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CoronavirusErster Verdachtsfall in Wien, Ansteckungsgefahr steigt

In Wien gibt es den ersten Verdachtsfall auf eine Corona-Infektion. Es handelt sich um eine chinesische Flugbegleiterin, die vor einigen Tagen in Wuhan gewesen sein dürfte.

CHINA-HEALTH-VIRUS
In China stieg die Zahl der Infektionen weiter © APA/AFP/HECTOR RETAMAL
 

Die Frau befindet sich auf der Isolierstation des Kaiser Franz Josef-Krankenhauses. Gewissheit gibt es nach Abschluss der Untersuchungen, die bis zu 48 Stunden dauern können. In China stieg die Zahl der Todesfälle indes weiter. Bestätigt sind dagegen drei Krankheitsfälle in Frankreich. Ein Paar, das in einem Pariser Krankenhaus Bichat behandelt wird, war am 18. Jänner von einem Aufenthalt in Wuhan zurückgekommen, ein 48-jähriger Franzose chinesischer Herkunft, der im Weingeschäft tätig ist und regelmäßig zwischen Frankreich und China reist, wird in Bordeaux behandelt. Die Patienten sind offenbar nicht schwer erkrankt.

Auch aus Kanada wird der erste Fall einer Ansteckung mit dem Coronavirus gemeldet. Die Gesundheitsbehörde von Toronto teilte mit, es handle sich um einen Mann, der kürzlich aus Wuhan zurückgekommen sei. Sein Zustand sei stabil. In Kanada nimmt man die neue Viruserkrankung besonders ernst. Das Land war mit 44 Toten 2002/2003 das einzige Land außerhalb Asiens, in dem Tote des SARS-Virus zu beklagen waren. Auch in den USA, Thailand, Südkorea, Japan und Australien wurden bereits Erkrankungen mit dem neuen Virus registriert.

Chronologie: Coronavirus auf dem Vormarsch

31. Dezember: Erste Warnung aus Peking

Die chinesischen Behörden informieren die Weltgesundheitsorganisation (WHO) über mehrere Fälle einer mysteriösen Lungenkrankheit in Wuhan, der Hauptstadt der zentralchinesischen Provinz Hubei. Ihren Angaben zufolge wurde der erste Fall bereits am 12. Dezember registriert. Der Erreger der Krankheit sei unbekannt

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Mehrere der Erkrankten arbeiteten auf einem Großmarkt für Fische und Meeresfrüchte, auf dem aber auch andere Tiere wie etwa Ratten, Krokodile, Schlangen und vor allem auch Zibetkatzen angeboten wurden. Zibetkatzen sind in China eine Delikatesse, von der vermutlich der Erreger der gefährlichen Lungenkrankheit SARS stammt, an der in den Jahren 2002/2003 über 700 Menschen weltweit starben.

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7. Jänner: Neues Coronavirus als Erreger identifiziert

Laut WHO gelingt es chinesischen Experten, den Erreger zu identifizieren. Er gehört demnach zur großen Familie der Coronaviren, die harmlose Erkältungen auslösen können - aber auch SARS.

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11. Jänner: Erster Todesfall wird vermeldet

Die chinesischen Behörden berichten von einem ersten Toten, einem 61-jährigen Kunden des Fischmarkts in Wuhan.

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13. Jänner: Beginn der Ausbreitung außerhalb Chinas

Die WHO bestätigt einen ersten Fall außerhalb Chinas; eine Patientin in Thailand, die aus Wuhan kam. Am 16. Jänner bestätigt Japan seinen ersten Krankheitsfall - einen ebenfalls aus Wuhan eingereisten Mann. In den folgenden Tagen melden Nepal, Australien, Malaysia, Singapur, Südkorea, Vietnam, Taiwan und schließlich auch die USA und Frankreich erste Krankheitsfälle.

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20. Jänner: Chinesischer Experte bestätigt Mensch-zu-Mensch-Übertragung

Ein Mitglied der nationalen Gesundheitskommission Chinas, der weltweit anerkannte Experte Zhong Nanshan, erklärt, dass es erstmals auch eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung des Virus gegeben habe.

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22. Jänner: Behörden warnen vor Mutation des Virus

Die chinesischen Behörden warnen, dass der Erreger mutieren und damit deutlich ansteckender werden könnte.

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23. Jänner: Wuhan wird unter Quarantäne gestellt

Kurz vor Beginn des chinesischen Neujahrs, das in China einer Völkerwanderung gleichkommt, stellen die Behörden Wuhan mit seinen elf Millionen Einwohnern unter Quarantäne. Peking sagt vorsorglich alle größeren Neujahrsfeiern ab.

