Weiteres Material gefundenExplosionsopfer (59) tauchte aktiv nach Kriegsrelikten

Nach der Explosion eines Kriegsreliktes in Steindorf wurden am Samstag weitere Details bekannt. Der Deutsche und ein Freund hatten auch mit Angelmagneten nach Relikten gefischt. Polizei stellte im Uferbereich und in Appartment Granaten sowie Gewehr- und Munitionsteile sicher.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
Der Unglücksort wurde am Freitag großflächig abgesperrt
Der Unglücksort wurde am Freitag großflächig abgesperrt © Daniel Raunig
 

Ein 59-jähriger Deutscher starb am Freitag bei der Explosion eines Kriegsreliktes in Steindorf am Ossiacher See. Wie am Samstag bekannt wurde, hatte der Mann aktiv nach Kriegsrelikten im See getaucht. Der Urlauber aus Sachsen-Anhalt hatte sich dazu mit einem Freund in einem Appartement in Steindorf am See eingemietet. Der 43-jährige Mitbewohner hatte die Einsatzkräfte verständigt, wie ein Sprecher der Landespolizeidirektion Kärnten am Samstag gegenüber der APA schilderte.

"Die beiden Männer haben nach den Kriegsrelikten sowohl getaucht als auch mit Angelmagnet gefischt", sagte Polizeipressesprecher Dominik Sodamin. Am Unglücksort im Uferbereich und auch im Appartement wurde noch weiteres Kriegsmaterial gefunden. Dabei handelt es sich teilweise um Hand- und Gewehrgranaten sowie Gewehr- und Munitionsteile. Der Entschärfungsdienst des Innenministeriums war am Samstag am Unglücksort, um im Uferbereich nach möglicherweise weiteren, dort noch deponierten Relikten zu suchen. Die Ermittlungen werden wegen Übertretung nach dem Kriegsmaterialiengesetz geführt.

Zur Explosion war es am Freitagvormittag gegen 11 Uhr gekommen, als der 59-jährige Urlauber mit dem Relikt aus dem Krieg - es dürfte sich ersten Ermittlungen zufolge um eine Art Granate gehandelt haben - im Uferbereich hantierte. Sein Mitbewohner hatte sich nicht im unmittelbaren Gefahrenbereich aufgehalten, hörte jedoch die Explosion und eilte zum Unfallort. Der Unglücksstelle wurde am Freitag großräumig abgesperrt.

"Finger weg"

Wenn man auf potenziell explosive Überbleibsel aus den beiden großen Kriegen stößt, gelte die Devise "Finger weg", rät Sodamin. "Solche Objekte sollen nicht angegriffen und schon gar nicht selbst vom Fundort entfernt werden", sagt der Polizeisprecher. Angebracht seien Abstand halten und zu verhindern, dass andere Personen oder Tiere dem Fund zu nahe kommen, sowie die nächste Polizeidienststelle kontaktieren.

Wir bitten um Ihr Verständnis, dass zu diesem Artikel keine Kommentare erstellt werden können.

Forenregeln lesen