Freud und Leid liegen eng beieinander: Wenn Mitarbeiter von „Kärntner in Not“ die Antragsteller über die Höhe der Unterstützung persönlich verständigen, gibt es oft Tränen. Freudentränen über die Hilfestellung, der Blick nach vorne ist damit optimistischer, Hoffnung greift wieder um sich, Erleichterung. Wer schlimme Schicksalsschläge wie schwere Krankheiten, lebenslange Behinderungen, Todesfälle nahe stehender Personen zu verkraften hat, ist traumatisiert.
Auch die Unwetterereignisse hinterlassen tiefe, psychische Verwundungen. So wird durch die an sich frohe Mitteilung wieder Schmerzhaftes an die Oberfläche gespült. Wir nehmen dadurch teil an der Verzweiflung. Das Team von „Kärntner in Not“ reagiert deshalb mit großer Ernsthaftigkeit auf Entwicklungen. Wenn auch die Freude über den neuen Spendenrekord groß ist, wissen wir, dass auch der damit verbundene Auftrag groß ist: Mit hoher Gewissenhaftigkeit Anträge auf ihren konkreten Bedarf prüfen, dabei entlang der präzisen Richtlinien Verständnis für die Notlage aufbringen, aber auch Selbstverantwortung einfordern.
Dass der Verein sorgsam mit den zur Verfügung gestellten Mitteln umgeht, belegt die jährliche Wirtschaftsprüfung und der vom Finanzministerium jährlich erfolgte, uneingeschränkte Vermerk der Spendenbegünstigung. So haben die Spender, deren überwiesene Geldbeträge steuerlich absetzbar sind, die Sicherheit, dass ihr Geld dort ankommt, wo es hin soll: zu Menschen in Kärnten, die unverschuldet in Notlagen geraten sind.
Bei dem traditionellen Treffen der Partner, Förderer und Mitarbeiter von „Kärntner in Not“ wurde das starke Netzwerk betont, das durch den Schulterschluss der Hilfsorganisationen Kärntner Caritas, Kinderrettungswerk, Rettet das Kind Kärnten und Hilfe im eigenen Land – Katastrophenhilfe Österreich geknüpft ist. Und durch das Andocken an der Bürgerservicestelle des Landes und dadurch der möglichst engen Zusammenarbeit mit der Sozialabteilung des Landes, jenen der Bezirkshauptmannschaften und auch der Städte, werden Entscheidungen beschleunigt, wichtige Impulse können transparent und zielgerichtet weitergeleitet werden.
Unser Dank gilt Herta Stockbauer, Vorstandsvorsitzende der BKS Bank, für die finanzielle Unterstützung des Vereins und den Vertretern aller Organisationen für die gute Zusammenarbeit: Christian Eile, Caritas, Wolfgang Leitner, Bürgerservice, Elisabeth Scheucher und Susanne Hager, Kinderrettungswerk, Walter Ebner und Ines Obex-Mischitz, Rettet das Kind, Elisabeth Wappis und Elfriede Wassertheurer, Hilfe im eigenen Land.
"Ihr seid nicht allein"
Die Schäden vom Sturmtief Vaia 2018 sind noch immer sichtbar und für die Menschen der betroffenen Gebiete auch noch immer spürbar. 237.000 Euro hatte „Kärntner in Not“ damals sofort zur Verfügung gestellt. Das Aufarbeiten wird noch lange dauern. Und plötzlich war im November 2019 durch unheimliche Schneemassen und Regenfälle die nächste Katastrophe da: Muren, Lawinen und Hochwasser zerstörten Infrastruktur wie Straßen, Stromleitungen und private Wohnhäuser vor allem im Mölltal, aber auch im Gurktal gab es viele Geschädigte.
„Kärntner in Not“ hat einen Spendenaufruf gestartet und bis vor Weihnachten sind die Leser mit 133.965,39 Euro, die für die Unwetteropfer zweckgewidmet wurden, dem Appell gefolgt. Sie signalisieren dadurch den verzweifelten Menschen: Ihr seid nicht allein!
Auf Initiative der Obfrau von „Kärntner in Not“, Chefredakteurin Antonia Gössinger, wurde die Soforthilfe für die Unwetteropfer auf eine neue, unbürokratische und dem Namen Soforthilfe gerechte Abwicklung umgestellt. Spendengelder werden nicht pauschal an Gemeinden überwiesen, die für die gerechte Verteilung ein Spendenkommitee einsetzen mussten, wie in den Jahren zuvor in Lavamünd, Afritz, Hermagor und Lesachtal.
Die Betroffenen können über ihre Gemeinden einen Antrag beim Land auf Unterstützung aus dem Hilfsfonds „Hilfe in besonderen Lebenslagen“ stellen. Mit ihrem Einverständnis leitet die Abteilung 4 diese Anträge an die privaten Hilfsorganisationen wie „Kärntner in Not“ weiter.
Der Verein hat so 75 Anträge schnell bearbeiten und Unterstützung in der Höhe von 99.630 Euro beschließen können. 84.585 Euro davon sind bereits an die Unwetteropfer direkt überwiesen worden.