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Delta-Variante Südafrika, Thailand und Moskau verschärfen Einschränkungen

Die Delta-Variante des Corona-Virus breitet sich auch in Südafrika aus. Wegen eines starken Anstiegs der Infektionszahlen wurden nun die Corona-Beschränkungen deutlich verschärft. Auch in Thailand werden hohe Infektionszahlen vermeldet. Moskau verschärft ebenso seine Pandemie-Vorschriften.

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In Thailand steigen die Infektionszahlen stark an
In Thailand steigen die Infektionszahlen stark an © AFP
 

Nach einem ungewöhnlich starken Anstieg der Infektionszahlen verschärft Südafrika seine Corona-Beschränkungen deutlich. Präsident Cyril Ramaphosa setzte die Alarmstufe am Sonntagabend in einer TV-Rede auf die zweithöchste Stufe herauf. Am Vortag war bekanntgeworden, dass die hochansteckende Delta-Variante den Kap-Staat im Griff hat. Auch bereits zuvor mit der Beta-Variante infizierte und danach genesene Südafrikaner seien nun gefährdet, so Ramaphosa.

Besonders betroffen ist das Ballungszentrum um die Städte Pretoria und Johannesburg (Gauteng-Provinz), wo mehr als 60 Prozent aller Neuinfektionen registriert wurden. Die Gesundheitsinfrastruktur befindet sich an der Kapazitätsgrenze. Reisen sind dort nur noch in Ausnahmefällen erlaubt. Die neuen Restriktionen sehen neben nächtlichen Ausgangsbeschränkungen nach 21.00 Uhr auch ein Alkoholverbot sowie weitgehende Versammlungsverbote im Freien vor.

Verheerende Auswirkungen auf die Wirtschaft

Südafrika ist zahlenmäßig das am schwersten von der Pandemie betroffene Land in Afrika. Bisher wurden dort 1,9 Millionen Fälle dokumentiert. Kapp 60.000 Menschen starben an den Folgen einer Infektion. Geimpft sind rund 2,7 Millionen der insgesamt knapp 60 Millionen Südafrikaner.

Die bisherigen Einschränkungen haben verheerende Auswirkungen auf die Wirtschaft. Millionen Menschen kämpfen ums Überleben, Armut und Nahrungsmittelunsicherheit haben sich in wenigen Wochen dramatisch verschärft. Bereits vor der Epidemie steckte Afrikas zweitgrößte Volkswirtschaft in einer schwierigen Lage.

Auch in Thailand steigen Infektionszahlen an

Wenige Tage vor der geplanten Öffnung der Urlaubsinsel Phuket für geimpfte Reisende sind die Corona-Zahlen in Thailand weiter gestiegen. Die Behörden meldeten am Montag 5.406 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Nur im Mai wurden bisher an zwei Tagen höhere Zahlen verzeichnet. "Die Fallzahlen in Thailand steigen jetzt schneller als in jedem europäischen Land außer Großbritannien", schrieb die Zeitung "Bangkok Post" am Montag.

Die Einschränkungen in der Hauptstadt Bangkok und fünf weiteren Provinzen wurden erneut verschärft. So wird das Essen in Restaurants wieder verboten, nur noch Speisen zur Mitnahme oder Lieferung sind erlaubt. Einkaufszentren müssen um 21.00 Uhr schließen, Treffen werden auf maximal 20 Personen begrenzt. Die Maßnahmen sollen zunächst für 30 Tage gelten.

Das südostasiatische Land galt lange als Vorzeigestaat in der Bekämpfung der Pandemie, erlebt aber seit April seine bisher schwerste Welle. Insgesamt wurden bisher fast 250.000 Fälle bestätigt. Mehr als 1.900 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 gestorben.

Seit die Regierung die Grenzen im März 2020 wegen des Virus geschlossen hat, liegt die wichtige Urlaubsindustrie am Boden. Derzeit versuchen die Behörden, zumindest einige beliebte Regionen wieder für Touristen zugänglich zu machen. Den Anfang macht Phuket, wo vollständig Geimpfte im Rahmen des sogenannten "Sandbox"-Projekts am Donnerstag wieder quarantänefrei Ferien machen dürfen. Jedoch gelten strenge Regeln, was viele Reisende weiter abschrecken dürfte.

Moskau verschärft Pandemie-Vorschriften

Angesichts des dramatischen Anstiegs der Infektionen mit der Delta-Variante des Coronavirus treten in der russischen Hauptstadt Moskau am Montag verschärfte Pandemie-Bestimmungen in Kraft. Unternehmen müssen die Anzahl ihrer Mitarbeiter im Büro um 30 Prozent reduzieren. Geimpfte Mitarbeiter sind davon ausgenommen. Zudem müssen alle Arbeitnehmer über 65 Jahre sowie diejenigen mit Vorerkrankungen von zu Hause aus arbeiten.

Die Stadt führt ab Montag auch einen "Anti-Covid-Pass" für das Ausgehen ein. Dieser erlaubt nur Bewohnern den Zutritt zu Restaurants, die geimpft wurden, in den vergangenen sechs Monaten krank waren oder einen aktuellen negativen PCR-Test vorweisen können. In Moskau werden nach Angaben von Bürgermeister Sergej Sobjanin derzeit täglich fast 2000 Infizierte in die Krankenhäuser eingeliefert. Am Sonntag vermeldeten die Behörden 144 Todesopfer innerhalb von 24 Stunden - das ist die höchste Zahl in einer russischen Stadt seit Beginn der Pandemie. Die EM-Austragungsstätte St. Petersburg hatte erst am Samstag mit 107 Todesfällen einen Höchststand verzeichnet.

In ganz Russland wurden am Sonntag 599 Todesfälle registriert. Die Behörden meldeten zudem 20.538 Neuinfektionen. Vor allem aufgrund der Ausbreitung der besonders ansteckenden Delta-Variante waren die Corona-Infektionszahlen zuletzt wieder stark angestiegen.

In der EM-Spielstadt St. Petersburg ist vor dem Viertelfinalspiel am kommenden Freitag die Zahl der Corona-Neuinfektionen drastisch im Steigen begriffen. Am Sonntag meldeten die Behörden der russischen Hafenstadt fast 1.300 neue Fälle innerhalb eines Tages, 50 mehr als am Vortag.

Sobjanin hatte wegen des Anstiegs mit einem Lockdown gedroht. Er sagte mit Blick auf die sich rasante Verbreitung der Delta-Variante: "Um dieses Problem grundlegend zu lösen, muss man sich impfen lassen oder in einen Lockdown gehen." Moskau hatte am Samstag seine EM-Fanzone nach einer Schließung wieder geöffnet. Seit Anfang Juni steigen die Zahlen in Russland rasant.

Die Republik Burjatien am Baikalsee in Sibirien hat als erste Region in Russland bereits eine zweiwöchige Quarantäne verhängt. Supermärkte und Apotheken sollen geöffnet bleiben. Die Behörden begründeten den Schritt mit einer hohen Corona-Sterblichkeit. Zudem gebe es nicht genügend Ärzte und Krankenhausbetten für Patienten.

Angesichts der weitverbreiteten Impfskepsis gibt es in mehreren Regionen Russland für bestimmte Berufe eine Impfpflicht. Dagegen demonstrierten am Samstag Berichten zufolge bis zu 100 Menschen in Moskau. Menschenrechtlern zufolge kamen dabei mindestens acht Menschen vorübergehend in Polizeigewahrsam.


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