Nach einem Fußballspiel am Samstag in Zagreb zwischen der Heimmannschaft Dynamo Zagreb und Hajduk Split kam es bei der Rückreise der Fans zu unglaublichen Szenen. Die Polizei begleitete einen Konvoi von 1600 Fans in Bussen und Privatautos auf der Autobahn A1 in Richtung Split. Die Fahrzeugkolonne blieb gegen 21.30 auf Höhe der Raststation Desinec, etwa 20 Kilometer von Zagreb entfernt, aus unbekannter Ursache stehen und die Fans begannen die Autobahn zu blockieren. Es kam zu einem kilometerlangen Stau.

Angriff auf der Autobahn

16 Polizeibeamte versuchten die Teilnehmer zur Weiterfahrt zu bewegen und wurden plötzlich von 200 Männern angegriffen. Die Hajduk-Anhänger gingen äußerst aggressiv mit Schlagstöcken, Stangen, Steinen und ausgerissenen Verkehrstafeln auf die Beamten los. Auf Videomitschnitten ist auch der Gebrauch von Feuerwerkskörpern und Feuerlöschern zu sehen. Es entbrannte eine regelrechte Schlacht, bei der die Beamten unter Lebensgefahr zur Schusswaffe griffen. Vier Beamte sollen ihre Schusswaffen gebraucht haben.

35 Verletzte

Wie Marko Rašić, Leiter der Polizeiverwaltung in Zagreb, bei einer Pressekonferenz mitteilte, dauerte es aufgrund der Straßenblockade sehr lange, bis die Beamten Verstärkung bekamen: "Die 16 Kollegen vor Ort waren in einer massiven Unterzahl und standen Hunderten äußert aggressiven Angreifern gegenüber. Diese verwendeten auch pyrotechnisches Material bei ihrer Attacke unmittelbar in der Nähe einer Tankstelle. Ich möchte mir nicht ausmalen, hätte die Feuer gefangen und es wäre zu einer Explosion gekommen. Die Beamten nutzten ihre Schusswaffen hauptsächlich zur Abschreckung. Die meisten Schüsse wurden in die Luft oder in den Asphalt abgegeben."

Vier der Angreifer wurden allerdings von zwei Polizisten angeschossen. Insgesamt wurden bei dem Tumult 35 Personen verletzt, davon 20 Polizeibeamte, einer nach jetzigen Informationen schwer. Nachdem die Polizei nach mehr als zwei Stunden die Situation unter Kontrolle bringen konnte, gab es 43 Festnahmen. Unter den Festgenommenen war eine minderjährige Person und elf Jugendliche, die restlichen Angreifer waren alle volljährig.