Kein Mittel scheint dem Mangel an Bademeistern, der in Italien im Sommer herrscht, ein Ende zu bereiten. Auch wenn für den Beruf viel Werbung gemacht wird, so sind doch die Einschreibungen für Kurse zur Ausbildung zum Bademeister im Vergleich zu den besten Jahren um ein Drittel gesunken. Während die Sommermonate vergehen, altern die tätigen Bademeister und werden reif für die Pension. Für die Strände, die im Sommer gern zu Tausenden von Touristen genutzt werden, ist eine autorisierte Badeaufsicht unumgänglich. Ohne Bademeister darf ein Strand nicht betrieben werden.
Ehemalige Schwimmer ausgebildet
Zur Lösung des Problems wurde in Lignano, dem größten Badeort in Kärntens italienischer Nachbarregion Friaul-Julisch Venetien, im Vorjahr sogar ein Intensivkurs zur Bademeister-Ausbildung angeboten, der sich an ehemalige Sportschwimmer richtete, die den Bademeisterschein schneller erwerben können als andere Interessierte.
„Und dieser Kurs war auch ein voller Erfolg, was die Kursteilnehmer anbelangt. Nur hat sich von denen dann keiner für den Bademeister-Beruf im Sommer am Meeresstrand beworben. Jetzt suchen wir circa 20 Bademeister für diese Saison“, zitiert die Friauler Tageszeitung „Messaggero Veneto“ Filippo Padovani, Fortbildungsbeauftragter des italienischen Schwimmverbandes. Jetzt hoffe man auf die 16-Jährigen. Denn sie dürfen als Bademeister arbeiten. Doch die meisten wollen das nicht.
Die Bezahlung eines Bademeisters entspricht der eines Kellners. Da gehen die Jugendlichen dann doch lieber in die Gastronomie, wo es überall dort, wo Deutschsprachige einkehren, auch ein Trinkgeld gibt. Die Bademeister-Ausbildung machen Jugendliche zwar trotzdem, aber zumeist eher, um zusätzliche Qualifikation und Pluspunkte im Schulsystem zu erlangen.
Angst vor Meer und Verantwortung
Viele der Schüler stammen auch aus Gegenden, die gar nicht am Meer liegen. Immer mehr Interessenten scheuen sich, den Beruf des Lebensretters auszuüben, weil sie selbst Angst vor dem Meer haben, ganz zu schweigen von der Verantwortung. Von den älteren Absolventen des Bademeisterkurses bevorzugen die meisten eine Ganzjahresstelle, zum Beispiel in Hallenbädern.
Das Problem des Bademeistermangels taucht mittlerweile seit rund zehn Jahren bei den italienischen Stränden auf. In Friaul-Julisch Venetien ist die Situation erst seit etwa vier Jahren so.