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Klimawandel Guterres warnt vor dem kollektiven "Untergang"

Für eindringlichen Appell zum weltweiten Kurswechsel in Sachen Klimapolitik nutzte der UN-Generalsekretär Antonio Guterres ein Interview. Sonst drohe der kollektive Untergang.

Das Virus habe die Klimakrise im entscheidenden Jahr 2020 aus der öffentlichen Wahrnehmung verdrängt, sagte Guterres. Die Notwendigkeit zum Handeln sei jedoch größer als je zuvor © (c) Alaska-Tom - stock.adobe.com
 

Wenn die Weltmächte im Kampf gegen die Klimakrise nicht an einem Strang ziehen, ist die Menschheit nach den Worten von UN-Generalsekretär Antonio Guterres vom Untergang bedroht. "Entweder stehen wir zusammen oder wir sind dem Untergang geweiht", sagte Guterres in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP wenige Tage vor Beginn der Generaldebatte der UN-Vollversammlung in New York.

Die Veränderung des Klimas sei "eine viel größere Bedrohung" als die derzeitige Coronavirus-Pandemie und bedeute "eine existenzielle Gefahr für unseren Planeten und unser Leben". Die Fehlschläge bei der weltweiten Bekämpfung der Pandemie hätten die Gefahr der Uneinigkeit unter den Staaten klar gezeigt, sagte Guterres. Dies müsse den Staaten deutlich machen, "dass es eines Kurswechsels bedarf".

Die Menschheit müsse "eine Reihe von Umgestaltungs-Maßnahmen" einleiten, "im Energiebereich, im Verkehrswesen, in der Landwirtschaft, in der Industrie, in unserer eigenen Lebensweise, ohne die wir dem Untergang geweiht sind", sagte er im Gespräch mit AFP und anderen Mitgliedern von Covering Climate Now, einer globalen Kooperation von Nachrichtenanbietern, die sich für eine intensive Klimaberichterstattung einsetzen.

UN-Generalsekretär Antonio Guterres
UN-Generalsekretär Antonio Guterres Foto © AP

Klimaziele in den Hintergrund

Der UN-Chef appellierte an die Staaten, die Krise als Sprungbrett zu nutzen, um eine Politik der Transformation weg von fossilen Brennstoffen einzuleiten. Das Virus habe die Klimakrise im entscheidenden Jahr 2020 aus der öffentlichen Wahrnehmung verdrängt, sagte Guterres. Die Notwendigkeit zum Handeln sei jedoch größer als je zuvor.

Der UN-Generalsekretär forderte weiter, "Verschmutzung, nicht Menschen" müssten besteuert, Subventionen für fossile Brennstoffe abgebaut und umfangreiche Investitionen in erneuerbare Energien getätigt werden. Die Staaten müssten sich der CO2-Neutralität bis zum Jahr 2050 verschreiben.

Dabei komme es jetzt vor allem auf die größten Verursacher von Treibhausgasen an: China, die USA, die Europäische Union, Russland, Indien und Japan.

Es ist Zeit aufzuwachen. Noch nie waren wir so verwundbar wie heute, noch nie brauchten wir so viel Demut, Einheit und Solidarität wie heute.

Antonio Guterres

Der UN-Generalsekretär kritisierte in diesem Zusammenhang die überall zu beobachtenden "irrationalen" Auswüchse an Fremdenfeindlichkeit sowie den Aufstieg des Nationalismus.

Die vergangenen fünf Jahre waren die heißesten seit dem Beginn der Wetter-Aufzeichnung. "Die Aussichten für die nächsten fünf Jahre - was Stürme, Dürren und andere dramatische Auswirkungen auf die Lebensbedingungen vieler Menschen angeht - sind absolut schrecklich", sagte Guterres.

Um den globalen Temperaturanstieg auf 1,5 Grad Celsius zu beschränken, müssen nach Angaben der UN-Experten die weltweiten Treibhausgas-Emissionen für die nächsten zehn Jahre jährlich um 7,6 Prozent zurückgehen. Die Corona-Auflagen weltweit haben zu einem teils deutlichen Rückgang der Emissionen geführt. Wissenschafter warnen jedoch, dass dieser Rückgang ohne strukturellen Wandel verpuffen könnte.

Die Corona-Pandemie habe gezeigt, dass die Gesellschaft in der Lage sei, sich zu verändern, sagte Guterres. "Ich möchte nicht zurück in eine Welt, in der Biodiversität infrage gestellt wird, in der fossile Brennstoffe mehr Subventionen erhalten als erneuerbare Energien oder in der gesellschaftliche Ungleichheit für Wut, Frustration und Instabilität sorgt", sagte der UN-Generalsekretär. "Wir brauchen eine andere Welt, eine andere Normalität und wir haben die Chance, das zu erreichen."

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Danke für Ihr Verständnis.

habatech
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Großer Luxusliner

Wir leben alle auf einem großen 300 m Luxusliner der mit voller Geschwindigkeit auf den Hafen zufährt und nur noch 5,9 km davor entfernt ist. Aber wie wußte es schon Udo: Aber sonst ist heute alles wieder alles klar.........

brosinor
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Das wissen wir Herr Guterres...

....aber es is uns wurscht!
Es is uns sogar beim Wohl und beim Leben unserer Kinder wurscht!
( und es ist unbegreiflich!!!)

