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Drei ungelöste FragenMühsamer Endspurt für die UN-Klimaverhandlungen

Neue Entwicklungen laut Verhandlungskreisen erst im Lauf des Vormittags - Erneute Demos in Madrid geplant - Global 2000 warnte vor Aufweichung beim Handel mit Verschmutzungsrechten.

Klimaaktivisten am Freitag in Madrid © APA/AFP/CRISTINA QUICLER
 

Auf der UN-Klimakonferenz in Madrid steht den Unterhändlern noch viel Arbeit bevor. Vor dem offiziellen Abschluss am Freitagabend waren alle wichtigen Fragen noch ungeklärt - und die Gräben zwischen den Staaten teils tief. In der Nacht auf Freitag sollten Fachleute die Texte überarbeiten, mit neuen Entwicklungen wurde in Verhandlungskreisen erst im Lauf des Vormittags gerechnet.

Grundsätzlich geht es bei den UN-Verhandlungen um die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens von 2015, in dem sich fast 200 Staaten das Ziel gesetzt haben, die Erderhitzung auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen, möglichst sogar auf 1,5 Grad. Dazu ist es Wissenschaftern zufolge notwendig dass der Ausstoß von Treibhausgasen - vor allem Kohlendioxid (CO2) aus der Verbrennung von Kohle, Öl und Erdgas - schnell und deutlich zurückgeht. Bisher steigen die Emissionen weltweit aber, auch für 2019 wird wieder ein Plus vorausgesagt. An diesem Freitag wollen die Klimaschutzbewegung FridaysforFuture und ein Bündnis europäischer Jugendlicher erneut in Madrid demonstrieren.

COP25 in Madrid: Stars setzen sich fürs Klima ein

Der demokratische US-Präsidentschaftsbewerber und Milliardär Michael Bloomberg hat beim Weltklimagipfel in Madrid unterstrichen, dass sich die USA weiter engagiert gegen den Klimawandel einsetzen werden. "Warum bin ich hier? Weil niemand aus dem Weißen Haus hier ist", sagte Bloomberg mit Blick auf US-Präsident Donald Trump.

(c) APA/AFP/CRISTINA QUICLER (CRISTINA QUICLER)

Trump hatte 2017 den Ausstieg des Landes aus dem Pariser Klimaabkommen angekündigt. Er hat mehrmals betont, den Klimawandel für eine Erfindung zu halten.

(c) APA/AFP/CRISTINA QUICLER (CRISTINA QUICLER)

"Star-Wars"-Schauspieler Harrison Ford, ein erklärter Klimaaktivist, betonte, es bedürfe jetzt großen Mutes, um die Krise anzugehen. "Aber im Jahr 2017 hat die Regierung meines Landes das Gegenteil von Mut bewiesen. Wir brauchen eine neue politische Führung, sonst wird es so weitergehen." Wenn die Weltgemeinschaft jetzt nicht beherzt Initiativen ergreife, "dann wird die Erde unbewohnbar, und dann wird nichts anderes mehr zählen", sagte der 77-Jährige.

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Der frühere New Yorker Bürgermeister Bloomberg, der sich seit Jahren für den Klimaschutz engagiert, stellte in der spanischen Hauptstadt unter anderem den Jahresbericht zu den Aktivitäten des von ihm mitbegründeten Klimaschutzbündnisses "America's Pledge" (Amerikas Versprechen) vor.

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Dabei handelt es sich um eine 2017 gegründete Kampagne von Bundesstaaten, Städten, Firmen und Organisationen der Zivilgesellschaft, das sich dafür einsetzt, dass das Land auch ohne Unterstützung der Regierung weiter gegen die Klimakrise kämpft.

 

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"Egal was ihr aus Washington hört, die Amerikaner wollen weiter das Pariser Abkommen", so Bloomberg, der im Pavillon des "US Climate Action Center" unter dem Hashtag #WeAreStillIn (Wir sind noch dabei) sprach. "Mutter Natur wartet nicht auf eine Präsidentschaftswahl." Es gelte, jetzt zu handeln.

