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Kurz vor Brexit Bisher kein Ansturm auf Einbürgerung durch Briten

"Zwar gibt es eine gewisse Steigerung der Anträge seit 2017, doch auch jetzt kann man nicht von einem Ansturm sprechen", so Werner Sedlak, Leiter der zuständigen Magistratsabteilung (MA35) in Wien.

© APA (Archiv)
 

Am Freitag um Mitternacht wird der Brexit endgültig vollzogen. Zu einem starken Andrang von Briten auf Einbürgerung sei es deshalb aber nicht gekommen, sagt Werner Sedlak, Leiter der zuständigen Magistratsabteilung (MA35) in Wien am Mittwoch gegenüber der APA. "Zwar gibt es eine gewisse Steigerung der Anträge seit 2017, doch auch jetzt kann man nicht von einem Ansturm sprechen", so Sedlak.

Laut Statistik Austria leben rund 11.000 britische Staatsbürger in Österreich, viele davon in Wien. 2017 stellten 37 Briten Anträge auf Einbürgerungen bei der MA35, 2018 dann 45 und 2019 schließlich 48, so Sedlak. Aufgrund der Verfahrenslänge sei die Zahl der Anträge aussagekräftiger als die Zahl der tatsächlichen Einbürgerungen, betont er. Tatsächlich hätten 2017 neun Briten in Wien die österreichische Staatsbürgerschaft erhalten, 2018 22 und 2019 dann 51.

Das sei zwar eine hohe Steigerung in Prozent gemessen, aber nicht in absoluten Zahlen, sagt der Chef der MA35. "Im Verhältnis zu den gesamten Einbürgerungen in Wien stellen die Briten etwa ein Prozent aller neu eingebürgerten Personen. In den Jahren davor sogar darunter", so Sedlak.

Übergangsphase

Nach Ablauf einer Übergangsphase Ende des Jahres müssen Briten, die weiter in Österreich leben und arbeiten wollen, einen Antrag auf Bestätigung des weiteren Aufenthaltsrechts stellen. Laut Bundeskanzleramt soll eine Antragstellung jedenfalls bis sechs Monate nach Ende der Übergangsphase, also bis Ende Juni 2021, möglich sein. Neu zuziehende Briten müssen, wie schon bisher, innerhalb von vier Monaten diesen Antrag stellen, um danach länger als drei Monate in Österreich bleiben zu können.

Daher sei es logisch, dass es zu keinem großen Ansturm auf die österreichische Staatsbürgerschaft komme, so Sedlak. Freilich sei es die Frage, wie es in den kommenden Monaten weitergehe.

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