Plantago
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Ich hoffe doch,

Guterres ist angesichts dieser tödlichen Bedrohungen bereits Veganer geworden, fährt nur mit dem Rad und trägt nur Kleidung, die er selbst gewebt hat. - Gandhi hätte es so gemacht, und der ist doch unser großes Vorbild, ned woahr?!

princeofbelair
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Ihre Kommentare

zu den Beiträgen hier auf Kleine Online: Wollen Sie provozieren? Wollen Sie Aufmerksamkeit? Ist es Ihnen wichtig, überall gegen den Strom zu schwimmen, auch wenn die Fließrichtung das eine oder andere Mal schon stimmen dürfte?

Plantago
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Ihre Antwort auf meine Kommentare

hier auf Kleine Online: Halten Sie andere Meinungen nicht aus? Wollen Sie den "Oberlehrer" spielen? Ich gebe (Nach-)Denkanstöße, - auch wenn ich sicher nicht immer richtig liege, - so wie wir alle hier. Zur Erklärung: Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom.

VH7F
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Ausbildung vor allem für Frauen in Entwicklungsländern verbessern

Damit die Geburtenrate auch dort sinkt! So sind 10-11 Mrd Menschen zu erwarten.

bimsi1
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Die Welt ist nicht vom Untergang bedroht.

Denn Jesus Christus kommt wieder auf die Erde. Christen beten im Vater unser:"Dein Reich komme" Und Jesus hat selbst gesagt, dass er am Ende dieses Zeitalters wieder kommen wird.

DavidgegenGoliath
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Die Erde hat schon einige Milliarden Jahre, am Buckel

sie wird auch die nächsten Milliarden Jahre gut überstehen!
Manchmal sind alte weiße Männer, doch etwas unheimlich!

isteinschoenerName
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Ja stimmt genau, der Planet wird weiterexistieren ...

... nur sein Bewohner Mensch ist gerade drauf und dran sich selbst seiner gesamten Lebensgrundlagen zu berauben. Die Kinder von heute werden es und danken!

Doch leider nicht "nur" das, der ach so "moderne Mensch" wird auch im selben Zuge den Zusammenbruch der biologischen Vielfalt (= Biodiversity Collapse) zu verantworten haben!

isteinschoenerName
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Guterres ist einer der ganz wenigen, die sich trauen, diese Tatsachen auszusprechen

Die Wissenschaft hat die Politik schon vor Jahrzehnten auf diese riesige Bedrohung hingewiesen. Aber die Politik hat nichts dagegen gemacht, im Gegenteil, sie ist mit der KlimaSCHMUTZlobby ins Bett gegangen.
Und bevor nicht die Hälfte der Bevölkerung bei den Klimaprotesten auf der Straße ist, wird sich daran nichts ändern ...

alsoalso
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Zwölf Uhr

....ist in der Klimafrage schon vorbei

dude
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Herr Guterres hat leider...

... mit jedem Wort recht!

Plantago
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"mit jedem Wort recht"

ja, besonders mit den"irrationalen" Auswüchsen an Fremdenfeindlichkeit". Entbehrt jeglicher Grundlage, an den Haaren herbei gezogen, alles Einzelfälle, wir haben nur Vorurteile etc. - und trotzdem ist da ein Bosnier mit dem SUV damals durch die Herrengasse in Graz gerast und hat Menschen nieder gemäht. - Wird eh nicht gebracht, - wegen "Fremdenfeindlichkeit". So irrational eben.

dude
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Sie wollen den Wesenskern der Aussage von Guterres nicht hören oder nicht verstehen, lieber Plantago!

Eigentlich will den niemand hören, denn der ist ziemlich hart, grauslich und brutal! Aber es ist leider so!
"Wir sägen an unserem eigenen Ast und sind schon ziemlich weit!" Das ist es!

Bitte haben Sie Verständnis, dass ich auf Ihr Argument mit dem amoklaufenden Bosnier, der in seinem schweren SUV mordend durch die Herrengasse gerast ist, in diesem Zusammenhang nicht eingehe! Denn dies hat weder mit Fremdenfeindlichkeit noch mit der Erderhitzung zu tun!

Plantago
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Die Sorgen, die sich Guterres jetzt macht, habe ich mir schon in den 70er Jahren gemacht,

aber inzwischen ist viel Plastik in den Pazifik gekippt worden. Mittlerweile bin ich ein paar Schritte weiter gegangen und nicht dabei stehen geblieben, den anderen Menschen bloß ein schlechtes Gewissen machen zu wollen.

erstdenkendannsprechen
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ja. leider interessiert das nur sehr wenige menschen.

der unterschied zur covid-situation: hier ist der einschnitt in den komfort des einzelnen zu spüren, deswegen lehnen die menschen maßnahmen ab - oder befürworten sie. je nachdem, was in den augen des einzelnen schneller zum ziel (also dem "leben wie vorher") führt.
beim bereich klima würde das halt ein aufgeben des gewohnten komforts bedeuten. undurchführbar, wenn sie mich fragen.

HB2USD
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Selbst wenn

wir in Höhlen zurück kriechen würden ergebe das null Änderung beim Klimawandel denn es ja schon immer gegeben hat.