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Die WHO beschließt nach einer zweitägigen Krisensitzung, vorerst keinen weltweiten Gesundheitsnotstand auszurufen. Zur Begründung heißt es, bisher gebe es außerhalb Chinas "keine Hinweise" auf eine Übertragung des Krankheitserregers von Mensch zu Mensch.

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25. Jänner: China weitet Maßnahmen massiv aus

In China werden weitere Städte isoliert. De facto stehen nun 56 Millionen Menschen unter Quarantäne. Im gesamten öffentlichen Verkehr der Volksrepublik werden Fiebermessstationen eingerichtet.

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26. Jänner: Erster Verdachtsfall in Österreich

Eine chinesische Flugbegleiterin wurde in das Wiener Kaiser-Franz-Josef-Spital gebracht. Die zuständigen Stellen und Wiener Krankenhäuser sind auf das Coronavirus vorbereitet. Auch aus Berlin wurde ein erster Verdachtsfall gemeldet.

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27. Jänner: Minister tagen, mehrere Verdachtsfälle

Im Innenministerium in Wien hat am Montagnachmittag der Einsatzstab zum Coronavirus getagt. Mit dabei waren alle Ministerien, Vertreter der Blaulichtorganisationen und der Bundesländer. In Österreich waren am Montag drei Verdachtsfälle bekannt, jedoch keine bestätigte Erkrankung. Zudem wurde eine Info-Hotline eingerichtet.

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28. Jänner: Erste Fall in Bayern bestätigt

Der erste Fall in Deutschland erweist sich als der erste bekannte Fall einer Mensch-zu-Mensch-Übertragung außerhalb Asiens. Der 33-jährige Patient steckte sich nach Behördenangaben wohl bei einer aus China angereisten Kollegin an

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30. Jänner: Drastischer Anstieg der Erkrankten in China

Die Infektionen und Todesfälle durch die neue Lungenkrankheit in China haben den stärksten Anstieg innerhalb eines Tages gezeigt. Die Zahl der nachgewiesenen Patienten kletterte bis Donnerstag um rund 1.700 auf 7711. Auch wurden 38 Todesfälle verzeichnet, mehr als je zuvor in einem Tag.

(c) APA/AFP/JONATHAN KLEIN (JONATHAN KLEIN)

Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Tedros Adhanom Ghebreyesus und Notfallchef Michael Ryan zeigten sich besorgt über die "rapide Ausbreitung" der Lungenkrankheit.  Am Abend ruft die WHO in China eine "gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite" aus. 

APA/AFP/FABRICE COFFRINI
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Übertragungsfähigkeit wird stärker

Das State Department hat am Sonntag eine Evakuierungsaktion für US-Staatsbürger aus dem vom Coronavirus schwer betroffenen Wuhan angekündigt. Man wolle Personal aus dem US-Konsulat abziehen und biete für den Dienstag-Flug Richtung San Francisco zudem eine limitierte Anzahl von Plätzen für Private an, hieß es. Vertreter von Risikogruppen des Virus sollen dabei Priorität genießen.

Der chinesische Gesundheitsminister Ma Xiaowei hat am Sonntag gesagt, dass die Übertragungsfähigkeit des Coronavirus nach dem Ausbruch stärker werde und die Zahl der Infektionen weiter steigen könnte. Die Behörden wüssten nur wenig über das neue Virus und seien sich nicht sicher, welche Risiken durch Mutationen des Virus entstehen.

In China ist die Zahl der Todesfälle indes weiter angestiegen. Laut chinesischen Behörden starben bisher mindestens 56 Menschen an der Atemwegserkrankung. Auch in der Finanzmetropole Shanghai hat es einen ersten Todesfall gegeben. Bei dem Toten soll es sich um einen 88-jährigen Mann handeln, der bereits unter bestehenden Gesundheitsproblemen litt, erklärten die Behörden der Stadt am Sonntag. Bisher seien insgesamt 40 Fälle der Atemwegserkrankung in der Millionenstadt bestätigt worden. Die Zahl der Infizierten in der gesamten Volksrepublik wird mit über 1.975 angegeben.

Der chinesische Staats- und Parteichef Xi Jinping berief am Samstag in Peking ein Krisentreffen ein. Alle Ebenen von Partei und Regierung müssten dem Kampf gegen das Coronavirus höchste Priorität einräumen, sagte er laut der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua. Die Partei habe eine Arbeitsgruppe eingerichtet, um das Vorgehen zu lenken. Teams würden in die Provinz Hubei entsandt, um die Arbeit vor Ort zu steuern.

Die Provinzhauptstadt von Hubei, die Millionenmetropole Wuhan, ist besonders stark vom Coronavirus betroffen: Dort war der Erreger vor wenigen Wochen vermutlich auf einem Tiermarkt auf Menschen übergesprungen. In der Metropole mit elf Millionen Einwohnern werden bereits zwei Sonderklinik für Corona-Patienten gebaut. Die nationalen Gesundheitsbehörden schickten mehr als 1.200 Ärzte und anderes medizinisches Personal zur Verstärkung nach Wuhan.

