Mundgeblasenes, handgefertigtes Murano-Glas ist in aller Munde. Wegen seiner Qualität aber auch der Ort der traditionellen Herstellung sind die Artikel weltberühmt. Richtige Liebhaber kaufen gleich direkt in der Stadt von Giacomo Casanova. Doch jetzt ist in Venedig ein Shop mit Fake-Murano-Glas aufgetaucht. Die Billigsdorfer-Ware, die keinen Herstellernamen oder Produktionsort trug, wartete in einem der zahlreichen Kioske der Lagunenstadt nur darauf, zu überteuerten Preisen von Touristen als Schnäppchen (v)erkannt, erstanden und als Souvenir mit nach Hause genommen zu werden.
Doch bei rund 1000 Artikeln ist das nun nicht mehr der Fall, wie die italienische Tageszeitung „Il Gazzettino“ berichtet. In einer unter dem Titel „Glas ist besser“ laufenden Schwerpunktaktion kontrollierte die Polizei in Form groß angelegter Razzien mehrere Kioske und beschlagnahmte dort die beanstandete Ware. Die betroffenen Geschäfte werden sanktioniert. Einige von ihnen zusätzlich, weil nicht ordnungsgemäß durchgeführte Elektro-Installationen durch frei liegende Stromkabel bei Kunden potenziell lebensgefährlich waren.
Statt Zeitungen verkauft man gefälschtes Glas
Es ist bereits das dritte Mal im heurigen Februar, dass falsches Murano-Glas ohne Herkunftsbezeichnung in Venedig gefunden wurde. Insgesamt wurden bei den drei Kontrollaktionen 2000 Artikel von der Behörde konfisziert. Immer öfter werden eigentlich für den Zeitungs- und Zeitschriftenverkauf gedachte Kioske als Geschäftsfläche für andere Waren missbraucht. Dem will die Stadtgemeinde einen Riegel vorschieben indem der Prozentsatz der Druckware, die ein Kiosk anbieten muss, erhöht wird. Derzeit dürfen die Zeitungskioske 45 Prozent der Gesamtware in Form von Artikeln anbieten, die nichts mit Druckerzeugnissen zu tun haben. Die restlichen 55 Prozent muss Druckware sein, woran sich aber viele nicht halten.