In Brüssel abgeblitztWolfsfreie Zonen in Kärnten gefordert

Landwirte und Jäger verfassten Petition, um die Population regulieren zu können. EU will an strengem Schutz festhalten.

Der Wolf ist in Europa nicht mehr vom Aussterben bedroht, in der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie aber streng geschützt
Der Wolf ist in Europa nicht mehr vom Aussterben bedroht, in der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie aber streng geschützt © Fotolia
 

Mit einer Petition fordern Kärntner Landwirte und Jäger wolfsfreie Zonen. „Die traditionelle, über Jahrhunderte gewachsene Weide- und Almwirtschaft muss auch künftig mit den herkömmlichen Methoden, ohne die Notwendigkeit umfangreicher und unverhältnismäßig aufwendiger Herdenschutzmaßnahmen möglich sein“, heißt es in dem Schreiben, das Landwirtschaftskammer, Viehzuchtverbände, Jägerschaft und Jagdaufseherverband an die Landesregierung und Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) weitergeleitet hat.

Unterstützung erhalten die Bauern von Landwirtschaftsreferent Martin Gruber (ÖVP): „Damit die Bundesländer flexibel reagieren können und Kärnten eigene Maßnahmen ergreifen kann, muss von der EU der absolute Schutzstatus für Wölfe aufgehoben werden.“
Diese will aber am strengen Schutz festhalten, wie EU-Kommissar Karmenu Vella bei einem „Wolfsgipfel“ am Dienstag bekräftigte. An die 100 Teilnehmer aus allen Teilen Europas nahmen daran Teil – darunter Gregor Grill von der Salzburger Landwirtschaftskammer. Er kann Vellas Vorschlag, die Bauern zu entschädigen beziehungsweise durch Zäune und Weidehunde das Ärgste zu verhindern, wenig abgewinnen: „Österreich ist ein Wolfstransitland, wir haben 20 Prozent der Landesfläche alpine Weiden, da kann man unmöglich Zäune bauen.“ Zudem sei der überwiegende Teil Nebenerwerbsbauern, die nicht die Kapazität hätten, sich darum zu kümmern. Hinzu komme, dass der Wolf in Europa nicht mehr gefährdet sei, so Günther Kuneth von der Landwirtschaftskammer Kärnten: „Man sollte den strengen Schutz des Wolfes heruntersetzen und eine europäische Raumplanung ins Auge fassen.“

"Hybridisierung" als Problem

Das sehen auch Züchter aus Spanien und Frankreich so, die von tausenden Wolfsattacken sowie Problemen mit Wanderern und Hütehunden berichten. Wissenschafter beobachten wiederum eine „Hybridisierung“ der Wölfe, also eine Kreuzung mit wilden Hunden. Die Folge sei eine Störung des Ökosystems. Der WWF hingegen begrüßte den Standpunkt der EU-Kommission. Vella fordert nun nationale Lösungsansätze und will an einem neuen EU-Plan für Wolfsmanagement arbeiten.

Pro und Contra

Naturschützer fordern, dass der strenge Schutzstatus des Wolfes aufrecht bleibt. Die EU will daran festhalten und setzt auf Entschädigungen, Weidezäune und Hütehunde.

Bauern kritisieren, dass speziell im Gebirge Zäune unmöglich seien, Hütehunde Probleme mit Wanderern verursachen und Entschädigungen oft langwierige Verfahren vorangehen.

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Landbomeranze
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Alles ganz einfach!

Jene, die den Wolf haben wollen, haben dafür zu sorgen, dass er keine Schäden macht (WWF, Naturschutzbund usw.)!!!! Das heißt, sie sollen die über 8.000 Almen in Österreich einzäunen, die Zäune erhalten und sie sollen die Herdenschutzhunde abrichten (3 Jahre) bzw. dafür haften, wenn diese Hunde Menschen anfallen. Nennt sich Verursacherhaftung wie sie sonst überall zum Einsatz kommt. Sollten die Schutzmaßnahmen nicht fruchten, dann sollten diese Organisationen umgehend zur Kasse gebeten werden, außer sie können nachweisen, dass der Nutztiermord nicht von Wölfen verursacht wurde. Der Herr Kommissar kann persönlich vorzeigen, wie man richtig schützt, d.h. sich an den Schutzmaßnahmen persönlich beteiligen, anstatt aus einem gepolsterten Brüsseler Stuhl höchst bezahlt gscheit sein.

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