Aus FaulheitAKW-Mitarbeiter trug in über 200 Prüfprotokolle Fantasiezahlen ein

Weil ein Mitarbeiter in einem Schweizer Atomkraftwerk zu faul war, Messgeräte zu überprüfen, füllte er die Prüfprotokolle einfach mit ausgedachten Zahlen. Nun wurde der Mann verurteilt.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
AKW Leibstadt
Der Ort des Geschehens: das AKW Leibstadt © (c) APA/AFP/FABRICE COFFRINI (FABRICE COFFRINI)
 

Das Rennen um den Titel „Mitarbeiter des Monats“ dürfte für einen Mitarbeiter des Atomkraftwerkes Leibstadt im Schweizer Kanton Aargau wohl gelaufen sein.

Vom Beruf Strahlenschutzfachmann wäre es seine Aufgabe, mobile Strahlungsmessgeräte zu kontrollieren. Das macht man, weil sie jene Transportbehälter überprüfen, mit denen die nicht mehr benötigte Brennelemente ins Zwischenlager für radioaktive Abfälle nach Würenlingen gebracht werden. Um die Sicherheit dieses Vorgangs zu gewährleisten, ist eine halbjährliche Prüfung der Messgeräte vorgesehen.

Doch, weil die Arbeitsmoral des zuständigen Mitarbeiters zu Wünschen übrig ließ, ließ er gleich drei Halbjahreskontrollen aus. Für die über 200 fälligen Prüfprotokolle bemühte er seine Fantasie und dachte sich kurzerhand Zahlen aus, wie die „Badische Zeitung“ berichtet.

„Bequemlichkeit“ kostet 4000 Franken

Aufgeflogen ist der Vorfall, weil der Mann beim Fälschen zu akkurat war. Weil die übliche Streuung in den Test-Daten nicht ersichtlich war, wurde ein Vorgesetzter auf die fehlenden Kontrollen aufmerksam. Der Mitarbeiter wurde von der Schweizer Bundesanwaltschaft per Strafbefehl zu einer Strafe von 3000 Franken plus 1000 Franken Verfahrenskosten verurteilt. Der Tatbestand: Verletzung der Kontroll- und Dokumentationspflicht des Kernenergiegesetzes.

Sorgen um die Sicherheit müsse man sich jetzt in der Schweiz aber keine machen, das wird aus dem Strafbefehl ersichtlich. Die ausgelassenen halbjährlichen Konstanzprüfungen hätten keinen Einfluss auf die nukleare Sicherheit, da die Messgeräte ohnehin robust und zuverlässig seien. Laut der Strafverfolgungsbehörde habe der Mitarbeiter eben aus diesem Grund – er hielt die Kontrollen für nicht wichtig – seine Pflichten vernachlässigt.

Ob wichtig oder nicht – das Arbeitsverhältnis des Mitarbeiters wurde inzwischen aufgelöst.

 

Kommentare (5)
FRED4712
0
8
Lesenswert?

kommt wohl öfter vor....

ein Kollege von mir war Bauleiter bei einer Staumauer, nach Fertigstellung musste er jeden Tag die Daten der Messgeräte ablesen und in Tabellen eintragen....auf meine Frage, ob das nicht langweilig ist, sagte er "wenn das Wetter schön ist, gehts, wenn es stürmt oder schneit, trage ich die ähnlichen Zahlen wie am tag davor ein.......keine Sorge, die Mauer steht noch....die Zahlen haben sich übrigens nach 3 Monaten so gut wie nicht mehr geändert

SOEDING1956
0
2
Lesenswert?

ICH ÜBERLEGE.....................

NEIN - DAS HAT ER NICHT VON MIR GELERNT

FlohMani
0
27
Lesenswert?

Hört sich....

......wie Homer Simpson an.

LUR
0
1
Lesenswert?

Simsons und Co.

Die Realität ist immer Stoff für die Comicserien dieser Welt

peso
3
10
Lesenswert?

"Sorgen um die Sicherheit müsse man sich jetzt in der Schweiz aber keine machen, das wird aus dem Strafbefehl ersichtlich. Die ausgelassenen halbjährlichen Konstanzprüfungen hätten keinen Einfluss auf die nukleare Sicherheit, da die Messgeräte ohnehin robust und zuverlässig seien"

Echt jetzt, wozu dann ein Strahlenschutzfachmann, wenn eh nichts passieren kann. In Tschernobyl haben die Verantwortlichen auch sehr lange von "alles unter Kontrolle" gesprochen und kaum größere Schäden verursacht. Na Hauptsache die EU und unsere ÜberökoMinisterin haben der Atomkraft den "es ist halt notwendig" Heiligenschein verpasst.