Die griechische Küstenwache hat einen Wandel der Migrationsrouten von der Türkei in die EU ausgemacht. Schlepper setzten zunehmend auf die direkte Route von der türkischen Küste nach Italien, berichtete am Montag die griechische Zeitung "Kathimerini" unter Berufung auf ein aktuelles Papier der Behörden.

Früher sei diese sehr viel längere Strecke nur in den Wintermonaten genutzt worden, wenn in der Ägäis schlechtes Wetter herrschte. Nun aber stiegen die Zahlen: Seit Jahresbeginn seien knapp 4000 Menschen auf direktem Weg von der Türkei nach Italien gelangt, im Vorjahreszeitraum seien es nur gut 800 gewesen. Die griechischen Behörden stehen deshalb in Kontakt mit der italienischen Küstenwache.

Grund dafür, dass die Schlepper griechische Gewässer zunehmend meiden, sei die harte Haltung der Grenzer, die Boote verstärkt daran hindern, zu den griechischen Inseln überzusetzen. Hilfsorganisationen werfen Athen vor, es handle sich dabei um illegale Zurückdrängung (Pushbacks), was die Regierung zurückweist.

Erst vergangene Woche hatte die griechische Küstenwache rund 300 Migranten in fünf großen Segelbooten daran gehindert, in griechische Gewässer einzudringen. Die Beamten vermuten, die Boote seien auf dem Weg nach Italien gewesen. Fachleute gehen davon aus, dass Schlepper für so eine Überfahrt bis zu 10.000 Euro pro Person verlangen.