Bauernmarkt hat sich ein facettenreicher Markt voller grenzüberschreitender Genüsse entwickelt – die ansässige Gastronomie trägt einen wesentlichen Beitrag dazu bei. Das Angebot selbst ist das volle Kontrastprogramm, denn Haubenküche trifft auf bodenständige Hausmannskost.

Seit nunmehr zehn Jahren zaubert Christian Cabalier im kulinarischen Herzen der Landeshauptstadt
Seit nunmehr zehn Jahren zaubert Christian Cabalier im kulinarischen Herzen der Landeshauptstadt © Markus Traussnig

Wie bei Spitzenkoch Christian Cabalier, der 2015 nach 30 Jahren in der Top-Gastronomie Europas in seine Heimatstadt zurückkehrte und im Stand 15 seine „Kochwerkstatt“ eröffnete. Cabalier gestaltet die Speisekarte mit leichten Gerichten mit kärntnerisch-mediterranem Touch. Heißt: Grillen, Brunch, Italienisch und die Küche des Südens. Kärntner Laxn, Steinpilzravioli oder Vanille-Topfenknödel sind nur einige der aufgetischten Leckerbissen. Frische und Regionalität schreibt Cabalier groß, deshalb kauft er auch vor Ort bei verschiedenen Marktstandlern ein. Ein Geheimtipp ist seine Weinkarte. Das in Bistro-Manier gestaltete Lokal bietet Platz für 25 Gäste. Im Sommer ist aber die Terrasse der große Anziehungspunkt, wo man mitten im Marktgeschehen sitzt.

Dubai-Schoko-Shot zua(g)rast Miriam und Tommy Lercher
Seit zehn Jahren betreiben Miriam Setznagel und Thomas Lercher das „Zua(g)rast“ in der Nordhalle © Hannes Krainz

Gleich vis-à-vis trifft man im „Zua(g)Rast“ auf bodenständige Hausmannskost. Im Marktrestaurant von Thomas Lercher werden heimische Schmankerln und Nudeln (auch zum Mitnehmen) serviert. Auf der Tafel steht täglich Neues – von Chili mit Käferbohnen, Bratl-Kebap, Kasnudeln, Gemüsenudltascherln im Wok und Weinbergschnecken. Nicht umsonst wurde das „Zua(g)Rast“, das es in dieser Form ebenfalls seit zehn Jahren gibt, im aktuellen Streetfood-Guide Österreich des Gourmetmagazins Falstaff mit 95 von 100 möglichen Punkten belohnt.

Der Marktwirt
„Marktwirt“ Michael Stultschnig und Küchenchef Sebastian Kulterer © Markus Traussnig

Vom Marktbub zum Marktwirt – vor fünf Jahren hat Michael Stultschnig den Marktstand in der Halle Nord (direkt neben Cabaliers „Kochwerkstatt“) von seiner Mutter Gudrun übernommen und dem Ganzen noch seinen eigenen Touch verliehen. Auf der Karte stehen die gute, alte Frittatensuppe, knusprige Kärntner Kasnudeln, ein saftiges Rinds-Paillard, Trüffelpasta oder Tomaten-Mozzarella-Gnocchi. Mittlerweile hat der „Marktwirt“ auch einen guten Ruf für seine legendären Partys.

Doris
Rogatschnig und Stephen Thompson in ihrem Stand 17
Doris und Stephen Thompson servieren im Stand 17, dem „Edelrock“ © Elisabeth Peutz

Ebenfalls in der Nordhalle befindet sich das „Edelrock“. Das Marktlokal mit Fisch-Expertise bietet ein kulinarisches Crossover aus Irland und Österreich, so steht beispielsweise ein originales „Fish & Chips“ vom heimischen Fisch auf der Tageskarte. Hausherr Stephen Thompson serviert auch herkömmliche gebratene Fischgerichte aus heimischen Saiblingen und Forellen, meist mit saisonal angehauchtem Kartoffelpüree, Risotto oder Polenta.

