Postapokalyptische VisionWenn Menschen verschwänden: So würde die Welt ohne uns aussehen

Wie sähe unser Planet aus, würden alle Menschen von heute auf morgen verschwinden? Ein französischer Fotograf beantwortet diese Frage mit spektakulären Bildern.

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Geisterstadt
Die namibische Geisterstadt Kolmanskop wird langsam von der Natur zurückerobert. © (c) Romain Veillon
 

Es ist der Plot zahlreicher Actionfilme: Warum auch immer, die Menschheit war einmal. Plötzlich ist die Erde wieder ein Ort ohne menschliche Einflussnahme. Langsam aber sicher erobert die Natur zurück, was einst ihr gehörte. Wie sich dieser Zustand optisch niederschlagen würde, kann nun anhand realer Beispiele beobachtet werden.

Der französische Fotograf Romain Veillon hat eine Vision – eine postapokalyptische, um genau zu sein. Er machte es sich zur Aufgabe, das Szenario eines Planeten ohne Menschen in Fotos abzubilden. Dafür reiste der 38-Jährige jahrelang durch die Welt, auf der Suche nach verlassenen Orten, die wieder von der Natur eingenommen wurden. "Wir alle sind von dieser postapokalyptischen Vision fasziniert", sagt Veillon gegenüber CNN Travel. "Vielleicht müssen wir erst Zeuge davon sein, um das zu genießen, was wir haben", sendet er eine Botschaft hinterher.

Sehen Sie hier, wie eine Welt ohne uns aussehen könnte:

Menschenleer: Eine verlassene Welt

Japan

Das Nara Dreamland in Japan.

(c) Romain Veillon

Japan

Nara Dreamland

(c) Romain Veillon

Ukraine

Dieser stillgelegte Eisenbahnabschnitt wurde ursprünglich angelegt, um während des Kalten Krieges eine Militärbasis zu verbergen.

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Belgien

Ein verlassenes Kino.

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Belgien

Ehemaliges Schloss in der belgischen Region Wallonia.

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Namibia

Die namibische Geisterstadt Kolmanskop wird langsam von der Natur zurückerobert

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Frankreich

Ein ehemaliges Hotelzimmer in Île-de-France.

(c) Romain Veillon

Klicken Sie sich durch weitere Fotos von vergessenen Orten...

(c) Romain Veillon
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(c) Romain Veillon
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Von namibischen Geisterstädten und sowjetischen Monumenten

Anschaulich verbildlicht wird diese Botschaft in seinem kürzlich veröffentlichten Buch "Green Urbex: The World Without Us", das in drei Abschnitte gegliedert ist. Im ersten Teil finden sich Orte, die noch relativ gut erhalten sind, im zweiten Teil und dritten Teil steigert sich das Ausmaß des Verfalles der teils längst vergessenen Plätze.

Und diese Orte könnten unterschiedlicher nicht sein: Veillons Aufnahmen stammen unter anderem aus einer namibischen Geisterstadt, von einer stillgelegten ukrainische Eisenbahnstrecke sowie einer verfallenen Villa in der Toskana. Nur eines haben all diese Plätze miteinander gemein: Sie wurden eines Tages verlassen und anschließend vergessen.

Busludscha-Denkmal
Das Busludscha-Denkmal in Bulgarien von außen. Foto © (c) Romain Veillon

Besonders beeindruckt war der Fotograf vom Busludscha-Denkmal in Bulgarien. Das 70 Meter hohe Monument der Bulgarischen Kommunistischen Partei wurde 1981 für Tagungen und Kongresse erbaut, nicht einmal ein Jahrzehnt später wurde es komplett dem Verfall überlassen. Veillon: "Busludscha ist mit Sicherheit der außergewöhnlichste und einzigartigste Ort, an dem ich je gewesen bin." Von außen sähe es aus wie ein UFO, drinnen fände man die schönsten Mosaike.

Busludscha-Denkmal
... und von innen. Foto © (c) Romain Veillon

Ein perfektes Beispiel für die Kraft der Natur sei auch das "Nara Dreamland", meint Veillon. Der dem Disneyland in Kalifornien nachempfundene Freizeitpark, zwei Kilometer außerhalb der japanischen Stadt Nara, wurde 1961 eröffnet und 2006 aufgrund niedriger Besucherzahlen geschlossen. 10 Jahre danach entstanden Veillons Aufnahmen: "Man kann sehen, wie Efeu langsam die Achterbahn bedeckt, als würde sie von ihm aufgefressen werden." Kurz nach dem Besuch des Fotografen wurde der Park vollständig abgerissen.

Alle Fotos für Veillons Buch sind in den vergangenen zehn Jahren entstanden. Aufgrund der Pandemie konnte der Fotograf in letzter Zeit nur wenige Orte bereisen, doch das soll sich künftig wieder ändern. Denn: Es gäbe noch genügend vergessene Orte, die darauf warten, wieder entdeckt zu werden.

Kommentare (9)
zweigerl
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Menschenflucht

Schnell nach Badgastein, bevor man es wieder zu revitalisieren beginnt! Die verfallsresistenten Atommüllager, die derzeit das große EU-Thema sind, braucht man hingegen nicht in einem Bildband zu dokumentieren, da sie ohnehin noch ein paar hunderttausend Jahre weiterstrahlen. Die Notwendigkeit eines vollständigen Gattungstodes, um den FRieden auf Erden wiederherzustellen, postulierte seinerzeit der Philosoph Horstmann mit seiner "Philosophie der Menschenflucht". Geben wir es billiger und regulieren wir die Erdbevölkerung auf die Hälfte herunter, exekutieren wir eine drastische Mobilitätsreduktion (Fahr- und Flugverbot) , und der Planet würde noch eine Weile bewohnbar bleiben.

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Der Mensch wird nur eine kurze Zeit die Erde verschandeln dürfen

Der Natur und der Evolution wird es egal sein - wenn die Spezies Mensch wieder verschwunden ist.
Weggeblasen und vergessen wie ein Ameisenhügel im Sturm.
Um Richard O´Brien zu zitieren;
“And crawling on the planet's face,
some insects called the human race.
Lost in time, and lost in space.
And meaning.”

wollanig
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Lost Places Bücher

gibt's wie Sand am Meer

zweigerl
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Büchertod

Seit ganze Bibliotheken gescannt werden, rotten auch Bücher vor sich hin.

Geom38
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Soll das jetzt beängstigend sein....

..oder eher befreiend? Weil Fakt ist nun mal, dass die Erde weit besser dran wäre ohne Menschen, so ungern man das auch hören mag.

Amadeus005
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Das sind Bilder für die ersten Jahre danach

In 100 Jahren ist von dem kaum noch was zu sehen.

derdrittevonlinks
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Tja, ...

... laut Sonne wäre dann für die voranschreitende Biodiversität, wahrlich, noch viel Zeit, nicht wahr?!
Es bliebe sogar soviel Zeit, dass der Planet sich zur Bestimmung regenerieren könnte, die ansich eben das hervorbringen von Biodiversität ist, siehe den Reichtum im Regenwald und in den Meeren.
Aber auch mit der Menschheit sollte die Zeit reichen, um sich zu besinnen.

petera
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Ich sehe keine Chance für die Natur mit der Menschheit

Andererseits wird der Mensch früher oder später sicher verschwinden und fur die Erde war diese Epoche auch nur ein Wimpernschlag und es wird wieder etwas Neues ohne Menschen geben.

Jamestiberius
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Richtig...

So ist es, werte Petra.