Nach dem Tod des Arztes Berndt Urlesberger in Triest, rätseln Experten darüber, wie es am Silvestertag zu dem tödlichen Gasaustritt kommen konnte. Der gebürtige Klagenfurter und langjährige Leiter der Neonatologie am LKH-Uniklinikum Graz, der erst im Vorjahr in Pension gegangen war, wurde von der Feuerwehr tot in seinem Bett aufgefunden. Seine am Boden liegende Frau wurde in kritischem Zustand in das Krankenhaus Cattinara in Triest gebracht. Ihr Gesundheitszustand ist nach Angaben des italienischen Rundfunks Rai Friuli weiterhin kritisch.
Gebäude wird überprüft
Ein weiterer Nachbar der Wohnung der Österreicher liegt noch im Krankenhaus. Ihm geht es aber schon wieder besser. Acht weitere Personen mit Vergiftungserscheinungen konnten bereits am Tag nach dem Gasaustritt das Krankenhaus wieder verlassen. Wo das Gas ausgetreten ist, muss nun geklärt werden. Bei dem fünfstöckigen Wohnhaus in der Via Crispi 5 handelt es sich um ein modernes Gebäude. Es gibt keine Pellet-, Holz- oder Gasöfen, wie sie in Italien oft üblich sind. Das Haus wird mit einer Zentralheizung beheizt. Diese wurde jedoch regelmäßig überprüft, so auch im vergangenen Jahr. Jetzt werden alle Heizkörper überprüft und auch der Schornstein des Gebäudes. Auch hier könnte das geruchlose Gas ausgetreten sein.
Interview zum Pensionsantritt
Mehrere Wohnungen gesperrt
Drei Wohneinheiten wurden von den Behörden für weitere Untersuchungen gesperrt. Es handelt sich dabei um die Mansarde im fünften Stock, die Wohnung des Verstorbenen im vierten Stock und die darunter liegende Wohnung im dritten Stock. In letzterer wurde eine dreimal höhere Kohlenmonoxidkonzentration gemessen als in der Wohnung des Österreichers. Allerdings war dort am Unglückstag niemand anwesend. Die Betreiber der als „Bed and Breakfast“ vermieteten Wohneinheiten erklärten gegenüber der Rai, dass ihre Einheiten mit Kohlenmonoxid-Meldern ausgestattet seien. Diese hätten keinen Alarm ausgelöst.
Laut Anwohnern hätten die Hunde angeschlagen. Man habe aber nicht herausfinden können, warum. Nachbarn der Österreicher sagten, sie hätten auch an die Wohnungstür geklopft. Es habe aber niemand geantwortet. Um in die Wohnung zu gelangen, musste die Feuerwehr mit einer Drehleiter durch eines der Fenster einsteigen.