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Brennpunkt Myanmar Es sind meine Freunde, die in der Schusslinie stehen

Seit mehr als einem Monat kämpfen die Menschen in Myanmar gegen den Putsch des Militärs. Es sind meine Freunde, die in der Schusslinie stehen. Und so unerschrocken nicht weichen. Es ist meine Stadt, die nun einem Kriegsschauplatz gleicht.

© AFP
 

Fein säuberlich aufgehängte Wäsche baumelt an einer Leine, die quer über die Straße gespannt ist. Frauenkleidung wie die traditionellen Longyi-Wickelröcke oder auch Unterwäsche trocknen unter der heißen Sonne. An sich nichts Ungewöhnliches im Straßenbild von Yangon, der größten Stadt und dem wirtschaftlichen Zentrum Myanmars. Doch auf der einen Seite der Wäscheleine stehen die Sicherheitskräfte, auf der anderen die Demonstranten. Sie trennt nur der Aberglaube. Um Polizei und Soldaten auszubremsen, wurde die Wäsche aufgehängt. Hintergrund ist der verbreitete Glaube, Männer würden nach dem Unterqueren von Frauenkleidung vom Pech verfolgt. An manchem Tag funktioniert der Trick. Tatsächlich zeigen Videos, wie Polizisten zunächst die Wäscheleinen beseitigen, bevor sie ihren Weg fortsetzen. Doch generell ist es wenig, was das vom Militär geführte Sicherheitspersonal aufhält, gegen den zivilen Ungehorsam in Myanmar brutalst vorzugehen.

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