Die bis zu 40 Zentimeter Neuschnee, die über Nacht bis in die tiefen Lagen gefallen sind, zogen zahlreiche Probleme nach sich. Allein in Klagenfurt zählte die Berufsfeuerwehr mehr als 40 Einsätze. Bis zu 13.000 Haushalte waren in Kärnten ohne Strom, 140 Monteure der Kärnten Netze waren seit den frühen Morgenstunden im Dauereinsatz. Dienstagfrüh waren noch 100 Haushalte ohne Strom.

Robert Schmaranz von Kärnten Netz: "In der Nacht sind zwei neue Störungen dazugekommen. Es betrifft die Bereiche um Unterkreuth südlich des Faaker Sees und Trieblach bei St. Margarethen im Rosental. Aktull ist es so, dass der Schnee etwas härter ist, aber die Straßen sind geräumt und die Monteure werden heute sicher zügig vorankommen und die 100 Haushalte wieder versorgen können."

Bäume auf den Straßen

Zahlreiche Straßensperren sorgten für Verzögerungen bis zu den Mittagsstunden. Hängengebliebene Lkw mussten ebenso wie umgestürzte Bäume von den Straßen entfernt werden. Seit Mitternacht wurden mehr als 300 Feuerwehreinsätze von 125 Feuerwehren mit 1100 Mitgliedern gezählt. Zwei Drittel der Einsätze betrafen blockierte Straßen wegen umgestürzter Bäume. 

GeoSphere Austria (früher Zamg) berichtete in einer Aussendung,
dass die Schwerpunkte des Schneefalls vor allem Osttirol und
Oberkärnten waren. In Oberkärnten gab es auch in tiefen Lagen fünf bis
15 Zentimeter Neuschnee. Beim Flughafen Klagenfurt waren es 16
Zentimeter. In Bad Eisenkappel hatte es 30 Zentimeter, in Bad
Bleiberg 40 Zentimeter und am Loiblpass 50 Zentimeter geschneit.

15.00 Uhr: Noch 700 Haushalte ohne Strom

Laut Kelag-Sprecher Josef Stocker sind die Monteure nach wie vor im Großeinsatz. Punktuell in Unter- und Mittelkärnten sind nach wie vor 700 Haushalte ohne Strom. Wie lange die Wiederherstellung für diese noch dauern wird, ist noch unklar – und hängt auch vom Wetter in den nächsten Stunden ab. Am Abend soll vor allem in den südlichen Landesteilen wieder leichter Schneefall möglich sein.

In Wieting musste die Freiweillige Feuerwehr um 14.10 Uhr zu einem Brand auf der Stromleitung – ausgelöst durch einen Baum – ausrücken.

14.00 Uhr: Auch die Polizei hat einiges zu tun

Mit einer Verletzten und einem kaputten Tablet endete Montagvormittag in Klagenfurt ein handfester "Schnee-Streit" zwischen einer Fußgängerin (46) und einem Pkw-Lenker (61).

12.00 Uhr: Noch 4000 Kärntner Haushalte ohne Strom

Wie der Sprecher der Kelag, Josef Stocker, gegenüber der Kleinen Zeitung mitteilte, konnte ein Großteil der Leitungsschäden durch die Schneemassen in Kärnten wieder behoben werden. 4000 Haushalte sind allerdings immer noch ohne Stromversorgung, man arbeite an der raschen Behebung: "Die Monteure arbeiten auf Hochdruck. Derzeit gibt es in Mittel- und Unterkärnten Ausfälle. Der Schwerpunkt ist im Bezrik Klagenfurt-Land, vereinzelt sind Haushalte um St. Veit, Völkermarkt und Wolfsberg ohne Strom", sagt Stocker.

9.57 Uhr: "Meiden Sie Parks!"

Experten der Abteilung Stadtgarten der Stadt Klagenfurt raten derzeit dringend von einem Aufenthalt in öffentlichen Parks ab: Äste können durch das Gewicht des nassen, schweren Schnees leicht brechen. In der Landeshauptstadt sind seit 1 Uhr in der Früh 230 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Straßenbau- und Verkehrsabteilung im Einsatz und versuchen die insgesamt rund 700 Kilometer Straßen, Rad- und Gehweg vom Schnee zu räumen.

In St. Ruprecht fielen Äste unter der Schneelast unter anderem auf parkende Autos. Die Freiwillige Feuerwehr St. Ruprecht war im Einsatz.

Fotos vom Wintereinbruch in Kärnten und Osttirol

9.24 Uhr: Wettervorschau

GeoSphere Austria rechnet nun mit einer Wetterberuhigung. Wie es in den nächsten Tagen weitergeht, lesen Sie hier.

Fotos: Villach im weißen Winterkleid

8.38 Uhr: Lkw der Müllentsorgung landete auf Garagendach

Ein Müllentsorgungs-Lkw fuhr um 5.30 Uhr bei schneebedeckter Fahrbahn auf der L 10 (Trebesinger Landesstraße) im Ortsgebiet von Spittal/Drau bergab Richtung Ortszentrum. Dabei kam der Lkw ins Rutschen, von der Fahrbahn ab, fuhr über ein Garagendach und blieb seitlich am Zaun vor einem steil abfallenden Grundstück hängen.

Lenker (51) und Beifahrer (34) konnten sich befreien und die Rettung verständigen. Der 51-jährige Lenker wurde leicht verletzt ins Krankenhaus Spittal/Drau eingeliefert. Die Feuerwehr Spittal/Drau konnte den seitlich am Zaun hängenden Lkw mit zwei Fahrzeugen und Seilen sichern, um ein weiteres Abrutschen zu verhindern.

