Drei Todesopfer und 130 Verletzte. Das ist die traurige Opferbilanz der Alko-Unfälle in Kärnten im 1. Halbjahr des heurigen Jahres, informiert die Mobilitätsorganisation Verkehrs Club Österreich (VCÖ). Nachdem bereits im Vorjahr die Zahl der Alko-Unfälle zugenommen hat, gab es heuer im ersten Halbjahr einen weiteren Anstieg um rund 40 Prozent. Und: Die VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt, dass in den vergangenen Jahren die Anzahl der Alko-Unfälle im zweiten Halbjahr immer höher war als im ersten Halbjahr. In den vergangenen viereinhalb Jahren kosteten Alko-Unfälle auf Kärntens Straßen 16 Menschen das Leben, mehr als 1000 wurden verletzt.

Und nun steht die Punschzeit bevor. Aufgrund der Süße wird der Alkoholgehalt von Glühwein und Punsch oft unterschätzt. Das Motto "Don’t drink and drive" ist einzuhalten. Zudem setzt sich der VCÖ für mehr Anrufsammeltaxis, Rufbusse und öffentliche Verkehrsverbindungen ein.

Eine VCÖ-Analyse für ganz Österreich zeigt: Den höchsten Anteil an Alko-Unfällen gibt es am Wochenende, insbesondere in den Nachtstunden. Und: 86 Prozent der Alko-Lenker sind Männer. Bezüglich der Altersgruppen sind die 20- bis 29-Jährigen jene, die die meisten Alko-Unfälle verursachen.

Der VCÖ erinnert daran, dass bereits bei 0,5 Promille das Unfallrisiko auf das Doppelte steigt, bei 1,0 Promille auf das 7-Fache und bei zwei Promille auf das 35-Fache. Jetzt kommt die Zeit der Punschstände und Weihnachtsmärkte. Aufgrund der Süße wird die Wirkung von Punsch oft unterschätzt. Zudem kann der Alkoholgehalt je Punsch und Punschstand stark variieren. "Die Devise 'Don't drink and drive' ist unbedingt zu beherzigen", betont VCÖ-Expertin Lina Mosshammer.

Unterschiede nach Bezirken

Im Vorjahr waren die Unterschiede zwischen Kärntens Bezirken beim Anteil der Alko-Unfälle groß: Den niedrigsten Anteil an Alko-Unfällen gab es im Bezirk Hermagor mit 4,9 Prozent, den höchsten Anteil an Alko-Unfällen verzeichnete der Bezirk Spittal an der Drau mit 8,7 Prozent, wie die VCÖ-Analyse zeigt. In Klagenfurt und in Klagenfurt Land gab es tödliche Alko-Unfälle. 

Der VCÖ setzt sich für ein besseres Mobilitätsangebot in den Regionen ein. Mit Anrufsammeltaxis, Rufbussen und insgesamt Bus- und Bahnverbindungen auch am späteren Abend kann die Zahl der Alko-Unfälle reduziert werden. Häufig scheitern diese wichtigen Angebote an der Finanzierung. Deshalb schlägt der VCÖ vor, dass ein Teil der Einnahmen aus Verkehrsstrafen für die Einführung von Anrufsammeltaxis, Nachtbussen und Gemeindebussen zweckgewidmet wird.

Fehlende Gehwege

"Wichtig ist zudem auch, dass Siedlungen mit dem nächstgelegenen Ort über Geh- und Radwege sicher verbunden sind. Immer wieder kommt es zu schweren Unfällen, wenn in der Nacht Personen aufgrund eines fehlenden Gehwegs am Rand einer Freilandstraße nach Hause gehen", erklärt VCÖ-Expertin Mosshammer.