Probleme ohne EndeFinnisches AKW ging mit über 13 Jahren Verspätung ans Netz

Der erste beschlossene AKW-Neubau in Europa nach Tschernobyl stand unter keinem guten Stern: Die Konstruktion von Olkiluoto 3 war von Beginn an von Schwierigkeiten überschattet.

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© (c) AFP (MARTTI KAINULAINEN)
 

Ursprünglich hätte das finnische AKW Olkiluoto 3 bereits Mitte 2009 Strom liefern sollen. Mit mehr als 13 Jahren Verspätung ist es in der Nacht auf Dienstag ans Netz gegangen. Finnland war 2002 das erste Land in Europa, das nach der Katastrophe von Tschernobyl die Weichen für den Neubau von Atomreaktoren stellte und damit eine Renaissance der Atomenergie in Europa einleitete.

Die finnische Strahlenschutzbehörde STUK hatte vergangene Woche grünes Licht für die Inbetriebnahme des dritten Blocks in Olkiluoto erteilt. Wie der Betreiber des Atomkraftwerks, der finnische Energiekonzern TVO mitteilte, soll der Reaktor vorerst nur mit 30 Prozent Leistung arbeiten. Der Start für den Vollbetrieb ist mit Juni 2022 geplant.

Der Bau des dritten Reaktors im westfinnischen Olkiluoto war von zahlreichen Pannen und sukzessive behobenen Baumängeln geplagt. Um verschiedene Gewährleistungsansprüche entspann sich ein bis heute nicht abgeschlossener, milliardenschwerer Rechtsstreit zwischen dem finnischen Betreiber TVO und dem deutsch-französischen Konsortium Areva.

Finnland verfügt nun über fünf stromproduzierende Atomreaktoren. Ein sechster ist am nordfinnischen Standort Pyhäjoki geplant. Der Reaktor mit dem Namen Hanhikivi hat noch keine Baugenehmigung. Der Betreiber Fennovoima erwartet die Genehmigung im Laufe des kommenden Jahres.

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