Kunstvoll geschnitzt oder schlicht, mit oder ohne Flügeltüren mit kleinen Fenstern, drei- oder viereckig: So sieht das Almale meist aus. Früher war das Möbelstück aus der Stube im Bauernhaus oder der Almhütte nicht wegzudenken. „Ich kann mich noch gut erinnern, als wir früher als Kinder jedes Jahr einen Monat auf der Alm verbrachten, gab es dort in der Hütte ein Almale“, erzählt Peter Ebner aus Weißbriach im Gitschtal.

Peter Ebners Almale
Peter Ebners Almale © Leopold Salcher

Dem pensionierten Gärtner, der früher einen weit über die Landesgrenzen hinaus bekannten Rosenzuchtbetrieb geführt hat und als wohl längstdienender Ministrant Kärntens bekannt ist, ist es wichtig, Traditionen ebenso zu bewahren wie die alte Mundart. Da das Almale drohe, in Vergessenheit zu geraten, ließ er sich bereits in den 1990er-Jahren ein solches Kästchen für seine Stube anfertigen. In seinem Fall handelt es sich um ein dreieckiges Regal mit Fensterlein. Die dreieckige Form ist deshalb häufiger, weil das Kästchen im Herrgottswinkel aufgehängt wird – also in jener Ecke des Raumes, in der sich das Kruzifix befindet.

Medizin und Bibel

Aber welchen Zweck hat dieses Almale? „Meistens wurden darin Medikamente und eine Bibel aufbewahrt, manchmal auch Dokumente“, erklärt Ebner. In anderen Almalan fand man auch Schnaps – der früher aus Mangel an Alternativen auch als Medizin oder Desinfektionsmittel verwendet wurde. Peter Ebner bewahrt in seinem Almalan etwa die Bibel, Kerzen und Weihwasser auf. Also quasi ein Schatzkästchen für alle (Not)fälle.