Bitte warten - Ihr Zugang wird eingerichtet.

Kehrtwende in Corona-Politik Trump fordert US-Bürger zum Tragen von Masken auf

"Es wird wahrscheinlich leider schlimmer werden, bevor es besser wird" - US-Präsident fordert US-Bürger zum Tragen von Masken auf.

 

Angesichts dramatisch steigender Corona-Todesfälle in den USA empfiehlt Präsident Donald Trump nun doch, Schutzmasken zu tragen. Auch bei der Einschätzung der Lage schlug er am Dienstag in Washington vor der Presse im Stil einer Kehrtwende völlig neue Töne an: "Es wird leider wahrscheinlich schlimmer bevor es besser wird - das ist etwas, was ich nicht gerne über Dinge sage, aber so ist es."

Trump hatte die Corona-Pandemie in der Anfangsphase heruntergespielt und anschließend die US-Staaten vehement auf eine rasche Rücknahme von Einschränkungen zur Eindämmung des Virus gedrängt, um die Folgen für die Wirtschaft geringer zu halten. Das Tragen von Masken hatte er als "politisch korrekt" abgetan. Auch vermied er es lange, mit einem Mund- und Nasenschutz gesehen zu werden. Erst kürzlich zeigte er sich das erste Mal in der Öffentlichkeit mit einer Maske beim Besuch eines Militärkrankenhauses.

Trump zum Virus und zu Schutzmasken

  • 22. Jänner zu CNBC: "Wir haben es völlig unter Kontrolle. Es ist eine Person, die aus China kommt, und wir haben es unter Kontrolle. Es wird gut werden."
  • 24. Jänner auf Twitter: "China arbeitet sehr hart daran, das Coronavirus einzudämmen. Die Vereinigten Staaten schätzen ihre Bemühungen und Transparenz sehr. Es wird alles gut laufen."
  • 23. Februar zu Journalisten: "Wir sind sehr involviert. Uns ist sehr, sehr bewusst, was alles vor sich geht. Wir haben es in diesem Land sehr gut unter Kontrolle."
  • 27. Februar im Weißen Haus: "Es wird verschwinden. Eines Tages ist es wie ein Wunder. Es wird verschwinden."
  • 10. März nach einem Treffen mit republikanischen Senatoren: "Das war unerwartet. ... Und es hat die Welt getroffen. Und wir sind vorbereitet, und wir machen damit einen großartigen Job. Und es wird verschwinden. Bleibt einfach ruhig. Es wird verschwinden."
  • 13. März zu Journalisten: "Yeah, nein, ich übernehme überhaupt keine Verantwortung, weil uns eine Reihe von Umständen und Regeln, Vorschriften und Spezifikationen aus einer anderen Zeit ausgeteilt wurden."
  • 15. März bei einem Briefing im Weißen Haus: "Dies ist ein sehr ansteckendes Virus. Es ist unglaublich. Aber wir haben eine enorme Kontrolle darüber."
  • 18. März auf Twitter: "Ich habe das chinesische Virus immer sehr ernst genommen und von Anfang an sehr gute Arbeit geleistet, einschließlich meiner sehr frühen Entscheidung, die 'Grenzen' von China zu schließen - gegen den Wunsch fast aller."
  • 03. April bei einem Briefing im Weißen Haus: "Mit den Masken wird es wirklich eine freiwillige Sache sein. Sie können es tun, Sie müssen es nicht tun. Ich entscheide mich, es nicht zu tun, aber einige Leute möchten es vielleicht tun und das ist okay ... Wenn ich Präsidenten, Premierminister, Diktatoren, Könige, Königinnen grüße ... sehe ich es nicht für mich selbst."
  • 21. Mai beim Besuch eines Ford-Werks: "Ich trug eine (Maske) im hinteren Bereich. Ich wollte der Presse nicht das Vergnügen bereiten, es zu sehen."
  • 12. Juli bevor Trump sich erstmals in der Öffentlichkeit mit einer Maske zeigt: "Wenn Sie in einem Krankenhaus sind, besonders in dieser speziellen Umgebung, wenn Sie mit vielen Soldaten sprechen, mit Leuten, die in einigen Fällen gerade vom Operationstisch gekommen sind, denke ich, es ist eine tolle Sache, eine Maske zu tragen."
  • 21. Juli bei einem Briefing im Weißen Haus: "Wir bitten alle, eine Maske zu tragen, wenn Sie keinen Abstand einhalten können. Besorgen Sie sich eine Maske. Ob Sie Masken mögen oder nicht, sie haben eine Wirkung, sie werden einen Effekt haben und wir brauchen alles, was wir kriegen können. ... Ich werde sie gerne verwenden .... Alles, was potenziell helfen kann, ist eine gute Sache."

Diese Art des Krisenmanagements kam bei einem großen Teil der Amerikaner offenbar nicht gut an. In landesweiten Umfragen zur am 3. November stattfindenden Präsidentenwahl fiel der Republikaner Trump in den vergangenen Wochen deutlich hinter seinen demokratischen Herausforderer Joe Biden zurück.

Nun also der Strategiewechsel: Erstmals seit Monaten setzte Trump wieder eine Pressekonferenz explizit zum Coronavirus an. "Wir bitten jeden, eine Maske zu tragen, wenn Sie keinen Abstand einhalten können. Besorgen Sie sich eine Maske. Ob Sie Masken mögen oder nicht, sie haben eine Wirkung", sagte er. Er selbst werde "sehr gerne" eine Maske tragen. "Alles, was potenziell helfen kann, ist eine gute Sache."

