Herr Lenhardt, Sie sind Geophysiker und Seismologe bei der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik: Wie überraschend kamen der unterseeische Vulkanausbruch und der nachfolgende Tsunami vor den Tonga-Inseln im Pazifik?
Wolfgang Lenhardt: Die Tsunami-Welle hat in der Umgebung der Tonga-Inseln Schäden angerichtet. Alle diese Inseln sind vulkanischen Ursprungs – es ist genauso wie auf der Nordinsel von Neuseeland. Weil die Eruption von Hunga Tona-Hunga-Ha'pai östlich der Inseln passierte, dürfte die pazifische Platte von Osten unter die indo-australische Platte (siehe Grafik unten) getaucht sein. Dort, wo sie noch weit oben war und sich zu „zerkrümeln“ begann, dürfte der Vulkan entstanden sein.

Was ist das Besondere an einem Vulkanausbruch unter Wasser?
Lenhardt: Das heiße Gestein – das Magma – trifft auf Wasser, das sofort verdampft. Dampf braucht mehr Volumen als Wasser – die Folge ist eine gewaltige Druckwelle – das war der Tsunami.