„Wir haben schöne Nachrichten. Anfang Jänner haben wir Nachwuchs im Zoo Ljubljana bekommen. Der Schimpansenbub „Togo“ kam auf die Welt“, freut sich Tomaž Mur, Tierpfleger im Schimpansengehege. Die Geburt sei schnell und ohne Komplikationen verlaufen. Die 27-jährige Schimpansin Neža - sie ist mit ihrem Gefährten, dem 38-jährigen Boris aus dem Zagreber Zoo nach Ljubljana gekommen - wurde schon zum dritten Mal Mutter. Togo hat eine zehnjährige Schwester namens Leona und den fünfjährigen Bruder Taio. Man habe sich am 2. Jänner während der Geburt weitgehend im Hintergrund gehalten, erklärt Mur: „Wir haben die Geburt nur über die Kameras verfolgt. Auch die anderen Schimpansen ließen die Mutter dabei in Ruhe.“
Stark gefährdet
Benannt wurde Togo nach dem westafrikanischen Land, in dem freilebende Schimpansen mittlerweile leider nahezu ausgestorben sind. Die Population sei um mehr als 80 Prozent in den letzten 25 Jahren zurückgegangen, berichten Naturschutzorganisationen. Bedroht werden die Tiere vor allem durch den Verlust ihrer natürlichen Lebensräume, die immer mehr der Landwirtschaft weichen müssen.
Pavel Kvapil, Leiter der tierärztlichen Ambulanz im Zoo, erklärt auch, dass man die Tiere vor Krankheitserregern schützen müsse: „Schimpansen, als unsere Nahverwandten, sind sehr empfindlich gegenüber menschlichen Krankheitserregern. Weshalb alle Mitarbeiter des Zoos, die direkten Kontakt mit den Tieren haben, strenge Hygienemaßnahmen einhalten und auch immer Masken tragen müssen.“ Man bittet auch Zoobesucher, die vielleicht gerade erkältet sind, immer einen nötigen Abstand zum Schimpansengehege zu halten. Auch in freier Natur seien durch Menschen übertragene Viruserkrankungen mitverantwortlich für die Dezimierung der Population. Am letalsten wirkt sich in Afrika Ebola aus, aber auch die Grippe, Tuberkulose, Lepra und Kinderlähmung gefährden Schimpansen.
Geburtsrisiken
„Jede Geburt ist ein Wunder, egal ob in freier Natur oder in einem Zoo. Eine Geburt birgt aber auch zahlreiche Risiken, weshalb wir unseren Nachwuchs nie sofort präsentieren. Erst wenn wir sicher sind, dass es keine Komplikationen nach der Geburt gibt, gehen wir an die Öffentlichkeit“, erklärt der Veterinärmediziner des Zoos, Marjan Kastelic, warum man Togo erst Ende Februar herzeigt. Man müsse auch sichergehen, dass es der Mutter gut gehe, dass sie und auch die ganze Schimpansenfamilie das Neugeborene akzeptiere. „Alle haben Togo gut aufgenommen und kümmern sich um ihn“, sagt der Tierarzt.
Schimpansen kommen mit etwa eineinhalb Kilo, zahnlos, mit spärlichem Fell und sehr schwachem Sehvermögen zur Welt. „Die ersten Wochen klammert sich das Schimpansenbaby fest ans Bauchfell der Mutter und ernährt sich ausschließlich von der Muttermilch“, sagt Kastelic. Das Stillen könne bis zu fünf Jahre dauern, in der Regel bleibe der Nachwuchs sieben bis elf Jahre bei der Mutter und dann das ganze Leben in der Gruppe.