Die Anwohner wurden aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben. Der Lkw muss von einer Spezialfirma geborgen werden. Die Arbeiten sind noch im Gange und werden noch bis in die Mittagsstunden andauern. Während der Bergungsarbeiten kommt es teilweise zur Totalsperre der Trebesinger Landesstraße. Eine Umleitung ist eingerichtet.

© Freiwillige Feuerwehr Spittal

8.02 Uhr: Feuerwehr rät zur Vorsicht

Die Hauptfeuerwache Klagenfurt ist derzeit im Dauereinsatz. Seit 3 Uhr in der Früh musste sie infolge der Schneefälle schon 40-mal ausrücken, wie der Pressesprecher der Berufsfeuerwehr Klagenfurt, Wolfgang Germ, der Kleinen Zeitung mitteilte: "Hauptsächlich Schneebruch. Nachdem es zuvor geregnet hat, ist die Schneelast jetzt besonders groß". Der Feuerwehrmann rät zu besonderer Vorsicht bei Parkanlagen und Alleen, "es besteht die Gefahr von herabfallenden Ästen und Bäumen getroffen und verletzt zu werden".

© Freiwillige Feuerwehr Hauptwache Klagenfurt

Fotos: Winter hat Klagenfurt im Griff

7.45 Uhr: 13.000 Haushalte ohne Strom

Rund um Klagenfurt ist es derzeit in vielen Haushalten dunkel. Die Kärnten Netz kämpft gegen mehrere Stromausfälle. Betroffen sind laut Robert Schmaranz von der Kärnten Netz derzeit 13.000 Haushalte. Vor allem das Gebiet nördlich des Wörthersees zwischen Pörtschach und Velden in der Gemeinde Techelsberg. Es gibt auch Meldungen vom Störungsdienst aus Oberkärnten, St. Veit, Ferlach, Grafenstein, Pischeldorf und im Lavanttal.

Trafobrand im Bereich Tentschach: Feuerwehr und Kelag vor Ort.
Trafobrand im Bereich Tentschach: Feuerwehr und Kelag vor Ort
© Freiwillige Feuerwehr Wölfnitz/Klagenfurt

© Freiwillige Feuerwehr Haimburg

Umgestürzte Bäume sorgen für Feuerwehreinsätze.
Umgestürzte Bäume sorgen für Feuerwehreinsätze
© Freiwillige Feuerwehr St.Margarethen ob Töllerberg

6.00 Uhr: Fahren Sie vorsichtig!

Was den Frühverkehr am Montag betrifft, appelliert die Asfinag an alle, "nicht unbedingt nötige Fahrten zu verschieben oder aber ganz besonders vorsichtig zu fahren". Die Asfinag war bereits im Vorfeld von bis zu 40 Zentimeter Neuschnee innerhalb kürzester Zeit ausgegangen und hat deshalb alle Mitarbeiter für den Winterdiensteinsatz aktiviert.

5.00 Uhr: Sattelzug krachte gegen Betonleitwand

Auf der B 83 bei Landskron musste ein beladener Sattelzug um 5 Uhr früh einem anderen Auto ausweichen und kam dabei ins Rutschen. Er krachte gegen die Betonleitwand und wurde gegen die Leitschiene geschleudert. Teile der Ladung landeten auf der Straße, die Hauptfeuerwache Villach sowie die Freiwillige Feuerwehr Landskron konnten die Straße nach rund sechs Stunden wieder freigeben.

© KK/HFW Villach

1.30 Uhr: Verletzte bei Unfall auf A 2

Um 1.30 Uhr fuhr ein 60-Jähriger aus dem Bezirk Völkermarkt auf der A2-Südautobahn von Villach kommend in Richtung Klagenfurt. Im Fahrzeug befand sich auch seine 50-jährige Frau, sowie sein 30-jähriger Sohn und ein 3-jähriges Mädchen. Auf Höhe der Abfahrt Velden kam der Lenker mit dem Pkw auf der schneebedeckten Fahrbahn ins Schleudern und prallte frontal gegen einen Aufpralldämpfer. Alle vier im Fahrzeug befindlichen Personen erlitten leichte Verletzungen und wurden von der Rettung ins LKH Villach gebracht. Im Einsatz standen auch Kräfte der Freiwillige Feuerwehr Velden und Wernberg.

Ausblick auf die kommenden Tage

Für die Planung der nächsten Tage ist es auch wichtig zu wissen, dass uns der Schnee weiter begleiten wird. "Es ist ein verlängertes Tief, das sich nicht so schnell vom Fleck bewegen wird. Es wird auch am Dienstag schneien, erst im Laufe des Mittwochs wird der Niederschlag enden", sagte GeoSphere-Meteorologe Paul Rainer.

Auch die Lawinengefahr steigt. Noch am Sonntag galt im ganzen Land Lawinenwarnstufe eins – mit Ausnahme ab 2400 Metern Seehöhe im Nordwesten. "Mit 30 bis 40 Zentimeter Neuschnee wird auf der Koralm, in den Gurktaler Alpen und in den Nockbergen die Gefahrenstufe wohl auf zwei erhöht. In den Karawanken und einem Teil der Karnischen Alpen wird es sich auf Stufe drei erhöhen", weiß Wilfried Ertl vom Lawinenwarndienst des Landes.

"Das ist bei Neuschnee aber völlig normal – und natürlich auch in dieser Jahreszeit." Wegen des schlechten Wetters am Montag riet Ertl allen, die auf den Berg wollten: "Lieber eine flachere Tour angehen und vor allem dort, wo man sich auskennt."