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Diese drei Punkte sind derzeit noch ungelöst:

MEHR KLIMASCHUTZ: Vor allem, aber nicht nur die vom Klimawandel besonders bedrohten Staaten wollen ein deutliches und sichtbar platziertes Signal, dass alle Länder im kommenden Jahr ihre nationalen Klimaschutz-Ziele für 2030 nach oben schrauben. Das ist im Pariser Klimaabkommen eigentlich sowieso vorgesehen. Aber Symbole sind wichtig in der Klimadiplomatie - denn damit könnte Druck gemacht werden auf Länder, die lieber nicht nachlegen wollen.

MEHR GELD: Die ärmeren Länder trauen der Zusage reicherer Staaten nicht recht, von 2020 an jedes Jahr 100 Milliarden Euro für "Klimafinanzierung" zu mobilisieren - das umfasst öffentliches und privates Geld. Besonders im Fokus steht in diesem Jahr die Finanzierung von nicht mehr vermeidbaren Schäden und Verlusten durch den Klimawandel, vor allem Extremwetter wie Stürme oder Dürren, die heftiger und zahlreicher werden.

MEHR HANDEL: Vorgesehen ist, dass Klimaschutzmaßnahmen künftig als Zertifikate gekauft oder verkauft werden können. Wer seine Ziele beim Einsparen von Treibhausgasen übererfüllt, kann sie verkaufen, und wer nicht so schnell vorankommt, kann sie kaufen. Wie genau das gemacht werden soll und was alles als Klimaschutzmaßnahme zählt, ist allerdings umstritten - Kritiker fürchten Schlupflöcher, die den Klimaschutz schwächen. Besonders hart gerungen wird um die Frage, was mit Zertifikaten passieren soll, die Länder noch aus der Zeit vor dem Pariser Klimaabkommen übrig haben.

Madrid: Tausende demonstrieren mit Greta

Noch kurz vor Beginn des Protests in Madrid hat die schwedische Aktivistin Thunberg die Regierungen weltweit zu mehr Tempo beim Klimaschutz aufgerufen.

(c) APA/AFP/PIERRE-PHILIPPE MARCOU (PIERRE-PHILIPPE MARCOU)

Mit ihren "Schulstreiks für das Klima" hat die junge Schwedin Millionen Jugendlicher weltweit zu mehr umweltpolitischem Engagement inspiriert.

(c) AP (Andrea Comas)

"Wir streiken seit mehr als einem Jahr und es ist praktisch nichts passiert. Die Klimakrise wird von den Mächtigen noch immer ignoriert", kritisierte Thunberg in Madrid.

 

(c) APA/AFP/PIERRE-PHILIPPE MARCOU (PIERRE-PHILIPPE MARCOU)

An dem Protest nahm auch der bekannte spanische Schauspieler und Umweltaktivist Javier Bardem teil.

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Klicken Sie sich durch die Bilder von der Demo!

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Konkret geht es dabei um Transfers von CO2-Gutschriften, die noch unter dem Kyoto-Protokoll im sogenannten "Clean Development Mechanism" geschaffen wurden. Wird diesen Gutschriften ihre Gültigkeit auch unter dem Pariser Klimaabkommen bescheinigt, verwässert sich damit die Ambition der Klimapläne, warnte Global 2000 am Freitag in einer Aussendung. Denn gleichzeitig sollen neue Marktmechanismen geschaffen werden, obwohl bisher schlechte Erfahrungen damit gemacht wurden und es zu Doppelzählungen gekommen ist.

"Die Zeiten, in denen man sich aus dem Klimaschutz freikaufen konnte, müssen ein für alle Mal vorbei sein! Statt einem Handel mit Verschmutzungsrechten der auf Kompensation abzielt, soll jedes Land seine Klimapläne nachbessern und das Äußerste für die Reduktion klimaschädlicher Emissionen geben", sagte Johannes Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher der NGO.

Kommentare (1)

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schaerdinand
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Lesenswert?

die erde hat einen virus!

den menschen!! der planet bekommt jetzt fieber und wird den lästigen parasiten los werden. garantiert! schon in 20 jahren ist das erledigt. diese sündteuren nutzlosen konferenzen und die demos kann man sich sparen. saufen, kiffen und lustig sein - solange es noch geht. wie damals die nazibonzen - ende april 1945 im zerbombten berlin.

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