Christian Cabalier Kochwerkstatt, Chef vom Zum Ivo, Sylvies Kostbarkeiten

am bild: ivo haber blazevic
Ivo Haber-Blazevic führt in seinem „Zum Ivo“ eine kleine, feine Speisekarte © Markus Andreas Traussnig

Das Marktlokal „Zum Ivo“ hat sich zum heißen Tipp für Feinschmecker der mediterranen Küche entwickelt. Wer bei Ivo Haber-Blazevic einkehrt, fühlt sich wie am kroatischen Meer. So stehen Calamari (gegrillt, gefüllt oder gebacken), frische Langostinos oder andere, Köstlichkeiten aus See und Meer auf der Karte.

Gert Höferer mit Küchenchef Erich Höllrigl
Gert Höferer mit Küchenchef Erich Höllrigl © Petra Eggerer

Einzigartiger Beefer im „Teatro“

Auch Gert Höferer schafft mit seinem „Teatro am Markt“ eine Symbiose aus gemütlicher Marktatmosphäre gepaart mit schickem Bistro-Style. Sein Konzept: mediterrane Marktküche, innovative Ideen zu „Markt-Preisen“ im modern gemütlichen Ambiente. Das besondere Highlight: Als erste Kärntner Adresse als „Beefer-Restaurant“ gibt es im „Teatro am Markt“ einen Beefer – es gibt also hauseigenes Dry Aged Beef. Neben der wöchentlich wechselnden Karte stehen von Dienstag bis Freitag Mittagsmenüs (wahlweise mit Suppe oder Salat) auf der Karte.

Suppentiger sind im Marktrestaurant „Bei Rudis“ in der Nordhalle bestens beraten. Wer eine „große Suppe“ bestellt, erhält eine dampfend heiße, echte Rindsuppe, serviert in einem großen Suppenteller, gut gefüllt mit der bevorzugten Einlage – Frittaten, Leberknödel, Nudeln, Grießnockerl oder Tirolerknödel. Andreas Schöffmann setzt auch diverse Eintöpfe, wie beispielsweise ein Ritschert, panierten Leberkäse oder Kasnudel auf die Karte.

Die Villacher Traditionsfleischerei Frierss hat im Dzember 2023 am Benediktinermarkt in Klagenfurt eine Filiale eröffnet
Die Villacher Traditionsfleischerei Frierss hat im Dzember 2023 am Benediktinermarkt in Klagenfurt eine Filiale eröffnet © Frierss/hofmann

Frierss seit zwei Jahren am Benediktinermarkt

Das Fleischerfachgeschäft Frierss begeistert seit nunmehr zwei Jahren mit Feinkost und Marktküche. Die delikat bestückte Feinkosttheke beinhaltet mit mehr als 100 Fleisch-, Wurst- und Schinkenspezialitäten aus der Region. Im stilvollen Ambiente lässt sich hier auch köstlich essen, die Marktküche bietet abwechslungsreiche Mittagsteller ebenso wie eine kleine Karte, neben frisch gebackenem Leberkäse oder Schweinebraten aus der heißen Theke.

Beim „Bratwurstkönig“ (auf der Südseite der Nordhalle) gibt es, wie der Name schon sagt, eine Currywurst, Pommes, eine Portion Leberkäse oder eine Leberkässemmel. Bei Jasmina Markovic (Stand Nummer 9 in der Halle Nord) werden Suppen (mit diversen Einlagen), Ritschert mit Gebäck oder Fleischnudel mit Sauerkraut serviert.

Eröffnung Proseccobar La Terrazza Inhaber Glantschnig Benediktinermarkt Klagenfurt August 2022
Petra und Mario Glantschnig kreierten mit dem „La Terrazza“ einen Treffpunkt für Genießer © Markus Traussnig

Noch ein Tipp: Vor drei Jahren eröffneten Petra und Mario Glantschnig mit dem „La Terrazza“ Klagenfurts erste Proseccobar und stillen damit das Fernweh nach Italien – auch kulinarisch. So gibt es eine gemischte italienische Jausenplatte, ein Pane Roma (italienisches Pizzabrot mit Tomaten, Mozzarella und Oliven) oder ein Tiramisu di Casa im Angebot. Das Konzept wird durch einen Verkaufsshop mit ausgewähltem Prosecco und weiteren Köstlichkeiten aus dem Alpen-Adria-Raum abgerundet.