Trump rief seine Mitbürger auch dazu auf, Abstandsregeln einzuhalten und strikt Hygienemaßnahmen wie Händewaschen anzuwenden. "Wir bitten junge Amerikaner inständig, brechend volle Bars und andere Zusammenkünfte in überfüllten geschlossenen Räumen zu meiden."

Es war das erste Mal, dass Trump so deutlich einräumte, wie sehr sich die Lage inzwischen zugespitzt hat. Die USA sind das von der Pandemie am schlimmsten betroffene Land. Seitdem viele US-Staaten Schutzmaßnahmen gelockert haben, obwohl viele Indikatoren weiter dagegen sprachen, nahmen die Todeszahlen laut einer Auswertung der Nachrichtenagentur Reuters in 21 US-Staaten wieder zu.

Die Behörden meldeten in den vergangenen zwei Wochen zwischen 60.000 und 77.000 Neuinfektionen pro Tag sowie Hunderte Todesfälle. Besonders betroffen sind die Staaten Florida, Georgia, Texas, Arizona und Kalifornien. Allein am Dienstag kamen mehr als 1000 weitere Todesfälle hinzu - es war der stärkste Anstieg binnen eines Tages seit Anfang Juni. Insgesamt sind nunmehr fast 142.000 Menschen in den USA im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben. Mehr als 3,8 Millionen Erkrankungen wurden registriert.

Trumps Kritiker haben ihm von Anbeginn vorgeworfen, die Krise zu unterschätzen und mit absurden Überlegungen - wie etwa das Spritzen von Desinfektionsmitteln - die Bevölkerung zu verunsichern. Besonders Masken wurden zum Politikum. Bei Trumps erstem großen Wahlkampfauftritt seit dem Virusausbruch trug im Juni in der geschlossenen Arena von Tulsa - ganz nach dem Vorbild des Präsidenten - kaum jemand im Publikum einen solchen Mund- und Nasenschutz.

Eingeständnis seiner Fehler?

Dass Trump nun plötzlich doch für Masken werbe, sei ein Eingeständnis seiner Fehler im Umgang mit dem Virus, befand die mächtigste Demokratin im Kongress, Nancy Pelosi. Die Pandemie sei kein Scherz. Sie sei schlimmer geworden, weil Trump nicht gehandelt habe. "Und tatsächlich ist es das Trump-Virus", sagte die Vorsitzende des Repräsentantenhauses dem Sender CNN.

Sie spielte damit darauf an, dass Trump oft vom "China-Virus" spricht, weil das neuartige Coronavirus erstmals in der chinesischen Millionenmetropole Wuhan entdeckt worden war. Ein Sprecher von Bidens Wahlkampfteam sagte, Trumps Behauptung, wonach die Regierung sich schonungslos auf das Virus fokussiert habe, sei grotesk.

Unterdessen ist mit 164 Paaren weißer Schuhe vor dem Kapitol in Washington der Krankenschwestern gedacht worden, die in den USA an der Infektion mit dem Coronavirus gestorben sind. Die Schuhe wurden am Dienstag von der Berufsvereinigung National Nurses United (NNU) auf eine Rasenfläche vor dem Sitz des Kongresses gestellt. Jedes Paar Schuhe symbolisiert einen Corona-Todesfall. Die Regierung und der Kongress hätten beim Schutz der Krankenschwestern während der Pandemie versagt, kritisierte Stephanie Simms, eine in der Hauptstadt arbeitende Krankenschwester.


Corona: Wie verhalte ich mich richtig?

Wenn Sie bei sich Erkältungssymptome bemerken, dann gilt zunächst: zu Hause bleiben und Kontakte zu Mitmenschen meiden! Tritt zusätzlich Fieber auf oder verschlechtert sich der Zustand, dann sollte das Gesundheitstelefon 1450 angerufen werden. Bei allgemeinen Fragen wählen Sie bitte die Infoline Coronavirus der AGES: 0800 555 621 .
Die Nummer 1450 ist nur für Menschen mit Beschwerden! Es gilt: Zuerst immer telefonisch anfragen, niemals selbstständig mit einem Corona-Verdacht in Arztpraxis oder Krankenhaus gehen!

Coronavirus-Infopoint

Zwischen 0 Uhr und 6 Uhr ist das Erstellen von Kommentaren nicht möglich.
Danke für Ihr Verständnis.

Musicjunkie
0
2
Lesenswert?

Unfassbar dieser Typ.

Der kann doch unmöglich real sein.

Peterkarl Moscher
0
1
Lesenswert?

Abgang aber rasch!

Kärntnerisch , der ist anfoch nur Teppert !

Peterkarl Moscher
1
14
Lesenswert?

Abgang aber rasch!

Späht kommt er drauf , und eine ganze Nation schaut zu!

Geerdeter Steirer
1
13
Lesenswert?

Ach geh, bekommt der narrzistische Ignorant jetzt das obligate "Muffensausen", ........

oder steigen im intern in den eigenen Reihen schon zuviele auf den Schlips ...........

SANDOKAN13
0
12
Lesenswert?

Zitat von dem Affen im Oval Office:

" Ich werde Recht haben, weil ich wahrscheinlich mehr recht hatte als jeder andere"

Patriot
0
16
Lesenswert?

@SANDOKAN13: Beleidigen Sie bitte nicht die Affen!

Die sind mit Sicherheit nicht so blöd wie Trump!

Geerdeter Steirer
0
10
Lesenswert?

@Patriot, ..........

dies stimmt vollkommen, das ist in Stein gemeißelt !

joe1406
3
15
Lesenswert?

Jetzt wird er doch noch

einige Millionen Leben retten. Der beste Präsident aller Zeiten