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"Solar Orbiter" am Weg zur Sonne3,5 Jahre Zittern nach perfektem Start des Höllenritts

Seit gestern ist der Solar Orbiter, der 1,5 Milliarde Euro schwere Sonnenspäher der ESA, auf seinem Weg. Ein wahrer Höllenritt zu unserem an der Oberfläche rund 5500 Grad Celsius heißem Zentralgestirn – so nah wie mit diesem Orbiter kam Europa der Sonne nie zuvor.

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Der Zielorbit soll in 3,5 Jahren erreicht sein
Der Zielorbit soll in 3,5 Jahren erreicht sein © (c) APA/ESA/ATG MEDIALAB
 

Es ist definitiv ein früher Höhepunkt dieses noch jungen Raumfahrtjahres: Gestern frühmorgens hob von Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida eine "Atlas V411"-Schwerlast-Trägerrakete ab – ihr besonderes Ladegut: Die Sonde "Solar Orbiter", auf die die Europas Raumfahrtorganisation ESA große Stücke setzt. Ihr Ziel: Die Sonne, der sich das Raumschiff bis auf 42 Millionen Kilometer annähern wird – der Zielorbit soll in 3,5 Jahren erreicht sein. Näher kam eine Raumsonde aus Europa noch nie an das alles Leben bestimmende Zentralgestirn heran.

"Wir sind sehr erleichtert. Alle Systeme funktionieren", jubelte Paolo Ferri, Leiter des ESA-Missionsbetriebs nach einem "perfekten Start". Die Raumfahrtorganisation hält unter anderem auf Twitter auf dem Laufenden: Der Solar Orbiter löste sich planmäßig von der langsam rotierenden Rakete, stabilisierte sich, orientierte sich an der Sonne, entfaltete seine Solarpaneele und schickte über seine auf die Bodenstation ausgerichteten Antennen Signale. Mit der ersten Rückmeldung begann das ESA-Kontrollzentrum in in Darmstadt, den Status an Bord zu überwachen. Auch das Grazer Institut für Weltraumforschung ist mit wichtiger Technik, etwa einem Bordcomputer für das Radiowelleninstrument, an der Mission beteiligt (wir berichteten).

An Bord einer Atlas-V-411-Rakete hob der Sonnenspäher von Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida ab
An Bord einer Atlas-V-411-Rakete hob der Sonnenspäher von Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida ab Foto © (c) APA/AFP/NASA/HANDOUT

Die Mission ist geschätzte 1,5 Milliarden Euro schwer und hat erhebliches wissenschaftliches Gewicht, wie Gernot Grömer, der Direktor des Österreichischen Weltraumforums (ÖWF), im Interview bestätigt: "Hauptziel ist die Untersuchung des Sonnenwindes. Es geht aber auch um die Vorhersage des Weltraumwetters, also der Zusammensetzung und Eigenschaften des Sonnenplasmas, wie es mit etwa mit unserer Erdmagnetfeld wechselwirkt. Das hat Auswirkungen auf den operativen Betrieb von Satelliten und damit auf die Betriebssicherheit unserer Weltraum-Infrastruktur. Wir hoffen, dass damit auch die Vorhersage für Weltraumwetter-Extremereignisse verbessert werden kann."

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