Das Einsatzjahr 2025 hat die Österreichische Bergrettung vor große Herausforderungen gestellt. Besonders in den Sommermonaten erreichten die Einsatzzahlen etwa in Tirol oder Salzburg ihren Höhepunkt. Auch in Kärnten konzentriert sich das Einsatzgeschehen stark auf die Ferienzeit: Mehr als die Hälfte aller Alarmierungen fällt auf die Monate Juli und August.

Insgesamt wickelte die Kärntner Bergrettung im Jahr 2025 797 Einsätze ab, im Jahr davor waren es 691. Trotz dieser Steigerung sprechen die Verantwortlichen nur von einer geringen Veränderung. „Die Sommer- und Ferienzeit ist immer auch unsere Hochsaison. Wir sind froh, dass wir hier einen normalen Trend der Einsätze haben, denn diese Einsätze sind für uns fordernd genug“, erklärt Landesleiter Hannes Gütler.

Einsätze mit kleineren Teams

Gerade in den Ferienmonaten sei die Situation für die Einsatzkräfte oft besonders anspruchsvoll. Viele Bergretterinnen und Bergretter stehen im Berufsleben und befinden sich im Sommer selbst im Urlaub. Zudem pendeln zahlreiche Mitglieder unter der Woche aus den Tälern in größere Städte zur Arbeit. Dadurch müssen Einsätze häufig mit kleineren Teams bewältigt werden. Gütler betont daher die Bedeutung verständnisvoller Arbeitgeber: Ohne deren Unterstützung, die es Einsatzkräften ermöglicht, auch während der Arbeitszeit auszurücken, wäre vieles nicht möglich.

Dass die Statistik für 2025 höher ausfällt, hat laut Bernhard Pichler-Koban, Leiter der Geschäftsstelle Kärnten, einen besonderen Grund. „Im Winter erfassen wir mittlerweile mehr und genauer die Unfälle auf Skipisten. Dadurch steigen die dokumentierten Einsatzzahlen“, erklärt er. Rechnet man diese Pisteneinsätze heraus, bewege sich das Einsatzgeschehen in etwa auf dem Niveau des Vorjahres.

Bernhard Pichler-Koban
Bernhard Pichler-Koban © Bergrettung

Der „klassische“ Bergunfall bleibt laut Statistik eine Verletzung beim Wandern. Auffällig ist dabei, dass viele Unfälle nicht beim Aufstieg passieren, sondern beim Abstieg – und häufig erst am Nachmittag. Müdigkeit und eine unzureichende Tourenplanung spielen dabei offenbar eine Rolle. Auch die Analyse der Einsatzursachen zeigt, dass manche Notfälle vermeidbar wären: 22-mal verirrten sich Bergsportler, 15-mal konnten sie aus eigener Kraft nicht mehr weiter, und in elf Fällen führte Erschöpfung zu einem Einsatz.

Hannes Gütler
Hannes Gütler © Bergrettung

Neben den regulären Einsätzen war auch die Hundestaffel der Bergrettung im vergangenen Jahr gefordert. Die speziell ausgebildeten Suchhunde konnten im alpinen Gelände vier Vermisstenfälle klären. In einem Fall gelang eine dramatische Lebendbergung, in drei Fällen mussten jedoch Tote aufgefunden werden. Vergleichsweise glimpflich verlief der Winter in Kärnten hingegen in Bezug auf Lawinen. Während es in einigen Nachbarbundesländern mehrere schwere Unfälle mit Todesopfern gab, blieb Kärnten bislang von größeren Tragödien verschont. Die meisten Lawineneinsätze der Bergrettung dienten lediglich der Nachkontrolle gemeldeter Abgänge.