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Reh neben Piste gerissenWildernder Hund auf Turrach ist längst kein Einzelfall

Kärntner Jägerschaft führt eigene Wildriss-Datenbank. 80 Fälle wurden dort bisher gemeldet. Das sei jedoch nur die Spitze des Eisberges.

Das Reh musste schließlich von einem Jäger getötet werden
Das Reh musste schließlich von einem Jäger getötet werden © LPD Kärnten
 

Ein Siberian-Husky hatte am Samstag auf der Turracher Höhe ein Reh bis an eine Skipiste gehetzt und schwer verletzt. Der Vorfall sorgt seither für viel Empörung. Doch es ist längst kein Einzelfall. Wildrisse sind generell ein großes Thema in Kärnten. „Das passiert dauernd“, sagt ein Jäger. Das bestätigt auch Freydis Burgstaller-Gradenegger, Geschäftsführerin der Kärntner Jägerschaft. „So etwas kommt viel zu oft vor. Das Problem liegt immer am anderen Ende der Leine.“ Sie appelliert an alle Hundehalter, ihre Tiere an die Leine zu nehmen.

Leinenpflicht

Generell sieht die Rechtslage vor, dass es während der Brut- und Setzzeit in ganz Kärnten eine Leinenpflicht gibt. Dasselbe gilt bei einer Schneelage, die die Flucht des Wildes erschwert. Burgstaller-Gradenegger: „Die Wildtiere drosseln in dieser Zeit ihren Energiehaushalt herunter. Jede Wildhetze kann da tödlich enden.“

Saftige Strafen

Seit 2013 gibt es in Kärnten eine eigene Wildriss-Datenbank. Diese erreicht man über die Homepage der Kärntner Jägerschaft. Dort können Wildrisse durch Hunde gemeldet werden. 80 Fälle wurden bisher registriert, wobei die Dunkelziffer weitaus höher liegen dürfte. "Das ist sicher nur die Spitze des Eisberges", sagt Burgstaller-Gradenegger. Manche Jäger gehen davon aus, dass es nahezu wöchentlich zu einem Wildriss durch einen Hund kommt. Der Vorfall bleibt meist unbemerkt. Sollte es zu einer Anzeige kommen, erwartet den Hundehalter ein Verwaltungsstrafverfahren wegen Verstoßes gegen das Kärntner Jagdgesetz. Es droht eine Strafe von bis zu 1450 Euro, im Wiederholungsfall sind es bis zu 2180 Euro.

Geteilte Meinungen

Doch der Vorfall vom vergangenen Wochenende auf der Turrach hat nicht nur eine Debatte über Wildrisse ausgelöst. In sozialen Netzwerken wird vor allem darüber diskutiert, wie die Skifahrer, die den Vorfall beobachtet haben, reagieren hätten sollen. "Wenn jemand sofort reagiert hätte, hätte das Hilfe suchende Tier noch leben können", meint etwa eine Frau auf Facebook. "Alle, die sagen, sie würden dazwischen gehen: Nur zu. Dann film ich euch, wenn der Hund plötzlich auf euch losgeht", antwortet ein anderer Facebook-User.

Selbst unter Experten gehen die Meinungen auseinander. So meint ein Jäger, dass ein Eingreifen nicht ratsam gewesen wäre. Es hätte sein können, dass der Hund angreift, um seine Beute zu verteidigen. Die Klagenfurter Hundetrainerin Bärbl Salzer versteht hingegen nicht, warum niemand dazwischengegangen ist. "Aggression hat mit Jagdverhalten nichts zu tun." Ihrer Meinung nach wären genügend Leute vorort gewesen, die mit Skistecken und bedrohlicher Körpersprache den Hund wegdrängen hätten können.

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