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"Tödlichste Phase"Trump-Beraterin Birx fordert härtere Maßnahmen gegen Corona

"Treten in die beunruhigendste und tödlichste Phase dieser Pandemie ein" sagt Trump-Beraterin und Ärztin Deborah Birx in Richtung des Präsidenten - und widerspricht ihm direkt.

Unzählige weiße Flaggen als Gedenken an die Corona-Opfer in Washington
Unzählige weiße Flaggen als Gedenken an die Corona-Opfer in Washington © (c) AP (J. Scott Applewhite)
 

Die Trump-Beraterin und Ärztin Deborah Birx hat die US-Regierung kurz vor der Wahl zu drastischeren Maßnahmen im Umgang mit der Corona-Pandemie in den USA aufgefordert. "Wir treten in die beunruhigendste und tödlichste Phase dieser Pandemie ein, die zu einer steigenden Sterblichkeit führt", heißt es nach Informationen der "Washington Post" vom Dienstag in einem internen Bericht an das Weiße Haus. Angesichts der aktuellen Lage seien "viel aggressivere Maßnahmen" notwendig.

Birx, die auch die Coronavirus-Task Force des Weißen Hauses koordiniert, widerspricht der Politik des US-Präsidenten in dem Bericht laut "Washington Post" in vielen Punkten. So warnt sie etwa ausdrücklich vor großen Veranstaltungen, wie Trump sie im Wahlkampf mit Hunderten Teilnehmern durchführte. Die steigenden Infektionszahlen seien, anders als von Trump behauptet, nicht auf mehr Tests zurückzuführen. In vielen Regionen, in denen die Fallzahlen stiegen, würde nicht mehr oder sogar weniger getestet.

US-Gesundheitsexperte Anthony Fauci und Trump-Beraterin Deborah Birx
US-Gesundheitsexperte Anthony Fauci und Trump-Beraterin Deborah Birx Foto © (c) AP (Evan Vucci)

Auch der US-Gesundheitsexperte Anthony Fauci hatte immer wieder vor einer gefährlichen Entwicklung der Pandemie gewarnt. "Uns steht eine ganze Menge Leid bevor", sagte er der "Washington Post" am Freitag. Trump deutete bei einem Wahlkampfauftritt am Sonntag an, den Wissenschaftler nach einer Wiederwahl zu entlassen. Trotz deutlich steigender Infektionszahlen versicherte Trump mehrfach, die USA seien in der Corona-Krise bald über den Berg.

Die Kommunikationsdirektorin des Weißen Hauses, Alyssa Farah, bestritt, dass die Maßnahmen der Regierung in der Krise unzureichend seien. Sie wies darauf hin, dass das Weiße Haus etwa die Vorräte an Schutzkleidung "erheblich aufgestockt" und 150 Millionen Coronavirus-Tests an die am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen verteilt habe. "Wir arbeiten rund um die Uhr daran, das Virus sicher zu behandeln und letztendlich zu besiegen", sagte Farah.

In den USA sind bereits mehr als 231.000 Menschen in Verbindung mit dem Coronavirus gestorben - mehr als in jedem anderen Land der Welt. Knapp 9,3 Millionen Menschen haben sich infiziert. Die USA liegen damit nach Angaben der Johns Hopkins Universität vor Indien und Brasilien an der Spitze.


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