Inzwischen wurden mehr als 40 Millionen Menschen in gut einem Dutzend Städten im Herzen Chinas weitgehend von der Außenwelt abgeschottet, um eine weitere Verbreitung des Virus zu verhindern. Im gesamten öffentlichen Verkehr würden Fieber-Messstationen eingerichtet, gab die nationale Gesundheitsbehörde am Samstag bekannt. Passagiere mit Verdacht auf eine Infektion müssten "sofort" in eine medizinische Einrichtung gebracht werden. Die südchinesische Stadt Haikou verfügte, dass alle Reisenden aus der Provinz Hubei rund um Wuhan 14 Tage lang in einem Hotel isoliert und medizinisch untersucht werden sollen.

Hongkong verhängte einen "Virus-Notstand" für die Finanzmetropole, strich sämtliche Flug- und Schnellzugverbindungen von und nach Wuhan und kündigte die Schließung der beiden populären Vergnügungsparks Disneyland und Ocean Park an. Disneyland Shanghai, wo man rund um das chinesische Neujahr täglich rund 100.000 Besucher erwartet hatte, war bereits zuvor geschlossen worden.

Neujahr in China: Jahr der Ratte - und des Virus

Ausgelassen feiern - das wurde diesmal nichts in China. Das sich immer weiter ausbreitende und potenziell tödliche Coronavirus hält das Land - und mittlerweile auch viele weitere Staaten - in Atem.

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Während bereits die Armee ausrücken musste, um bei der Bekämpfung der Ausbreitung zu helfen ...

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... konnte sich manches Pärchen zum Jahreswechsel nicht einmal standesgemäß küssen.

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Das kommende Jahr steht im Zeichen der Metallratte. Sie steht für finanziellen Erfolg und Karriere, aber auch für Erfolg in der Liebe und Gesundheit.

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Das will so gar nicht zur aktuellen Notlage im Land passen.

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In anderen Ländern, wie hier in Thailand, war die Stimmung noch etwas ausgelassener.

Xinhua

Der britische Premier Boris Johnson wurde in der Downing Street von "chinesischen Löwen" besucht.

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Kommentare (8)

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ichbineine8
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Seit der Vorweihnachtszeit

Ist in China bekannt, dass etwas nicht stimmt... super, wenn man zu dieser Jahreszeit die globale Reisefreudigkeit bedenkt!

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wirklichnicht
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Alle Medien schreiben: "...die vor einigen Tagen in Wuhan gewesen sein dürfte"

War sie jetzt in Wuhan oder nicht, oder ist die Vermutung einfach nur Schlagzeilenhascherei? Auch die Menschen in Österreich haben Recht auf korrekte Informationen, da sollte schon jemand nachrecherchieren und nicht ungeprüft den selben Text übernehmen.
In der APA Pressemitteilung steht, die Flugbegleiterin hätte eine "grippale Symptomatik", was ja in der jetzigen Grippewelle auch nichts außergewöhnliches wäre.

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helmutmayr
2
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Die Relation gleicht nun

der Chinas. Wien unter Quarantäne ?
Wovor haben die chinesischen Behörden angst?

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helmutmayr
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Stehen die Massnahmen in Relation?

Millionenstädte stehen unter Quarantäne. Der chinesische Präsident spricht bei 4000 Infektionen und rund 40 Toten von einer ernsthaften Bedrohung. Jährlich sterben in Österreich etwa 1.000 Menschen an den Folgen einer Grippe.
Diese Aussage und die unvorstellbaren Maßnahmen lassen wohl nur eine Frage aufkommen: Welcher Virus ist das wirklich ? Ist den Chinesen etwa ein manipulerter biologischer Kampfstoff aus einem Labor entkommen ?

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ichbineine8
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Ja,

Lt. Schweizer Nachrichten wurde der Virus 2015 von der WHO in den USA für Testzwecke ab 2018 genehmigt... da dürfte dann wohl was passiert...

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Mein Graz
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@helmutmayr

Verschwörungstheoretiker von Beruf?
Ich rate zu Alu-Hut.

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heku49
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Ja, ja, von China bekommt die Welt nicht nur den meisten unsinnigen Plastikmüll,

jetzt auch den Coronavirus.

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jaenner61
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ich bin neugierig

wann der ernst der lage endlich zugegeben wird! durch diese verharmlosungen vergeht wertvolle zeit! täglich werden neue details und leider auch todesopfer bekannt. diese flugbegleiterin ist doch in der zwischenzeit mit unzähligen menschen in kontakt gekommen, bei einer inkubationszeit von 14 tagen will ich mir das lieber gar nicht vorstellen 🤔

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